Wirtschaft

Salzburgs Gastronomie erhöhte Preise deutlich über der Inflationsrate

Kritik an den Preisen in Salzburgs Gastronomie hat am Donnerstag die Salzburger Arbeiterkammer geübt. Die Wirtschaftskammer lässt das nicht auf sich sitzen.

Salzburgs Gastronomie erhöhte Preise deutlich über der Inflationsrate SN/bernhard schreglmann
Symbolbild.

Essen und Trinken im Wirtshaus sei seit dem Vorjahr durchschnittlich um vier Prozent teurer geworden, während der Verbraucherpreisindex im selben Zeitraum nur um 0,6 Prozent gestiegen ist. Die prozentuell stärkste Steigerung gab es bei Frankfurter mit Gebäck mit einem Plus von zwölf Prozent.

"Diese jährlichen, überproportionalen Preisanstiege bekommen leider schön langsam Tradition, die Gastronomiepreise entwickeln sich immer mehr zum Inflationstreiber", kritisierte AK-Präsident Siegfried Pichler in einer Aussendung. Diesen Trend bestätigt der Fünf-Jahres-Vergleich der Konsumentenschützer: Seit der Erhebung 2011 stiegen die Preise um 14,52 Prozent, während der VPI in dieser Zeit nur um 7,5 Prozent in die Höhe geklettert ist.

Im Jahresvergleich blieb bei 57 Prozent der Produkte der Preis gleich, bei 40 Prozent kam es zu einer Verteuerung und bei drei Prozent wurde der Preis gesenkt. Mit einem gesalzenen Anstieg um 12,1 Prozent im Schnitt wurden Frankfurter mit Gebäck von allen Produkten am kräftigsten erhöht. Die zweithöchste Verteuerung trifft Eisfreunde: Bananensplit kostet heute um 9,2 Prozent mehr als noch vor einem Jahr. Mehlspeisen-Liebhaber müssen ebenfalls tiefer ins Geldbörsel greifen - der Apfelstrudel wurde durchschnittlich um 7,6 Prozent teurer. Bei den Getränken verzeichnete der Apfelsaft mit plus 4,2 Prozent die im Schnitt stärkste Preissteigerung, die Halbe Bier wurde um 2,4 Prozent teurer.

Viele Gastronomen verlangen Geld für Leitungswasser

Aufgefallen ist den Erhebern, dass immer mehr Betriebe für Leitungswasser Geld verlangen - heuer 13 von 32 (41 Prozent) Lokalbetreibern. Im Jahr 2015 waren es zwölf Betriebe, 2013 erst sieben Lokale und vor zehn Jahren verlangte lediglich ein Wirt etwas. Zwischen 0,30 und 0,60 Euro wurden für 0,25 bzw. 0,33 Liter Leitungswasser verlangt. Allerdings wollten nur drei der 13 Betriebe bei gleichzeitiger Konsumation einer Speise Geld für Wasser sehen. Zehn Lokale verzichteten trotz Preisauszeichnung in der Karte auf eine Verrechnung, wenn man dazu etwas konsumiert.

Die heurige Gastronomie-Preiserhebung der Arbeiterkammer Salzburg fand von Anfang bis Mitte September 2016 in 32 Gastronomiebetrieben der Stadt Salzburg statt. Davon waren acht Kaffeehäuser, der Rest waren Restaurants oder Gasthäuser. Dabei werden seit Jahren immer die gleichen Betriebe bezüglich ihrer Preisgestaltung von 25 ausgewählten Produkten beobachtet.

Die Wirtschaft reagiert verärgert auf die Kritik der Arbeiterkammer

Verärgert reagiert die Wirtschaftskammer auf die Kritik. Tourismusobmann Albert Ebner wehrt sich gegen eine "Verunglimpfung". "Belastungen für Betriebe haben sich vielfach erhöht. Höhere Mehrwertsteuer und Lohnkosten sowie die ausufernde Bürokratie wirken sich natürlich auch auf die Preise aus."

"Die jährlich wiederkehrenden Untersuchungen der AK zum Arbeitsmarkt sowie zur Preisentwicklung in der Tourismuswirtschaft bzw. Gastronomie dienen leider nur einem unverständlichen Zweck: Den Konjunktur- und Beschäftigungsmotor Tourismus schlechtzureden. Die Verunglimpfungen einer Branche helfen niemandem. Wir stehen nicht als Prügelknabe der AK zur Verfügung", sagt Ebner, selbst Wirt in Hintersee.

Er relativiert die Preisvergleiche der AK. "Es ist ein Unterschied, ob ich meine Würstel im Großmarkt oder beim Biofleischer einkaufe. Dort zahlt der Gastronom teilweise das Fünffache. Das schlägt sich natürlich auch am Endpreis nieder." Ähnlich sei es beim Tee. Auch dort gebe es unterschiedliche Qualitäten und Größen bei den Tassen. "Höchste Qualität, die alle verlangen, hat ihren Preis", so der WK-Vertreter.

Quelle: Apa/SN

Aufgerufen am 22.08.2018 um 04:09 auf https://www.sn.at/salzburg/wirtschaft/salzburgs-gastronomie-erhoehte-preise-deutlich-ueber-der-inflationsrate-998026

Schlagzeilen