Wirtschaft

Salzburgs Industrie "zu Tode erschrocken" wenn CETA nicht kommt

Die Salzburger Industriellenvereinigung geht davon aus, dass trotz der Ablehnung Belgiens das Freihandlesabkommen mit Kanada kommen wird. Die Unternehmer erhoffen sich davon einen Wirtschaftsschub.

Die fehlende Zustimmung Belgiens zum CETA-Freihandels-Abkommen wurde am Dienstag auch in der Salzburger Franz-Josef-Straße, dem Sitz der Industriellenverinigung Salzburg (IV), besprochen. Deren Präsident, Peter Unterkofler, geht trotz der Ablehung davon aus, dass alle EU-Staaten das Abkommen am 27.10. unterschreiben werden. "Immerhin haben wir sechs Jahre verhandelt, es wäre auch für unsere Handeslpartner unverständlich, wenn das Abkommen jetzt nicht in Kraft träte."

Salzburgs Industrie hofft auf CETA

Salzburgs Industrielle setzen hohe Erwartungen in das Freihandelsabkommen mit den Kanada. Immerhin habe Salzburg mit dem Staat ein Handeslvolumen von 160 Millionen Euro, sagt Unterkofler. Durch den Wegfall von Handeslhemmnissen sparten sich Salzburger Betriebe sechs bis acht Millionen Euro im Jahr. "Würde CETA nicht kommen, könnten wir nicht von der prognostizierten Steigerung des Handelsvolumens von 50 Prozent in den kommenden zehn Jahren profitieren", sagt IV-Präsident Peter Unterkofler.

"Zu Tode erschrocken, wenn CETA nicht kommt"

Konkrete Auswirkungen des Freihandelsabkommen schildert der Unternehmer Nick Kraguljac, Geschäftsführer der Zell Metall mit 80 Mitarbeitern. Sein Unternehmen exportiert 14 Prozent seiner Güter in den Nordamerikansichen Raum. "Für uns ist das Abkommen extrem wichtig", sagt Kraguljac. Ein ählniches Abkommen mit Südkorea habe die dortigen Aktivitäten bereits um 35 Prozent gesteigert. Der Wegfall der Zollkosten könnte woanders investiert werden. "Wir haben im vergangenen Jahr 165.000 Euro an Zollkosten ausgegeben. Das wären vier zusätzliche Mitarbeiter inklusive Lohnnebenkosten." Zudem wäre eine Vereinheitlichung von Normen eine große Erleichterung für Zell Metall. "Wir wären zu Tode erschrocken, wenn sich die Valonen tatsächlich gegen CETA aussprechen und das Abkommen nicht in Kraft tritt", sagt Nick Kraguljac.

"Warum diskutieren wir überhaupt?"

Erleichterungen erhofft sich auch Andreas Wimmer, Geschäftsführer von Wimmer Hartstahl mit Sitz in Thalgau. Sein Unternehmen exportiert zehn Prozent seiner Güter in die USA. Er beklagt vor allem die unübersichtlichen Zollbestimmungen. "Wir produzieren rund 130 verschiedenen Produkte. Manche sind zollfrei, manche nicht, bei einigen weiß ich nicht einmal, welche Tarife da drauf sind." Es sei sehr aufwendig für seine Mitarbeiter, die Zollbestimmungen korrekt einzuhalten. "Wenn einmal etwas beanstandet wird, liegt die Ware oft lange in einem Zolllager. Und ab dem dritten Tag muss man die Lagerung zahlen." Andreas Wimmer möchte sich gar nicht ausmalen, was passiere, wenn CETA nicht käme. "Wenn uns Prügel vor die Füße geworfen werden ist das nicht gut für den Standort. Warum diskutieren wir überhaupt?"

Quelle: SN

Aufgerufen am 26.09.2018 um 02:47 auf https://www.sn.at/salzburg/wirtschaft/salzburgs-industrie-zu-tode-erschrocken-wenn-ceta-nicht-kommt-963526

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