Wirtschaft

Tagesskikarten auch auf Salzburgs Pisten erneut teurer

Neue Skisaison - neue Höchstpreise. In Salzburg haben Tageskarten die 50-Euro-Grenze geknackt. Konsumentenschützer üben Kritik.

Tagesskikarten auch auf Salzburgs Pisten erneut teurer SN/robert ratzer
VKI kritisiert hohe Preise für Tagesskikarten.

Wie jedes Jahr werden auch heuer die Liftpreise mehrheitlich angehoben, berichtet der Verein für Konsumenteninformation (VKI) im Testmagazin "Konsument".

Im Österreich-Durchschnitt beträgt die Teuerungsrate bei Tageskarten für Erwachsene 1,95 Prozent und liegt damit deutlich über der Inflationsrate von 0,9 Prozent nach dem Verbraucherpreisindex (VPI).

Tageskarten um 44 Prozent teurer - seit 2004

Seit Beginn der VKI-Erhebungen in der Saison 2004/2005 sind die Tageskarten durchschnittlich gar um 44 Prozent teurer geworden. Der VPI stieg im selben Zeitraum um 25 Prozent.

"Wie üblich", schreibt der VKI, wurde bei den 6-Tage-Skipässen noch stärker erhöht: Hier zahlt ein Erwachsener im Durchschnitt um 3,2 Prozent mehr als in der vorigen Skisaison. Hier ist der Preis seit 2004/2005 um mehr als die Hälfte - um 52 Prozent - gestiegen.

Wie die Preise schreiten auch die Zusammenschlüsse voran. Und zwar, um immer größere Skigebiete mit mehr Pistenkilometern zu schaffen - die laut VKI übrigens in den meisten Fällen nicht in einer geraden Linie (Falllinie) sondern in Skischwüngen gemessen werden.

Preise österreichweit zwischen 15 und 53 Euro

Die Tageskarten pro Erwachsenen kosten zwischen 15 und 53 Euro. Bei den 15 Euro am Schneeberg in Niederösterreich handelt es sich allerdings um einen Einheitspreis, der auch für Kinder und Jugendliche gilt. Der Preis steigt zudem auf 25 Euro, wenn bei guter Schneelage auch der Sessellift betrieben wird und die Pistenkilometer (gemessen in Skischwüngen) auf 7 steigen. In Kitzbühel bekommt man um 53 Euro 215 Pistenkilometer nach Falllinie.

Keine Vorfahrt für VIPs

Wer mehr für die Liftkarte bezahlt, muss sich nicht mehr anstellen. Mit diesem Gedanken wird im schweizerischen Andermatt gespielt. Droht auf Salzburgs Pisten eine Zweiklassengesellschaft?

Norbert Karlsböck, Vorstand der Gletscherbahnen Kaprun, sagt: "Diese Diskussion betrifft uns nicht. Wir freuen uns über jeden Gast. Die Förderleistungen der Bahnen sind so hoch, dass kaum Stau entsteht." Nachsatz: "Aber vielleicht will die Schweiz ausschließlich eine wohlhabende Klientel haben."

Ernst Brandstätter, Flachauer Bergbahnen: "Das ist für mich völlig ausgeschlossen. Früher hatten Skilehrer bei Privatstunden eigene Zugänge. Das haben wir abgeschafft. Wir halten daran fest, Familiendestinationen zu sein." Ferdinand Eder, Sprecher der Salzburger Seilbahnwirtschaft, lehnt die Idee auch ab: "Wir haben enorme Summen in Komfort und leistungsfähige Anlagen investiert und keinen Bedarf für so eine Regelung."

Quelle: APA

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