Wirtschaft

Salzburger Autohändler fordern Neustart für die E-Auto-Förderung des Landes

Die Fahrzeughändler drängen darauf, dass das Land den Topf für die Förderung der E-Mobilität nachdotiert. Dieser ist nämlich für heuer schon ausgeschöpft. Die Kunden der Autohäuser würden derzeit völlig in der Luft hängen, heißt es.

Josef Nußbaumer, Gremialobmann des Fahrzeughandels in Salzburg, fordert das Land Salzburg auf, die E-Auto-Förderung wieder aufzunehmen.  SN/wks/riebler
Josef Nußbaumer, Gremialobmann des Fahrzeughandels in Salzburg, fordert das Land Salzburg auf, die E-Auto-Förderung wieder aufzunehmen.

Umweltreferent LH-Stv. Heinrich Schellhorn (Grüne) hat die Salzburger Landesförderung für E-Mobilität ab sofort ausgesetzt. Die Begründung: "Unser Budget von drei Millionen Euro für 2021 wurde bereits vollständig abgeholt." Das Land könne keine neuen Anträge mehr entgegennehmen.

"Eine gute Aktion wird plötzlich gestoppt"

Josef Nußbaumer, Gremialobmann des Fahrzeughandels, spart nicht mit Kritik: Der Stopp der Landesförderung stelle viele betriebliche Autokäufer und Fahrzeughändler vor große Probleme. "Eine gute Aktion wird plötzlich gestoppt, auf die sich viele verlassen haben. Zahlreiche Kunden und Autohändler sind jetzt verärgert. Damit erweist man dem angepeilten Umstieg auf mehr E-Mobilität wahrlich keinen guten Dienst." Im Vorjahr stieg die Zahl der neu zugelassenen E-Autos in Salzburg von 726 auf 1553. 1342 davon stammten von Firmen und 211 von Privaten.

Das Land hat die Förderung des Bundes bisher verdoppelt

Der Hintergrund: Das Land Salzburg forciert die E-Mobilität von Unternehmen und ihren Fuhrparks durch spezielle Landesförderungen, die zusätzlich zu den Bundesförderungen gewährt werden. Ziel ist es, eine umweltfreundliche Mobilitätswende mit im Betrieb CO2-freien Kraftfahrzeugen zu erreichen. Abgesehen von diesem umweltpolitischen Ziel kurbelt die E-Mobilitäts-Förderaktion auch den Handel mit Kraftfahrzeugen im Bundesland Salzburg an, was für die Branche in der aktuellen Wirtschaftskrise besonders wichtig ist.

Kritik: Unternehmen und Händler werden verunsichert

Zahlreiche Autohändler und ihre gewerblichen Kunden berichten aber mit großer Verärgerung über das Ende der Landesaktion, da angeblich die Fördermittel plötzlich und unerwartet aufgebraucht wären, obwohl die Aktion ja gerade erst verlängert wurde. Ende vergangener Woche teilte das Umweltressort des Landes mit, dass nur die bereits von den Kunden beantragten Landesförderungen sichergestellt sind.

Kaufvertrag abgeschlossen, aber Auto noch nicht ausgeliefert

Damit man zum Fördergeld kommt, muss man sich zuerst registrieren und danach den eigentlichen Antrag stellen. Dazwischen dürfen maximal 24 Wochen liegen. Josef Nußbaumer: "Völlig unklar ist jetzt, was mit jenen gewerblichen Kunden passiert, die erst eine Registrierung für die Mobilitätsförderung vorgenommen haben und gerade auf ihr E-Kraftfahrzeug warten." Insbesondere hingen jene Fälle in der Luft, in denen in Erwartung einer späteren Förderung schon Kaufverträge abgeschlossen worden seien, aber die Kunden aufgrund langer Lieferzeiten mit der Registrierung noch zugewartet hätten, kritisiert Nußbaumer.

Gremialobmann befürchtet Rückschritt bei der E-Mobilität

Nußbaumer ortet nun völlige Unsicherheit, wie es mit der Landesförderaktion weitergeht. Es sei zu befürchten, dass der Markt mit neuen E-Kraftfahrzeugen und der Umstieg auf E-Mobilität wieder zurückgeworfen würden, was angesichts der schwierigen wirtschaftlichen Lage mehr als kontraproduktiv sei, meint er. Nußbaumer: "Wir appellieren daher, die Landesmittel aufzustocken und die Aktion für 2021 sicherzustellen. Alle Kunden, die schon Kaufverträge abgeschlossen haben, sich registriert haben oder dies noch vorhaben, müssen jedenfalls die Förderungen bekommen!"

Die Bundesförderung für E-Autos läuft weiter

Das Land weist darauf hin, dass die Bundesförderung für Elektroautos weiterhin beantragt werden kann. Ende der Vorwoche standen dort noch 26,8 Millionen Euro zur Verfügung - für die Förderung "E-Mobilität für Private und Betriebe".

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