Wirtschaft

"Viel zu tun": Erzdiözese Salzburg tritt Klimabündnis bei

Die Erzdiözese bestätigte ihre Haltung zum Klimaschutz - und verpflichtet sich auch in Zukunft zu umweltschonendem Tun.

Die Erzdiözese Salzburg trat am Donnerstag dem "Klimabündnis europäischer Gemeinden mit den indigenen Völkern der Regenwälder" bei. Erzbischof Franz Lackner unterzeichnete die Urkunde zur Mitgliedschaft.
"Die Katholische Kirche unterstützt die gemeinsamen Anstrengungen zur Eindämmung der menschengemachten Klimaveränderungen", sagte Erzbischof Franz Lackner. "Es ist noch viel zu tun. Auch die Idee des Klimabündnisses, dass wir ein weltweites Bündnis mit denen eingehen, die mit weitaus weniger Ressourcenverbrauch leben, aber oft umso mehr vom Klimawandel betroffen sind, ist uns als weltweite Kirche ein großes Anliegen."

Energie und Sprit sparen - was die Kirche für die Umwelt tut

Die bisherigen Leistungen der Erzdiözese für den Klimaschutz: die regelmäßige Evaluierung der Ökologischen Leitlinien der Erzdiözese, Energie- und CO2-Reduktion, die Förderung der Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel, des Fahrrads und schadstoffarmer Fahrzeuge sowie der Fokus auf Mülltrennung und -vermeidung sowie energiesparendes und ökologisches Bauen.

Zukunft im Zeichen der Nachhaltigkeit

Der Beitritt ins Klimabündnis verpflichtet die Erzdiözese nun zur Bevorzugung regionaler, biologisch erzeugter und fair gehandelter Produkte, zur Nutzung verpachteter Grundstücke nach ökologischen Kriterien und höchsten Richtlinien für Natur,- Tier und Artenschutz. Zudem soll das Thema Nachhaltigkeit in den kirchlichen Bildungseinrichtungen (z.B. Kindergärten, Erwachsenenbildung) besondere Beachtung finden. Bei neuen Fahrzeugen werden alternative-emissionsärmere Antriebssysteme bevorzugt.

Umweltreferent will Natur gestalten

Erfreut zeigt sich Johann Neumayer, Umweltreferent der Erzdiözese, der den Klimabündnis-Beitritt ganz auf der Linie von Papst Franziskus sieht. Dieser eröffne mit seiner Umweltenzyklika eine umfassende öko- soziale Perspektive für das Überleben der Menschheit. "Die Fähigkeit des Menschen, Natur zu gestalten und auch zu zerstören hat in den letzten Jahrzehnten ungeahnte Ausmaße angenommen", stellt der Theologe und Biologe kritisch fest. Die Verantwortung, die Schöpfung für kommende Generationen zu bewahren, treffe besonders die Wohlstandsländer der Erde. "Wir müssen umdenken in vielen Bereichen - jeder Einzelne, Staaten und die Weltgemeinschaft, aber auch die Katholische Kirche", mahnt Neumayer. "Es gilt dem Grundprinzip Nachhaltigkeit Geltung zu verschaffen!"

Mit Salzburg wird dritte Diözese Partner

"Mit der Erzdiözese Salzburg gewinnt unser Netzwerk heute eine bedeutende Partnerin für den Klimaschutz. Wir freuen uns sehr, nach Gurk und Linz die dritte Diözese willkommen zu heißen", sagt Brigitte Drabeck vom Klimabündnis Salzburg. "Ich bin überzeugt, dass von dieser Partnerschaft beide Seiten profitieren werden: Als Klimabündnis werden wir uns mit Anregungen für klimafreundliche Energienutzung, Mobilitätsverhalten und Beschaffung einbringen, während Pfarren, kirchliche Bildungseinrichtungen und Welthäuser schon lange wichtige Multiplikatorinnen in der Vermittlung globaler Zusammenhänge sind."

Das Klimabündnis ist eine globale Partnerschaft zum Schutz des Weltklimas zwischen europäischen Gemeinden bzw. indigenen Gemeinschaften in Amazonien und bildet heute das weltweit größte kommunale Netzwerk für mehr Lebensqualität. Um einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten, wird auf das Engagement und die Vielfalt der lokalen Ebene gesetzt. Allein in Salzburg bilden 39 Gemeinden, 203 Betriebe und 18 Bildungseinrichtungen ein starkes Netzwerk, das nun weiter wächst.


Quelle: SN

Aufgerufen am 24.09.2018 um 11:29 auf https://www.sn.at/salzburg/wirtschaft/viel-zu-tun-erzdioezese-salzburg-tritt-klimabuendnis-bei-605389

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