Wirtschaft

Salzburger verkaufen "Kaffee" aus gemahlenen Wildpistazien

Pistaccino schmeckt nach gerösteten Wildpistazien. Die Idee kommt aus Anatolien: Schülern serviert man dort das Getränk vor Prüfungen.

Max Genböck und Werner Purkhart präsentierten Pistaccino im Arte Vida in Salzburg. SN/robert ratzer
Max Genböck und Werner Purkhart präsentierten Pistaccino im Arte Vida in Salzburg.

Im Glas ähnelt der Pistaccino einem Milchkaffee: hellbraun und ein Häubchen aus Milchschaum darauf. Nur die kleinen Pistazienstückchen geben einen Hinweis, dass dieses Getränk nicht aus Kaffeebohnen entstanden ist. Für den Pistaccino würden Wildpistazien in der Türkei gepflückt, getrocknet, geröstet und gemahlen, sagt Max Genböck. Er hatte bei einem Besuch in Anatolien die Idee, den Pistazienkaffee nach Salzburg zu bringen. "Er schmeckt milch-samtig, ein bisschen nach Kakao, Schokolade und Röstaroma."

In Anatolien serviere man Kindern vor Prüfungen einen Pistazienkaffee. "Er ist gut für das Gehirn. Das Getränk hat viel Vitamin B, E und ungesättigte Fettsäuren", sagt Werner Purkhart, der Geschäftspartner von Genböck. Der Pistaccino sei zudem koffeinfrei.

Max Genböck präsentierte am Dienstag Pistaccino im Arte Vida in Salzburg. 2,5 Jahre hat er am Produkt gefeilt. Die dickflüssige Masse, die der Salzburger in Gläser füllt, rührt man mit Halbfettmilch oder veganen Milcharten an und kocht sie auf. Die Masse bestehe nur aus Wildpistazien.

Wie bereitet man Pistaccino zu, Max Genböck?

Ab Donnerstag sind die Gläser im Webshop erhältlich, bald sollen Delikatessenläden und gehobene Gastronomie folgen. Im Favorite Kamer in der Paris-Lodron-Straße in Salzburg gibt es Pistaccino bereits. Im Webshop kostet ein 200 Milliliter-Glas 9,60 Euro. "Damit kann man 30 Portionen Pistazienkaffee kochen", sagt Genböck.

Pistazienkaffee sei ein regionales Phänomen in Anatolien. In anderen Teilen der Türkei sei das Getränk nicht bekannt. Das soll sich ändern: "Wir haben Anfragen aus Istanbul, aber auch New York", sagt Genböck. Von Salzburg aus solle die Wildpistazie den Siegeszug antreten. "Österreich, Deutschland, Saigon: Pistaccino will in die Welt hinaus."

Davon profitierten auch die Einwohner Anatoliens, sagt Genböck. Pro verkauftem Kilo fließe ein Euro an die Universität in Gaziantep, die das Geld an die Pflücker verteilt. "So werden die Familien besser entlohnt. Die Pistazienpflücker sind arme Menschen, die in einem krisengeschüttelten Gebiet leben." Die Arbeit sei mühsam: Wilde Pistazienbäume wachsen verstreut und tragen erst nach 75 Jahren.

Aufgerufen am 20.08.2018 um 02:31 auf https://www.sn.at/salzburg/wirtschaft/salzburger-verkaufen-kaffee-aus-gemahlenen-wildpistazien-12449056

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