Wirtschaft

Salzburgs Wirtschaft geht mit Optimismus ins Jahr 2019

Das zeigt die neueste Konjunkturumfrage der WKS. Einzig der Fachkräftemangel ist ein Problem.

Die Auslastung ist für 38 Prozent der Betriebe optimal.  SN/ap
Die Auslastung ist für 38 Prozent der Betriebe optimal.

Auch im dritten Jahr des Aufschwungs zeigen Salzburgs Unternehmen Optimismus, was die derzeitige und zukünftige Geschäftslage betrifft. Leichte Abschwächungstendenzen, wie etwa in Deutschland beobachtbar, sind in Salzburg noch kaum zu sehen. "Salzburgs Unternehmerschaft zeigt sich noch relativ unbeeindruckt von den internationalen Unsicherheiten wie Brexit oder angedrohten Handelskriegen", sagt WKS-Präsident Konrad Steindl. Das spreche für Stabilität und Leistungsfähigkeit der Betriebe und für Selbstbewusstsein im Wettbewerb.

Die WKS hat mehr als 600 Salzburger Unternehmen aus allen Branchen befragt. "Nach einer leichten Unsicherheit im Mai 2018 haben jetzt nahezu alle befragten Unternehmen wieder mit Optimismus Fahrt aufgenommen", sagt Steindl. "2019 dürfte für Salzburgs Wirtschaft ein weiteres gutes Jahr werden." So bewerten Salzburgs Unternehmen die derzeitige Geschäftslage nach wie vor weit überwiegend als gut oder zufriedenstellend, und das in nahezu allen Branchen. 48 Prozent (Frühjahr 2018: 45 Prozent) gaben im Spätherbst 2018 an, die Geschäftslage sei "gut", 43 Prozent bezeichnen sie als zufriedenstellend (Frühling 2018: 45 Prozent). Die Erwartungen für die nächsten sechs Monate fallen noch einmal etwas positiver aus. 47 Prozent der Unternehmen (Mai 2018: 44 Prozent) glauben, die gute Geschäftslage verbessere sich weiter. Weiterhin gehen nur 6 Prozent (6 Prozent im Mai 2018) davon aus, dass sich die Geschäftslage verschlechtert. Was die erwartete Geschäftslage der nächsten Jahre betrifft, hat sich der positive Saldo nach dem Mai 2018 wieder nach oben bewegt - die mittel- bis längerfristigen Erwartungen bleiben damit auf hohem Niveau.

Als "optimal" bezeichneten im vergangenen Herbst 38 Prozent der Betriebe die Auslastung (Maschinen, Fuhrparks, Verkaufsflächen, Gästebetten etc.), nach 37 Prozent im Mai 2018. Mehr als 44 Prozent sprechen von einer zufriedenstellenden Auslastung. Von Vollauslastung bzw. fehlenden Kapazitäten berichten 11 Prozent (Mai 2018: 13 Prozent). Der Anteil der schlecht ausgelasteten Betriebe ist geringfügig von 6,5 Prozent auf 6,7 Prozent gestiegen. Allerdings betonen derzeit 27 Prozent der Unternehmer, dass sie zu wenig Personal haben. Mehr Personal werden aber aktuell nur ein Fünftel der Betriebe einstellen. Der Hauptgrund liegt im Mangel an geeigneten Mitarbeitern. Mehr als 71 Prozent der Betriebe wollen daher ihren Personalstand halten. Von zu viel Personal berichten nur 5 Prozent.

Unternehmen zufrieden mit Bund und Land

Für den WKS-Präsidenten ist die gute Stimmung auf einen Maßnahmenmix in Bund und Land zurückzuführen. Die Unternehmen würden positive wahrnehmen, dass bei den Rahmenbedingungen Fortschritte gemacht werden, etwa bei der Flexibilisierung der Arbeitszeiten. Das Land Salzburg wiederum habe 2018 gemeinsam mit der WKS wichtige bildungspolitische Maßnahmen eingeleitet, die positiv auf Stimmung und Standortqualität wirkten, wie etwa eine Informatik-HTL oder Investitionen in Höhe von 33 Millionen Euro für die Erneuerung der Tourismusschulen Klessheim. Ebenso würden wegen der Wirtschaftsförderung mehr KMU investieren. "Das ergibt zusätzlichen Rückenwind für die Betriebe", sagt Steindl. "Salzburg bewegt sich somit weiter auf dem Wachstumspfad."

2019 wolle die WKS mit dem Land und anderen Partnern wichtige Vorhaben starten. Das Ziel: Salzburg zum führenden Bundesland in der Lehrlingsausbildung machen, die Voraussetzungen dafür seien dank steigender Lehrlingszahlen gut. Vor allem werde man sich verstärkt an die Zielgruppe der Maturanten wenden. Durch den Ausbau der Informatik-HTL in St. Johann wolle die WKS langfristig die Ausbildung von IT-Fachkräften absichern. Ebenso soll der Fachhochschulstandort Salzburg gestärkt werden. Von besonderer Bedeutung ist für Steindl die Regelung für Plattformen wie Airbnb, die Mitte 2019 in Kraft treten soll, um endlich Wettbewerbsgleichheit gegenüber der Tourismusbranche schaffen zu können.

"Wettbewerbsfähigkeit statt Sozialausbau"

Salzburgs WKS-Präsident Konrad Steindl spricht vom "Gesamtkunstwerk Salzburg", das 2019 ausgebaut werden soll: "Das ist eine bestens in der EU platzierte Region, mit wirtschaftlichen Spitzenleistungen, mit Verankerung im Mittelstand und einer Perspektive hin auf Zukunft, Digitalisierung und Innovation - und mit einer gemeinsamen Standortpolitik von Wirtschaft und Landespolitik, die bewiesen hat, dass sie Zukunftslösungen schaffen kann."
Von der Bundesregierung erwartet sich Konrad Steindl eine Fortsetzung des Entlastungskurses, etwa bei der Senkung der Lohnnebenkosten. Die Senkung des Unfallversicherungsbeitrags ab Anfang 2019 um 0,1 Prozentpunkte müsse als erste Etappe zu mehr betrachtet werden. Spielräume zur Senkung gäbe es genug: beim Insolvenzentgeltsicherungsfonds, beim Familienlastenausgleichfonds, beim Arbeitslosenversicherungsbeitrag auch für Arbeitgeber.

Eine besondere Chance für den Standort stelle die geplante Steuerreform 2019 dar, sagt Steindl: "Eine Entlastung darf nicht einseitig erfolgen, sondern muss vor allem den Unternehmen helfen, mehr Freiraum für Investitionen, Beschäftigung und Innovation zu bekommen. Die Wirtschaft fordert eine wirksame Senkung der Körperschaftsteuer, eine rechtsneutrale Entlastung der Betriebe und eine allgemeine Tarifreform." Auch wenn die Konjunktur noch gut trage, die strukturellen Dauer-Defizite Bürokratie-Last und zu hohe Arbeitskosten müssten gelöst werden. "Nicht der Sozialausbau, sondern die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen müssen weiterhin im Zentrum der politischen Bemühungen stehen."

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