Wirtschaft

Salzburger Unternehmen bleiben optimistisch

Das seit 2017 herrschende konjunkturelle Hoch ist noch nicht zu Ende, Befürchtungen über einen stärkeren Einbruch der Konjunktur haben sich nicht bewahrheitet: Salzburgs Wirtschaft ist laut der jüngsten Konjunkturumfrage der WKS weiterhin in einer stabil guten Stimmung unterwegs.

Symbolfoto: Bei den Salzburger Unternehmen herrscht laut einer Umfrage der Wirtschaftskammer Salzburger weiterhin Zuversicht. SN/APA (dpa)/Robert Schlesinger
Symbolfoto: Bei den Salzburger Unternehmen herrscht laut einer Umfrage der Wirtschaftskammer Salzburger weiterhin Zuversicht.


Das Schreckgespenst einer Rezession in der EU oder gar in Österreich, womöglich von Deutschland ausgehend, hat sich wieder verflüchtigt. Das verlautbarte die Salzburger Wirtschaftskammer am 11. Dezember in einer Aussendung.

Die meisten Konjunkturforscher gehen davon aus, dass sich die Stimmung nicht mehr weiter eintrübt und die Konjunktur weltweit wieder mehr Schwung bekommt. Einer der wenigen Unsicherheitsfaktoren ist jedoch die globale Handelspolitik: Neue Zollschranken oder "Handelskriege" könnten zu Verwerfungen führen. Ebenso war auch die Industrie mit Rückgängen konfrontiert. Dennoch scheint nun die Konjunktur weltweit wieder auf einen stärkeren Wachstumspfad einzuschwenken, heißt es in der Aussendung.

Wirtschaft stimmungsmäßig in sehr guter Form

Das bedeutet auch Rückenwind für die Salzburger Wirtschaft, die jedoch ohnehin weiter auf hohem Niveau ausgelastet ist. Die weltweiten Konjunkturdämpfer waren zwar zu spüren, haben aber laut Konjunkturumfrage im Juni und auch jetzt im Herbst kaum Spuren im positiven Bild der Einschätzung hinterlassen. Befragt wurden von der WKS im Herbst 2019 über 500 Betriebe aus allen Sparten. Das Fazit: Salzburgs Unternehmen sind nach wie vor auf Optimismus-Kurs.

"Das ist eine gute Nachricht zum Jahresende: Wir dürfen in Salzburg auch für 2020 von einer soliden guten Wirtschaftslage ausgehen", betont WKS-Präsident Manfred Rosenstatter. Die hohe Beschäftigung erhöhe allerdings auch die Nachfrage nach Fachkräften.

Beim Bruttoregionalprodukt hat sich Salzburg für das Jahr 2018 erneut an die Spitze aller Bundesländer und damit auch vor Wien gesetzt. Es beträgt in Salzburg pro Kopf 52.400 Euro, in Wien sind es 51.000 Euro und in Vorarlberg 48.500 Euro. Das zeigt die jüngste Erhebung der Statistik Austria. Gemessen an der Pro-Kopf-Wirtschaftsleistung sei Salzburg erneut das wirtschaftlich führende Bundesland Österreichs, sagt Rosenstatter.

Weiterhin kaum Wolken am Konjunkturhimmel

Derzeitige Geschäftslage: Nach wie vor bewerten Salzburgs Unternehmen die derzeitige Geschäftslage weit überwiegend und mit steigender Tendenz als gut oder zufriedenstellend. Bezeichneten die derzeitige Geschäftslage im Frühjahr 2019 noch 47 Prozent als "gut", so sind das im Herbst 2019 rund 49 Prozent. "Zufrieden" mit der derzeitigen Geschäftslage sind 42 Prozent (Frühjahr 2029: 43 Prozent). Betrachtet man die einzelnen Branchen, so beurteilen Gewerbe und Handwerk, Tourismus und Freizeitwirtschaft sowie die Mitglieder im Bereich Information und Consulting die aktuelle Lage am besten.

Erwartungen für die Geschäftslage in sechs Monaten: Die Betriebe gehen davon aus, dass die Konjunktur weiter gut trägt. Dass die Geschäftslage "gut" ausfällt erwarten 43 Prozent (Frühjahr 2019: 49 Prozent). Weiterhin nur ein kleiner Anteil der Unternehmen (8 Prozent) meinen, es würde schlechter (5 Prozent im Frühjahr 2019).

Eher positive Einschätzung für die weitere Zukunft: Was die erwartete Geschäftslage der nächsten Jahre betrifft, hat sich der Saldo aus guten und weniger guten Erwartungen wieder auf höherem Niveau eingependelt. Laut jüngster Umfrage rechnen 35 Prozent mit einem "eher besser" (Frühjahr 2019: 33 Prozent) und 53 Prozent (57 Prozent) mit einer gleichbleibenden Tendenz. Salzburgs Unternehmen bauen daher auf die Fortsetzung der anhaltend guten Lage. Im Tourismus und Freizeitwirtschaft sowie wieder in der Industrie sind die Erwartungen dabei am besten. Hier geben 46 Prozent der Sparte Tourismus und Freizeitwirtschaft und 47 Prozent in der Sparte Industrie an, mit einer verbesserten Geschäftslage über die nächsten sechs Monate hinaus zu rechnen.

Auftragsstand und Auftragserwartung: Der derzeitige Auftragsstand wird wieder leicht besser beurteilt. Derzeit sprechen 13 Prozent von Auftragsrückgängen. Das taten im Frühjahr 2019 noch 16 Prozent.

Kaum schlechte Auslastung: Nur wenig hat sich auch bei der guten Auslastung (Maschinen, Fuhrparks, Verkaufsflächen, Gästebetten etc.) gegenüber Frühjahr 2019 geändert: Als "optimal" bezeichneten im heurigen Herbst 41,7 Prozent der Betriebe die Auslastung, nach 38,6 Prozent im Frühjahr 2019. Knapp 41 Prozent sprechen von einer zufriedenstellenden Auslastung. Von Vollauslastung bzw. fehlenden Kapazitäten berichten 11,2 Prozent (12,1 Prozent im Frühjahr 2019). Der Anteil der schlecht ausgelasteten Betriebe ist von 7,9 Prozent auf 6,2 Prozent gesunken.

Ein Drittel der Firmen hat zu wenig Personal

Preisdruck leicht gesenkt. Nach 20 Prozent im Frühjahr geben nun 29 Prozent der befragten Unternehmen an, ihre Verkaufspreise erhöhen zu müssen (Herbst 2018: 30 Prozent). Auch bei Material- und Wareneinsatz rechnen 50 Prozent damit, dass die Kosten steigen werden.

Ertragslage: Alle drei Salden aus positiven und negativen Antworten sind bei der derzeitigen Ertragslage, bei der Ertragsentwicklung in den nächsten sechs Monaten und bei der Einschätzung der längerfristigen Tendenz im Herbst 2019 im positiven Bereich geblieben und zeigen einen leichten Aufwärtstrend.

Personalmangel bleibt drängendes Problem: 32 Prozent der Unternehmer - vor einem Jahr war dieser Wert bei 27 Prozent - geben an, dass sie zu wenig Personal haben. Mehr Personal wollen oder können 25 Prozent der Betriebe einstellen. Nach wie vor liegt der Hauptgrund dabei in den hohen Lohnnebenkosten und im Mangel an geeigneten Mitarbeitern. Von zu viel Personal berichten nur 7 Prozent (Frühjahr 5 Prozent) der Betriebe. Fast 67 Prozent wollen den Personalstand halten.

Quelle: SN

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