Wirtschaft

Skigebiet Gaißau: Keine Gratis-Liftkarten mehr

Zu Saisonbeginn versprachen die Gaißauer Bergbahnen Kindern bis zehn Jahren und Senioren ab 70 Jahren kostenloses Skivergnügen. Damit ist Schluss.

Ein Schild weist Skifahrer beim Ticketverkauf darauf hin, dass der Masseverwalter die Gratiskarten für Kinder und Senioren ab 70 Jahren untersagt habe. Der Masseverwalter ist der Halleiner Rechtsanwalt Wolfgang Hochsteger. "Es tut mir leid, es liegt nicht an mir. Das Gesetz sieht vor, dass in einem Insolvenzverfahren das Vermögen der Schuldnerin (Anm.: der Gaißauer Bergbahnen) nicht geschmälert werden darf", erklärt er. Die meisten Skifahrer hätten Verständnis dafür gehabt, "einige wenige haben sich mokiert." Er habe die Gratiskarten für Kinder und Senioren sofort abgestellt, als er davon erfahren habe. Das gelte auch für Saisonkarten. "Es war aus meiner Sicht wirtschaftlich sehr unglücklich, so etwas überhaupt anzubieten", sagt Hochsteger. Die Gratis-Saisonkarten, die vor der Konkurseröffnung ausgestellt worden seien, werde er beeinspruchen. Eine Ausnahme seien jene für minderjährige Kinder, denn diese seien rechtlich gesehen gänzlich (bis sieben Jahre) oder teilweise (sieben bis 14 Jahre) geschäftsunfähig.

Ab 4. Februar herrscht Vollbetrieb

Am 16. Jänner wurde beim Landesgericht Salzburg das Insolvenzverfahren eröffnet. Der chinesische Hauptgesellschafter Zhonghui Wang (75 Prozent) wolle dem Vernehmen nach die Schulden loswerden, bevor er neu investiere.

Teil des Sanierungsplans ist es, die Lifte bis zum Ende der Saison (31. März) weiter zu betreiben. Seit 21. Jänner fahren an den Wochenenden - bis auf den Spielbergalm-Schlepplift - alle Lifte. An Wochentagen sind fünf Anlagen in Betrieb.

Ab 4. Februar, dem Beginn der Ferienzeit, gilt der generelle Vollbetrieb.

Gute Bilanz im Jänner - große Erwartungen an den Februar

Der Sanierungsplan gehe derzeit sehr gut auf, sagt Masseverwalter Hochsteger: "Im Jänner haben die Einnahmen die Ausgaben überschritten." Der Umsatz liege voraussichtlich bei etwas weniger als 250.000 Euro. "Nach derzeitigem Stand scheint eine weitere Fortführung des Unternehmens bis Ende März möglich. Wir brauchen natürlich auch noch einen guten Februar", sagt Hochsteger. In diesen Monat setzen die Eigentümer große Erwartungen. Laut Sanierungsplan sollen im Februar 500.000 Euro umgesetzt werden.

Masseverwalter ruft auf: "Kommen, kommen, kommen!"

Für den Fortbestand des Skigebiets könne die Region mithelfen, sagt Hochsteger. "Das Motto lautet: Kommen, kommen kommen! Die Pisten sind hervorragend und das Wetter war ja in den vergangenen Tagen traumhaft. Die Leute sind begeistert." Er streut auch der Belegschaft Rosen: "Viele Mitarbeiter haben länger kein Geld bekommen, aber sie stehen voll zum Unternehmen", sagt Hochsteger.

Am 10. Februar findet eine Berichtstagsatzung statt. Dann entscheidet das Landesgericht über die Fortführung. Bis 17. März können Gläubiger beim Landesgericht noch ihre Forderungen anmelden. Am 31. März stimmen die Gläubiger über den Sanierungsplan ab.

Quelle: SN

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