Wirtschaft

Skiausrüstung: Enorme Preisunterschiede beim Verleih

107 Angebote für Skiausrüstungs-Verleih hat die AK erhoben. Wo es am günstigsten ist.

 SN/heinz bayer

Touristen, Anfänger und Wiedereinsteiger, Wenigfahrer oder Kinder, deren Eltern sich nicht jedes Jahr eine neue Ausrüstung für ihren Nachwuchs leisten können oder wollen: Die Kundschaft von Skiverleihern ist vielfältig. Die Preisunterschiede für den Verleih sind groß, zeigt eine Erhebung der Arbeiterkammer (AK). Sich für einen Tag Skier auszuborgen, kostet je nach Region zwischen acht und 37 Euro - eine Differenz von 363 Prozent.

AK-Präsident Peter Eder empfiehlt vor allem Familien, die Augen nach günstigen Leihangeboten offen zu halten. Fast alle Anbieter und ihre Preise seien online zu finden. "Vor dem Skitag online recherchieren und dabei gleich seine Ausrüstung buchen, kann einiges an Geld sparen." Zwei Drittel gewähren einen Bonus, wenn man online bucht. Die AK-Konsumentenschützer haben Preisnachlässe zwischen zehn und 30 Prozent für Online-Buchungen gefunden.

Zudem gebe es Rabatte oder Vergünstigungen für Familien - etwa Kinderhelme gratis zu den gemieteten Ski dazu. Die häufigste Variante ist, dass Kinder bis zehn Jahre gratis die Ausrüstung leihen können, wenn auch zwei Erwachsene leihen. Manchmal reicht auch schon ein Erwachsener, damit das Kind umsonst fährt. Manche Anbieter geben auch verschiedene Vergünstigungen ab mehreren Kindern. "Wenn also die gesamte Familie eine Ausrüstung benötigt, kann hier einiges gespart werden", sagt Erhebungsleiter Christian Obermoser. Auch beim Skiservice sind je nach Region große Unterschiede festzustellen. Frisch gewachste "Brettln" sind mancherorts schon für vier, andernorts erst für 14 Euro zu haben - Differenz: 250 Prozent.

Ganz generell seien die Preise für eine geliehene Ausrüstung in den vergangenen fünf Jahren überproportional gestiegen - im Schnitt um 28,3 Prozent. Zum Vergleich: Der VPI habe im selben Zeitraum um 7,7 Prozent zugenommen. Egal ob lediglich Wachsen, kleines (Wachsen, Belag und Kanten schleifen) oder großes (zusätzlich auch Belag ausbessern) Service: Auch hier seien die Kosten über dem VPI gestiegen. Und zwar im Schnitt um das Doppelte seit der letzten AK-Erhebung 2013. Aktuell betrage die durchschnittlichen Preisdifferenzen beim großen Service 105 Prozent (22 bis 45 Euro), beim kleinen Service 100 Prozent (15 bis 30 Euro) und beim Wachsen 250 Prozent (vier bis 14 Euro).

Preisunterschiede bei Erwachsenen am größten

Alter der Person, Dauer der Miete sowie Umfang und Qualität der Ausrüstung sind jene Kriterien, die den Preis bestimmen. "Die Preisunterschiede sind bei den Erwachsenen am höchsten", sagt Erhebungsleiter Christian Obermoser, " Bis zu 363 Prozent kann jener, ausgehend vom günstigsten Angebot, bei einer eintägigen Skimiete betragen." Bemerkenswert seien die Preisstaffelungen bei längerer Mietdauer: Der siebte Tag ist oft "geschenkt". Sieben Tage sind im Schnitt zum Preis von 4,67 Eintagesbuchungen zu haben. Eine Woche Skier ausleihen kostet demnach zwischen 56 und 141 Euro (Differenz 152 Prozent).

Mit einer Ausnahme wurden überall unterschiedliche Qualitätsstufen bei den Skiern für Erwachsene angeboten. Das hat natürlich Auswirkungen auf den Preis: Im Schnitt sind für das qualitativ hochwertigste Angebot fast Zweidrittel des Mietpreises aufzuschlagen (+62 Prozent).

Weitere Ausrüstungsgegenstände und ihre Preise

* Skischuhe: zwischen 4 und 19 Euro pro Tag sowie 20 bis 70 Euro für 7 Tage
* Stöcke: zwischen 1 und 6 Euro pro Tag sowie 7 bis 25 Euro für 7 Tage
* Helm: zwischen 2 und 10 Euro pro Tag sowie 11 bis 42 Euro für 7 Tage


Bezirksvergleich zeigt hohe Preisunterschiede

Innerhalb eines Ortes seien die Preise ähnlich, sagt Obermoser. "Oft haben Anbieter im gleichen Ort ähnliche Preise und Rabatte." Im Bezirksvergleich zeigten sich aber hohe Unterschiede: "Es ist so, dass in großen, prominenten Skigebieten auch das Leihangebot entsprechend hochpreisiger ausfällt."

Die Unterschiede seien laut Erhebung vor allem bei der Tagesmiete enorm. So koste etwa das Erwachsenen-Set im Pinzgau um 80 Prozent mehr als im Tennengau. Interessantes Detail: Der Fokus sei Innergebirg nicht auf den Tagesausflügler, sondern auf den Skiurlauber gerichtet. Miete man die gleiche Ausrüstung für eine ganze Woche, dann schmilzt der Unterschied auf 20 bis 36 Prozent im Vergleich zum Tennengau.

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