Wirtschaft

Veranstalter müssen Salzburger Businesslauf kurzfristig absagen

Aufgrund der verschärften Corona-Regeln mussten die Organisatoren des für Dienstag angesetzten Businesslaufs die Reißleine ziehen. Aber auch Sport- und Kulturveranstalter bangen im Herbst um ihre wirtschaftliche Zukunft.

Bilder wie diese werden wir heuer nicht erleben.  SN/Andreas Kolarik
Bilder wie diese werden wir heuer nicht erleben.

Bis Samstagmittag hat Michael Mayrhofer, Chef der Personal Fitness GmbH, die seit Jahren den Businesslauf veranstaltet, Krisensitzungen abgehalten: "Und wir haben versucht, über Kontakte ins Ministerium Lösungen zu finden." Vergebens: Denn die neue Corona-Verordnung des Bundes, die Samstagabend publiziert wurde, sieht vor, dass ab Montag für Outdoor-Events ohne fix zugewiesene Sitzplätze nur bis 100 (statt wie bisher 200) Personen zulässig sind. Daher war die Absage des für Dienstag angesetzten Laufs unvermeidbar. Mayrhofer: "Es fühlt sich wie ein Tiefschlag an, wenn so kurz vor der Ziellinie das Aus kommt. Denn unser Konzept war gut. Aber es hat nicht gereicht." Geplant war, dass bis zu 15 Gruppen mit je maximal 180 Läufern im 15-Minuten-Abstand starten: Damit hätte es zwischen den Gruppen keinen Kontakt gegeben, da auch auf Duschen und Essen im Zielraum verzichtet worden wäre.

Wie hoch der Verlust sein wird, kann Mayrhofer noch nicht beziffern: "Das kommt auch auf unsere Partner und Lieferanten an. Es wären 100 Personen im Einsatz gewesen; die Gesamtkosten liegen im sechsstelligen Bereich."

Für Vizebgm. Bernhard Auinger (SPÖ) ist die Drei-Tages-Frist vor Inkrafttreten der verschärften Regeln "ungeheuerlich", wie er sagt: "Und ich bin mit dem Landeshauptmann einig, dass damit die Ampel-Regelung ad absurdum geführt wird." Denn es würde Wien, wo es derzeit mehr Erkrankte gibt, nichts helfen, "wenn nun auch Salzburg die Vorschriften überbordend auslegen muss." Auinger geht davon aus, dass Veranstaltungen wie Adventsingen nun völlig unwirtschaftlich seien und wohl auch abgesagt werden. Zudem hätten Stadt und Land nicht die Mittel, um den Veranstaltern erneut finanziell zu helfen, betont er.

Auch für den Präsidenten des Landesfußballverbands, Herbert Hübl, sind die neuen Regeln überschießend: "Es ist hundert Mal gefährlicher, wenn Leute in Bars gehen oder zu geschlossenen Veranstaltungen, als zu Outdoor-Events. Und ich habe noch nicht gehört, dass es einen Covid-Cluster durch ein Fußballspiel gegeben hätte."

Verena Fellinger, Geschäftsführerin des Kulturvereins Kunstbox in Seekirchen, der einen Saal für 200 Besucher hat, spricht von einer Lose-Lose-Situation: "Die Regeln heißen für uns, dass sich die Gäste jetzt kein Getränk mehr an der Bar holen dürfen. Da können wir unsere Gastronomie zusperren. Wir überlegen aber, statt der Bestuhlung in Reihen im Zuschauerraum Tische aufstellen. Aber so bringen wir nur 60 statt 100 Leute rein. Das ist wirtschaftlich auch schwierig." Alex Linse, künstlerischer Leiter des Off-Theaters in Salzburg, denkt noch weiter: "Im Moment spielen wir noch 18 bis 20 Veranstaltungen pro Monat. Aber wir fahren schon jetzt jeden Abend Verluste ein. Es ist daher eine Überlegung, befristet zuzusperren und in Kurzarbeit zu gehen. Denn wir leben zu 68 Prozent von den Zuschauer-Einnahmen."

Quelle: SN

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