Wirtschaft

Salzburger legen pro Monat im Schnitt 302 Euro zur Seite

Fast jeder dritte Salzburger ist von Corona finanziell betroffen. Die Sparquote ist auf über 14 Prozent des Monatseinkommens gestiegen; konkret werden in Salzburg im Schnitt 302 Euro pro Monat zur Seite gelegt. Und: Jeder Dritte investiert bereits in Wertpapiere. Das sind die zentralen Ergebnisse einer Umfrage der Salzburger Sparkasse, die anlässlich des anstehenden Weltspartags präsentiert wurde.

Generaldirektor Christoph Paulweber und Helmut Wartner, Leiter Private Banking der Salzburger Sparkasse freuen sich auf den Weltspartag – auch wenn dieser heuer coronabedingt anders ablaufen wird als in den Vorjahren.  SN/sparkasse/wildbild/rohrer
Generaldirektor Christoph Paulweber und Helmut Wartner, Leiter Private Banking der Salzburger Sparkasse freuen sich auf den Weltspartag – auch wenn dieser heuer coronabedingt anders ablaufen wird als in den Vorjahren.

Die Corona-Krise hat auch ernste Auswirkungen auf die finanziellen Pläne der Salzburger. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen IMAS-Umfrage, die heuer im September durchgeführt wurde - im Auftrag der Salzburger Sparkasse. Präsentiert wurde sie am Mittwoch im Vorfeld des Weltspartags, der heuer coronabedingt auf zwei Wochen ausgedehnt und mit sehr viel Abstand abgewickelt wird.

Zentrales Ergebnis ist, dass fast ein Drittel der Salzburger angeben, dass sie von der Corona-Krise finanziell betroffen sind. Zudem lösen Kurzarbeit, Arbeitslosigkeit und eine ungewisse Zukunft bei vielen einen Verzicht aus: 39 Prozent sagen, dass sie seit Ausbruch der Krise weniger konsumieren und weniger Geld ausgeben. Ein dritter Effekt der Krise ist, dass deutlich mehr gespart wird: So liegt der durchschnittliche Betrag, den Salzburger pro Monat zur Seite legen, aktuell bei 302 Euro (Österreich-Schnitt: 272 Euro). Noch 2010 wurden in Salzburg nur 164 Euro pro Monat gespart; 2019 waren es 273 Euro. Laut Wifo-Experten hat sich zudem auch die Sparquote binnen Jahresfrist von acht auf fast 15 Prozent praktisch verdoppelt - bezogen auf jenen Teil des Monatseinkommens, der frei verfügbar ist.

Evident wurde anhand der Umfrage auch, dass die goldenen Zeiten für das Sparbuch bzw. -konto aufgrund der Nullzinspolitik vorbei sind: Heuer nutzen nur noch 73 Prozent (minus 14 Prozentpunkte) diese Sparform. Christoph Paulweber, Generaldirektor der Salzburger Sparkasse: "Vor einigen Jahren war das Sparbuch noch bei 87 Prozent." Auf Platz zwei und drei rangieren das Bausparen (62 Prozent) und die Lebensversicherung (36 Prozent).

Deutlich aufgeholt hat aber das Sparen mittels Wertpapieren - das in Salzburg mit 33 Prozent bereits auf Platz vier liegt; noch vor der Pensionsvorsorge oder Immobilien. Besonders stechen dabei die 15- bis 29-Jährigen hervor, die laut Helmut Wartner, Private Banking-Chef der Salzburger Sparkasse, "hier keine Schwellenangst mehr haben." Denn aus seiner Sicht sind "Aktien und Investmentfonds bei der Vermögensbildung mittelfristig alternativlos."

Auffallend ist für Wartner auch, dass bei den Fonds der Aspekt der Nachhaltigkeit für viele immer wichtiger wird: Um dieser Nachfrage gerecht zu werden, sind Erste Bank und Sparkassen mit einem neuen Fonds, dem Erste Green Invest, gestartet. Dieser investiert ausschließlich in Unternehmen, die sich unter anderem mit grüner Energiegewinnung, nachhaltiger Lebensmittelproduktion oder Elektromobilität beschäftigen. Wartner räumt auch mit dem Vorurteil auf, dass man mit "grünen" Fonds finanzielle Nachteile in Kauf nehmen müsse: "Das stimmt nicht mehr. Derzeit hat man damit sogar eine bessere Rendite und eine geringere Schwankungsbreite." Denn mittlerweile hätten speziell Öl- und Autofirmen, die jahrelange Renditekaiser gewesen seien, ein Problem, "weil die Frage ist, ob sie die Transformation schaffen."

Von der Klimakrise zurück zur Coronakrise: Ein Folge für die Salzburger Sparkasse war, dass es viele Kundenanfragen von Privaten zu Kreditstundungen bzw. von Firmen zu Überbrückungskrediten gab. Paulweber: "Wir haben über 4000 Kreditstundungen durchgeführt; die allermeisten, bevor das gesetzliche Moratorium gekommen ist. Und wir haben über 300 Millionen Euro Überbrückungsfinanzierungen zur Verfügung gestellt." Allerdings seien davon nur tatsächlich 75 Mill. Euro in Anspruch genommen worden: "Den Unternehmen geht es bis jetzt also besser, als sie anfangs befürchtet haben", resümiert Paulweber. Wegen dieser vielen Aufgaben sei für die Sparkassen-Mitarbeiter daher die Kurzarbeit keine Option gewesen, sagt der Generaldirektor.

Aber mussten aufgrund der Corona-Krise bereits erste Kredite fällig gestellt oder gar Wohnungen gepfändet werden? "Nein. Wir sind mit vielen Kunden im Gespräch und haben immer Lösungen gefunden." Paulwebers Ausblick? "Wenn die Wintersaison schlecht läuft und die Arbeitslosigkeit weiter steigt, dann werden die Kreditausfälle bei uns schon steigen. Und es wird auch zu einer höheren Insolvenz-Quote kommen. Das sehe ich aber nicht dramatisch."

Quelle: SN

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