Wirtschaft

Selbstfahrender Bus wird drei Jahre durch Salzburg kurven

Was kann ein selbstfahrender Bus leisten - und was nicht? In Koppl wurde damit sieben Monate lang Erfahrung gesammelt. Jetzt gibt es einen neuen Anlauf - und einen neuen Bus aus Frankreich.

So sieht der neue Bus aus - fotografiert kurz nach seiner Ankunft in Salzburg. SN/salzburg research
So sieht der neue Bus aus - fotografiert kurz nach seiner Ankunft in Salzburg.

Der landeseigenen Forschungsgesellschaft Salzburg Research ist 2017 ein Coup gelungen: Sie hat vom Verkehrsministerium die Genehmigung erhalten, erstmals in Österreich einen selbstfahrenden Kleinbus zu testen - in der kleinen Flachgauer Gemeinde Koppl.

Nun steht ein Nachfolgeprojekt kurz vor dem Start: Ein Konsortium unter Leitung der Salzburg Research wird den Betrieb von automatisierten Shuttles in den kommenden drei Jahren erforschen und erproben. Das dazu nötige Fahrzeug des französischen Herstellers EasyMile ist am Dienstag in Salzburg eingetroffen. Bevor der Bus zu Testzwecken auf öffentlichen Straßen im Bundesland kurven wird, macht er bei der TRA2108, der Transport Research Arena, einer Fachmesse in Wien, Station.

Der im Vorjahr getestete selbstfahrende Kleinbus brachte aber auch die Grenzen und Herausforderungen dieser Technologie zutage: Zwar wurden in über 240 Testfahrten 874 Personen befördert. Die Fahrleistung des Geräts sei jedoch unter den Erwartungen geblieben, sagt Projektleiter Karl Rehrl: "Das getestete Modell ist maximal in Automatisierungsstufe 3, also ,bedingte Automatisierung', einzustufen. Das bedeutet, dass ein menschlicher Operator für viele Fahrmanöver unerlässlich ist, um sie zu überwachen und freizugeben."

2017 wurde der alte Bus vom Koppler Bgm. Rupert Reischl, dem damaligen Landesrat Hans Mayr und Siegfried Reich (Salzburg Research) empfangen.  SN/veigl
2017 wurde der alte Bus vom Koppler Bgm. Rupert Reischl, dem damaligen Landesrat Hans Mayr und Siegfried Reich (Salzburg Research) empfangen.

Denn das Shuttle konnte ausschließlich vordefinierte Strecken - die dem Gerät zuvor "eingelernt" wurden - automatisiert bewältigen. Weiters sei die Maschine nur beschränkt fähig gewesen, die Fahrumgebung zu überwachen und darauf zu reagieren, sagt Rehrl: "So halten diese Fahrzeuge beispielsweise bei Hindernissen - auch wenn es nur ein in die Straße hineinhängender Ast ist - zuverlässig an. Sie sind jedoch nicht in der Lage, dem Hindernis auszuweichen. Diese Aufgabe musste die Begleitperson manuell übernehmen." In Koppl wurde daher jede Testfahrt mit einem Operator oder einer Operatorin an Bord durchgeführt. Auch beim Linksabbiegen oder dem Ausfahren aus Bushaltestellen musste die Begleitperson mithelfen. Weiters stellte der Winter den Bus oft vor Probleme: Testfahrten bei Schnee oder zu heftigem Regen mussten daher abgebrochen werden. Und: Eine der größten Herausforderungen ist das Zusammenspiel mit anderen Verkehrsteilnehmern. Rehrls Conclusio: "Eine Einführung hoch- bzw. vollautomatisierter Fahrzeuge auf zweckbestimmten, abgesperrten bzw. gekennzeichneten Strecken wäre bereits jetzt möglich. Ein Einsatz auf öffentlichen Straßen ist jedoch erst in einigen Jahren realistisch."


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