Wirtschaft

Unten einkaufen, oben wohnen

ÖVP will jeden einzelnen Standort nach Bauabsicht abfragen lassen.

Der Billa an der Ecke Sterneckstraße/Vogelweiderstraße ist bereits mit Wohnungen überbaut. SN/sw/knoll
Der Billa an der Ecke Sterneckstraße/Vogelweiderstraße ist bereits mit Wohnungen überbaut.

Der Billa-Markt in der Fürstenallee wird mit Wohnungen überbaut. Darauf haben sich der private Grundstückseigentümer und der eingemietete Handelskonzern verständigt. "Es hat eine längere Diskussion gebraucht, aber nun liegen fast einreichfähige Pläne auf dem Tisch", bestätigt Andreas Schmidbaur, Abteilungsvorstand der Raumplanung und Baubehörde im Magistrat.

Pläne, diese "einstöckigen Flächenfresser" zu überbauen, um in Zeiten der Wohnknappheit ansonsten verlorene Flächen zu nutzen, existieren seit Jahren - in diversen Konstellationen. Die Salzburg Wohnbau etwa nimmt sich ebenfalls des Themas an: Sie will den Spar in der Aglassingerstraße sowie den Billa in der Linzer Bundesstraße überbauen.

Die Stadt forciert solche Mischnutzungen. Dem Eigentümer in der Fürstenallee habe man das bereits im Zuge der Errichtung der Nachbargebäude nahegelegt, gibt Schmidbaur Auskunft.

Für ÖVP-Klubchef Christoph Fuchs ist es lange Zeit in die falsche Richtung gegangen. Die Stadt habe der Erweiterung der Flächen vor allem im Gewerbegebiet immer zugestimmt und so den Hebel nicht genutzt, den Ketten eine intensivere Nutzung ihrer Flächen abzuverlangen. Erst der Landesgesetzgeber schob dem einen Riegel vor. Nun will Fuchs auch in der Stadt weg von Zufälligkeiten: "Das Thema gehört aktiv angegangen und pro Standort abgefragt, welche mittelfristigen Bauabsichten die Betreiber jeweils haben." Man müsse sie über die Möglichkeiten informieren, Fuchs sieht die Stadtplanung am Ball. Die wurde von der Politik vor sechs Wochen offiziell beauftragt, mit den Konzernen in Kontakt zu treten. Einige Rückmeldungen gingen bereits ein. "Einige sehen das Potenzial. Einzelne erkennen die Zeichen der Zeit noch nicht", sagt Schmidbaur. Auf Drängen von FPÖ und ÖVP liegt jetzt eine komprimierte Auflistung namens "Verbrauchermarktstudie" vor. Sie zeigt ein Potenzial von knapp 200 Wohneinheiten auf, die über Supermärkten errichtet werden könnten - das sind allein jene, die sich in einer Widmungskategorie befinden, die bereits aktuell Wohnen zulassen würde.

Aufgerufen am 16.07.2018 um 08:32 auf https://www.sn.at/salzburg/wirtschaft/unten-einkaufen-oben-wohnen-28045939

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