Wirtschaft

Salzburger Industrie-Präsident fordert Schulöffnung

Die wirtschaftlichen Schäden durch den Shutdown werden immer beängstigender. Peter Unterkofler fordert eine rasche Rückkehr zur Normalität - und drängt die Politik zum Handeln.

An der Konjunkturumfrage hatten sich 23 Salzburger Betriebe mit über 11.000 Beschäftigten beteiligt.  SN/gfk austria, stock.adobe.com, dopsch
An der Konjunkturumfrage hatten sich 23 Salzburger Betriebe mit über 11.000 Beschäftigten beteiligt.

Täglich wird offensichtlicher, dass der von der Politik verordnete Shutdown zwar im gesundheitlichen Bereich hervorragend wirkt, zugleich aber die dadurch entstandenen wirtschaftlichen Schäden größer und nachhaltiger sind als erwartet. Der Präsident der Salzburger Industriellenvereinigung (IV), Peter Unterkofler, warnte davor am Dienstag eindringlich. Salzburgs Industriebetriebe hätten in den vergangenen Wochen so weit wie möglich durchgearbeitet, dennoch zeichne sich ein "massiver Geschäfts- und Ertragsrückgang" im nächsten halben Jahr ab. In einer neuen Konjunkturumfrage der IV erwarten 60 Prozent der Industriebetriebe eine deutlich schlechtere Geschäftslage im nächsten halben Jahr. Aktuell beurteilt ein Viertel der Betriebe die Auftragslage als schlecht.

Es brauche jetzt eine rasche Rückkehr zum Normalbetrieb, sagt Unterkofler und fordert, "den Standort neu aufzustellen". Der IV-Chef fordert offene Grenzen (für freien Warenverkehr und funktionierende Lieferketten), aber auch flexible Arbeitszeiten, gezielte Investitionsanreize - und eine rasche Öffnung der Schulen. Er spricht von "Verunsicherung", wie die Schulen (ab Mitte Mai) öffnen sollen. "Unsere Unternehmen brauchen jetzt wieder voll einsatzfähige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Das geht nur, wenn auch die Schulen und Kindergärten wieder offen haben und ihrem Bildungs- und Betreuungsauftrag nachkommen", sagt Unterkofler.

So "toll" sich die Zahlen bei der gesundheitlichen Eindämmung der Pandemie entwickelten, so sehr sei es jetzt nötig, dass sich dies auch im wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Bereich niederschlage.

An der Konjunkturumfrage hatten sich 23 Salzburger Betriebe mit über 11.000 Beschäftigten beteiligt. 43 Prozent bewerten die Ertragssituation im ersten Quartal noch als durchschnittlich. Der Anteil der Betriebe, die ihre Lage als "schlecht" bewerten, stieg auf 28 Prozent stark an (Vorquartal: acht Prozent). Der positive Trend, den im letzten Quartal noch über 90 Prozent der Betriebe sahen, ist ins Gegenteil verkehrt: Zwei Drittel sehen der Zukunft nun pessimistisch entgegen. Auch die Produktionskapazitäten sinken: Im Gegensatz zum Vorquartal (neun Prozent) blickt jetzt die Hälfte der Unternehmen negativ in die Zukunft. Jeder zweite Betrieb erwartet sinkende Auslastung.

Quelle: SN

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