Wirtschaft

Salzburger Bauern: Suche nach Draht zum Kunden

Quantität statt Qualität - das war einmal. Das Salzburger Agrar Marketing will auf Klasse und Produktgeschichte setzen. Punkten will man dabei vor allem mit der Regionalität der Produkte.

Würzigen Käse, aromatische Wurst oder auch knuspriges Brot vom heimischen Bauern möchten viele nicht missen. Glaubt man einer aktuellen Umfrage, die vom Verein Salzburger Agrar Marketing in Auftrag gegeben worden ist, ist für 60 Prozent der befragten Salzburgerinnen und Salzburger die regionale Herkunft ihrer Lebensmittel wichtig.

Und dieses Potenzial wollen die Salzburger Bauern nutzen und mit einer neuen Marketingstrategie und einem jährlichen Budget von 400.000 Euro neu auftreten.

Dabei wolle man vor allem die Zusammenarbeit mit dem Handel und der Gastronomie fördern, um so mehr regionale bäuerliche Produkte in die heimischen Supermarktregale und die Gastronomie zu bringen. "Wir bieten Bauern, die ihre Produkte gern an den Handel oder auch die Gastronomie verkaufen möchten, die Möglichkeit, über uns einen Abnehmer zu finden", erklärt Günther Kronberger vom Salzburger Agrar Marketing.

Sprich: Wolle der Bauer seinen Käse gerne an die Gastronomie oder auch den Handel verkaufen und habe aber noch keinen Abnehmer, vermittle der Verein Salzburger Agrar Marketing einen interessierten Abnehmer. Den eigentlichen Vertrieb und auch die Preisgestaltung übernehme der Landwirt aber selbst. Die Idee dahinter: "Wir wollen so neue Absatzchancen für die Bauern erschließen. Bisher hat es diese Möglichkeit nicht gegeben", erklärt Kronberger. Gespräche mit Abnehmern sollen bereits laufen.

Daneben soll auch die Direktvermarktung am Hof, über die derzeit in etwa ein Prozent der bäuerlichen Produkte vertrieben werden, angekurbelt werden. Liebhaber regionaler Produkte sollen daher ab Dienstag die Chance haben, sich auf der neuen Homepage www.salzburgschmeckt.at über regionale Produkte und ihre Anbieter zu informieren. Zudem soll ein Marktfinder auf der Website den Weg durch den Produktdschungel erleichtern. Dazu sollen Rezepte und Kurse angeboten werden.

Für den Kunden hätten diese Schritte mehrere Vorteile. "Der Konsument hat durch diese Maßnahmen die Möglichkeit, exakte Auskunft über unsere regionalen Produkte zu erhalten, und kann sich so auch über die Geschichte und die Gesichter dahinter leicht informieren", berichtet Landesrat Josef Schwaiger.

Die Qualität der Lebensmittel solle dabei aber nicht zu kurz kommen. "Die bäuerliche Qualität muss auch in Zukunft erhalten bleiben. Wir können nicht hochpreisige Ware verkaufen, die keine Qualität hat", betont Schwaiger. Daher habe man, wie auch schon in anderen Bundesländern zuvor, das Fach Direktvermarktung in den landwirtschaftlichen Fachschulen im Land Salzburg eingeführt.

Das Salzburger Agrar Marketing stellt sich neu auf

Mit einer neuen Marketingstrategie will der Verein Salzburger Agrar Marketing in Zukunft neue Absatzchancen für die Bauern erschließen. Neben einer verstärkten Zusammenarbeit mit dem Handel und der Gastronomie soll auch die Direktvermarktung angekurbelt werden.

Für die Umsetzung hat Landesrat Josef Schwaiger den neuen Geschäftsführer Gerald Reisecker und den Berater Günther Kronberger in den Verein geholt.

Wer regionale Produkte von Salzburger Bauern gern kaufen möchte, aber noch keinen Lieferanten gefunden hat, kann ab Dienstag auf www.salzburgschmeckt.at fündig werden. Neben Infos über Lieferanten werden daneben auch Rezepte angeboten.

Quelle: SN

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