Wirtschaft

Traditionsschuhhaus Baumgartner insolvent: Fortführung geplant

Das traditionsreiche Grazer Schuhhaus Baumgartner mit Filiale in der Salzburger Linzer Gasse hat Insolvenz anmelden müssen, ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung wurde eröffnet.

Dies teilten die Kreditschützer AKV, Creditreform und KSV am Donnerstag mit. Die Überschuldung beträgt rund 1,31 Mio. Euro, eine Fortführung wird angestrebt. Als Grund wird u.a. angegeben, dass die Sperre wegen Covid-19 die umsatzreichste Zeit betraf.

Betroffen sind 31 Dienstnehmer und mehr als 100 Gläubiger, geplant ist eine Restrukturierung. Die Baumgartner Schuh und Mode GmbH ist zusammen mit Humanic sowie den früheren Grazer Schuhhäusern Spitz und Stiefelkönig eines der jahrzehntelangen Aushängeschilder der steirischen Branche und des Innenstadthandels. Es gab noch drei Filialen: Der Firmensitz in der früher florierenden Annenstraße sowie Standorte in der Grazer Gleisdorfer Gasse sowie in der Linzer Gasse in Salzburg. Das Familienunternehmen, das mit Schuhen und Handtaschen etablierter Marken handelt, ist seit über 80 Jahren im Schuhgeschäft tätig.

Laut Kreditschützern hat sich die Ertragslage bis 2016 positiv entwickelt, doch seit damals kämpfte man mit rückläufigen Umsätzen. Dies sei vor allem auf die Konkurrenz durch den Onlinehandel zurückzuführen. Deshalb wurde auch eine der ältesten Filialen im oststeirischen Weiz geschlossen. Massive Auswirkungen haben nun die im Rahmen der Coronavirus-Krise verordneten Maßnahmen gezeigt, zumal diese gerade die umsatzstärkste Zeit betroffen haben. So konnte nicht einmal die gesamte Frühjahres- und Sommerware angenommen, geschweige denn Herbst- und Winterware geordert werden. Trotz nunmehriger teilweiser Öffnung der Geschäftslokale waren die Kundenströme "überschaubar".

Die Aktiva beziffert man mit über 0,63 Mio. Euro, wobei der Großteil auf vorhandene Liquiditätsreserven sowie Warenvorräte entfällt. Dem stehen Passiva in der Höhe von rund 1,94 Mio. Euro gegenüber. Rund 1,02 Mio. Euro entfallen auf Lieferantenverbindlichkeiten bzw. offene Bestellungen. Rund 0,42 Mio. Euro betreffen potenzielle Schadensersatzforderungen und sonstige mit einer - teilweisen - Schließung verbundene Kosten.

Beabsichtigt ist der Abschluss eines Sanierungsplanes, wobei eine Gesamtquote von 20 Prozent, 5 Prozent als Barquote sowie 15 Prozent binnen 24 Monaten, angeboten werden. Zum Masseverwalter wurde der Grazer Rechtsanwalt Candidus Cortolezis bestellt.

Quelle: APA

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