Wirtschaft

Salzburger Kabelkämpfer wittern wieder Morgenluft

Das Land hatte einen Gutachter bei der 380-kV- Leitung abgelehnt. Nun rehabilitierte ihn ein Gericht. Seine Expertise könnte einiges ändern.

Der SN-Bericht über die Neuigkeiten beim 380-kV-Genehmigungsverfahren hat sich am Dienstag in Windeseile verbreitet. Und viele Bürgermeister und Bürgerinitiativen, die für ein Erdkabel kämpfen, wittern nun Morgenluft: Denn das Bundesverwaltungsgericht (BVwG) hat die Abberufung des Freileitungs-kritischen Tourismus-Gutachters Richard Schmidjell für nichtig erklärt. Damit dürfte sein Gutachten wieder Teil des Verfahrens werden. Hans Gratz, grüner Gemeindevertreter in Bruck und Kabelkämpfer der ersten Stunde, sieht sich und seine Mitstreiter daher im Aufwind: "Aus meiner Sicht ist der negative Einfluss der Freileitung auf den Tourismus nicht schönzureden. Zusammen mit den vielen Einsprüchen ist das Schmidjell-Gutachten ein weiterer Aspekt, der hoffentlich zur Aufhebung des positiven UVP-Bescheids führt."

Wird das Gutachten berücksichtigt?

Gratz hofft, dass das Gutachten von Schmidjell in der zweiten Instanz, das in diesem Fall auch das BVwG ist, berücksichtigt wird. Auch der Koppler Bürgermeister Rupert Reischl (ÖVP) zeigt sich höchst erfreut über diese Wendung im Verfahren. Reischl: "Es ist wichtig, dass dieses Gutachten wieder Teil des Verfahrens wird. Denn uns wurde die Einsicht in dieses Papier immer verwehrt. Wir hoffen, dass es bald für uns zugänglich wird." Welche Auswirkungen dieses Gutachten auf das weitere Verfahren hat, traut sich Reischl aber nicht zu prognostizieren. Gemeinsam mit den 69 Einsprüchen gegen den Bescheid wittert Reischl aber die Chance, dass am Ende des Verfahrens doch noch eine Teilverkabelung herauskommt. Reischl: "Unser Widerstand greift. Die Zeit arbeitet auf jeden Fall für uns Gemeinden."



Quelle: SN

Aufgerufen am 17.11.2018 um 04:42 auf https://www.sn.at/salzburg/wirtschaft/salzburger-kabelkaempfer-wittern-wieder-morgenluft-1196344

Schlagzeilen