Wirtschaft

Sprechfunk für selbstfahrenden Bus - und gegen Terrorgefahr

Die Commend International, weltweit tätiger Hersteller von Kommunikationssystemen, ist ein wichtiger Partner beim Projekt "Digibus Austria" - ist aber mittlerweile auch in Frankreich sehr bekannt.

Das Digibus-Team: Cornelia Zankl (Salzburg Research), Klaus Hirschegger (Commend), Ahmed Noor (Land Salzburg), Alexander Mirnig (Uni Salzburg - Center for Human Computer Interaction.) SN/commend
Das Digibus-Team: Cornelia Zankl (Salzburg Research), Klaus Hirschegger (Commend), Ahmed Noor (Land Salzburg), Alexander Mirnig (Uni Salzburg - Center for Human Computer Interaction.)

Bereits kurz nach Beginn des Attentats in der Kirche in Nizza vor einer Woche hat ein Augenzeuge den Knopf an einer unweit davon angebrachten Notrufsäule gedrückt. Diese war, wie französische Medien berichteten, mit einem Kommunikations-System von Commend International ausgerüstet. So war die Polizei binnen zwei Minuten am Tatort und konnte den Attentäter ausschalten, bevor er noch mehr Unschuldige töten konnte. "Das zeigt, dass effiziente Kommunikation im Extremfall Leben retten kann", sagt Jörg Weisser, Marketing-Chef von Commend.

Das Hauptgeschäft des Unternehmens - das weltweit 450 Mitarbeiter beschäftigt, 200 davon in der Zentrale in der Salzburger Saalachstraße - umfasst vier Segmente: Das wichtigste sind Sicherheits-Kommunikationssysteme für Gebäude - etwa in Form von Sprechlösungen für Türen, Tore oder Lifte. Weitere Säulen sind Kommunikationslösungen für Industriebetriebe: "Etwa für Produktionsmaschinen, Reinräume oder in der Energieversorgung, um bei Störungen Schäden zu vermeiden und Abläufe stoppen zu können", erläutert Weisser. Kommunikations-Tools für Jachten, Transport- und Kreuzfahrtschiffe sind das dritte Segment.

Kommunikationssysteme im vierten Bereich "Transport & Infrastruktur", wo es um Straßen- und U-Bahnen sowie Tiefgaragen geht, konnte Commend am Donnerstag präsentieren: Anlass war eine Parkplatz-Runde mit dem vom Klimaschutzministerium finanzierten selbstfahrenden Bus ("Digibus Austria"). Demonstriert wurde, wie die Buspassagiere mit der Leitstelle und einem elektronischen Sprachassistenten ("Chat-Bot") kommunizieren können. Ziel sei, so etwa Wegauskünfte zu bekommen, "aber auch, Störungen zu melden und so das Sicherheitsgefühl zu erhöhen", wie Cornelia Zankl von Salzburg Research sowie Commend-Projektleiter Klaus Hirschegger betonen.

Wie hat sich Corona auf Commend (40 Niederlassungen weltweit), das zum niederländischen Sicherheitstechnik-Konzern TKH gehört, ausgewirkt? Weisser: "Wir hatten nie Kurzarbeit. Die Auftragsbücher sind wieder gefüllt. Wir werden den Vorjahresumsatz von 85 Millionen Euro wohl knapp erreichen, aber heuer nicht wachsen."


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