Wirtschaft

Salzburger Unternehmen exportiert Sicherheit

Die Londoner U-Bahn zählt zu den Kunden von Commend in der Salzburger Saalachstraße. Und immer mehr Schulen: Die in Liefering erzeugte Technik managt im Fall des Falls die Evakuierung.

Der schalltote Raum ist der ganze Stolz von Commend. Er hat so viel gekostet wie ein Einfamilienhaus. Die Techniker brauchen ihn zur messtechnischen Erfassung und Optimierung der Mikrofone und Lautsprecher, im Marketing-Leiter Jörg Weisser.  
Der schalltote Raum ist der ganze Stolz von Commend. Er hat so viel gekostet wie ein Einfamilienhaus. Die Techniker brauchen ihn zur messtechnischen Erfassung und Optimierung der Mikrofone und Lautsprecher, im

Auf den ersten Blick sehen sie aus wie Gegensprechanlagen. Nicht viel dahinter? Das zu glauben wäre ein Irrtum. Commend in Liefering produziert gefinkelte Kommunikationsanlagen und kommt vornehmlich dann ins Spiel, wenn es um Sicherheit geht. Das 200-Mitarbeiter-Unternehmen in der Saalachstraße setzt aktuell auf drei Schwerpunkte: die Gebäudesicherheit, die Industrie sowie Transport und Infrastruktur. So findet sich die Technik aus Salzburg etwa in den U-Bahnen von London oder Madrid sowie entlang vieler Produktionsstraßen in der Lebensmittel- und Pharma- bis hin zur Schwerindustrie. Auch von diversen Notrufknöpfen in Parkhäusern oder Liften kennt man den Schriftzug.

Über 90 Prozent der in Liefering entwickelten und gefertigten Anlagen gehen in den Export, am öftesten nach Deutschland und in die USA, aber auch die Märkte in Indien, China und der Mittlere Osten wachsen, erklärt Marketing-Manager Jörg Weisser. Er nennt sein Unternehmen einen "hidden champion", den man auswärts fast besser kenne als in der Heimatstadt. Vertriebsstellen gibt es mittlerweile auf allen Kontinenten. Der Jahresumsatz der Commend-Gruppe mit gesamt knapp 450 Mitarbeitern beträgt rund 70 Millionen Euro. Seit 2014 gehört das Unternehmen, das ein Salzburger in den 70er-Jahren gegründet hatte, zu der holländischen Gruppe TKH.

Die Zeichen stehen gut. Die Nachfrage nach Sicherheit steigt allerorts. Einen großen Wachstumsbereich stellen die so genannten Notfallgefahrenreaktionssysteme dar. Als komplett neuer Markt kristallisiert sich dabei - man glaubt es kaum - das Schulwesen heraus. "Hintergrund sind Gewalttaten, die vielerorts leider zum Alltag gehören. Da beginnt der Staat nun Normen zu setzen", erklärt Weisser. Mit den Systemen aus Liefering lässt sich der "Herd" aktualisieren und etwa im Falle eines Amoklaufs rasch evakuieren.

Großer Wert wird bei Commend auf Beständigkeit gelegt. Obwohl manche Anlagen 30 Jahre alt sind, lassen sie sich für die Kunden nachrüsten. Eine Reihe von Ingenieuren und Akustikern tüftelt am Optimum der Sprachqualität. Dafür wurde ein schalltoter Raum eingerichtet, der rund eine Million Euro gekostet hat. "Hier gibt es kein Echo, keine Hintergrund-Geräusche, die das Messergebnis verfälschen", sagt Volker Schiffkorn bei einem Rundgang. Er ist so etwas wie ein Mann der ersten Stunde bei Commend. Seit über 30 Jahren arbeitet er für das Unternehmen. Die Fluktuation ist niedrig. Was man heute modern als "Employer Branding" bezeichnet, entspricht bei Commend der Philosophie des Firmengründers: "Der Mensch steht im Mittelpunkt." Das Haus in der Saalachstraße hat ein Feng Shui Experte mitaufgebaut, die Mitarbeiter erhalten Snacks und sportliche Angebote von ihrem Arbeitgeber. Sie bilden sich in einer eigenen Commend Academy beständig weiter. "Einmal Commend, immer Commend", soll nach Weisser das Motto im Team wie bei den Kunden sein. Daten & Fakten - Salzburg: ein Export-Land

Produkte und Dienstleistungen aus Salzburg sind weltweit gefragt. Der Warenwert der Exporte ist 2017 auf 12,01 Mrd. Euro gestiegen. Das ist gegenüber dem Wert von 2015 mit 10,55 Mrd. Euro ein Anstieg von 14 Prozent. Diese Zahlen präsentierte die Wirtschaftskammer vorige Woche nach ihrer zweijährlichen Exporterhebung.

better than the rest. Salzburg liegt damit über dem Wachstum der bundesweiten Exporte, die um 7,9 Prozent gestiegen sind. Waren aus Salzburg werden derzeit in 184 Länder exportiert. Wobei Deutschland mit 23,5 Prozent nach wie vor der wichtigste Markt ist, gefolgt von den USA mit 18,7 Prozent. 59% der Exporterlöse werden durch die zehn größten Exporteure realisiert, 30 Firmen bestreiten 79% des Gesamt-Exportvolumens.

Zu den Top-30-Exporteuren zählen etwa die Alpenrind, BMW, dm drogeriemarkt, Mayer&Co Beschläge, Mubea Carbo Tech sowie Red Bull und Palfinger, die in der Rangliste weit vorn liegen.

Aufgerufen am 20.08.2018 um 12:53 auf https://www.sn.at/salzburg/wirtschaft/salzburger-unternehmen-exportiert-sicherheit-28908133

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