Wirtschaft

Seit zwei Jahren in Wien unter Strom

Mit Michael Strebl steht ein Salzburger an der Spitze des größten Energieversorgers Österreichs, bei dem künftig Nachbarn Strom tauschen können.

Zu den 600 E-Ladestationen der Wien Energie kommen 1000 neue dazu – in dem sich Bürger daran beteiligen. „Ohne den Verkehr gibt es keine Energiewende“, meint Strebl. SN/wien energie/martin lusser
Zu den 600 E-Ladestationen der Wien Energie kommen 1000 neue dazu – in dem sich Bürger daran beteiligen. „Ohne den Verkehr gibt es keine Energiewende“, meint Strebl.

Nach 22 Jahren bei der Salzburg AG hat Michael Strebl 2016 den Energieversorger gewechselt - beruflich. Seit Oktober 2016 ist der 53-jährige Salzburger Vorstand der Wien Energie. Mit zwei Millionen Kunden und 2568 Mitarbeitern ist das der größte Energieversorger Österreichs.

Doch auch der erlebt gerade einen Umbruch. "Wien wächst jährlich um 25.000 Menschen. Das ist Jahr für Jahr praktisch die Größe von Hallein. Den Tanker muss man da auf einen neuen Kurs bringen", sagt Strebl. Hinzu kommen 100 Anbieter in Wien, die am Energiemarkt mitkämpfen, und der Stromverbrauch, der stetig mehr wird. Die Wien Energie als Platzhirsch sucht daher nach neuen Lösungen. "Blockchain" lautet eine Antwort darauf. Die einfache Erklärung dafür: Nachbarn sollen untereinander Strom tauschen können. Der Gedanke dahinter: Wer im Juli auf Urlaub ist, braucht den Strom seiner Photovoltaikanlage nicht. Aber vielleicht der Nachbar, um das Elektroauto zu laden. Quasi ein Handelssystem untereinander. Abgerechnet wird über eine Plattform. Die Wien Energie plant den Einsatz der ersten Blockchain-Infrastruktur im Stadtentwicklungsgebiet "Viertel Zwei" (Leopoldstadt).

Auch die E-Mobilität ist ein Geschäftsfeld. 600 Ladestationen hat die Wien Energie bereits in Betrieb, jetzt folgen weitere 1000 Stromtankstellen. "Ohne den Verkehr gibt es keine Energiewende", sagt Strebl. Um die 1000 Ladestationen bauen zu können, wurden die Bürger eingeladen, sich zu beteiligen - mit Anteilsscheinen. 15.000 Euro kostet der Bau einer Ladestation, ab 200 Euro konnten sich die Wiener beteiligen und haben das in überraschend großer Zahl getan. "8500 Leute haben sich beteiligt. Es ist jetzt auch deren Projekt. Genau das muss ein Energieversorger in der heutigen Zeit machen. Kunden mit einbinden und nicht von oben herab diktieren." Nach Salzburg zurück zieht es den Manager vorerst nicht. "Ich fühle mich in Wien ganz gut aufgehoben."

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