Wirtschaft

Wegen Schnee zu spät in der Arbeit: Drohen Konsequenzen?

Seit Wochen lähmt das Wetter den Verkehr. Die Folge: Viele Arbeitnehmer kommen zu spät oder gar nicht in die Arbeit.

Symbolbild. SN/Robert Ratzer
Symbolbild.

Schneechaos und Stau hindern derzeit viele Salzburger daran pünktlich - oder im schlimmsten Fall überhaupt - in der Arbeit zu erscheinen. "Trotz des Zuspätkommens bzw. Fernbleibens müssen die Beschäftigten keine Konsequenzen befürchten", sagt Heimo Typplt, Leiter der AK-Rechtsabteilung. "Hier liegt ein Dienstverhinderungsgrund vor, der das Fernbleiben rechtfertigt. Jedoch nur dann, wenn alles Zumutbare unternommen worden ist, um trotz der Schneeverwehungen oder des Schneechaos pünktlich zur Arbeit zu kommen."

Der Einzelfall entscheidet

Arbeitnehmer seien dazu verpflichtet, alle zumutbaren Vorkehrungen zu treffen, um trotz der ungünstigen Schneeverhältnisse pünktlich zur Arbeit zu erscheinen. Etwa früher aufzubrechen oder den eigenen Pkw statt öffentlicher Verkehrsmittel zu nutzen. "Ob eine Maßnahme zumutbar ist, wird im Einzelfall geprüft", sagt Typplt. "Für einen gesunden Arbeitnehmer wird es etwa zumutbar sein, einige Kilometer zu Fuß zur Arbeit zu gehen, wenn die Fahrt mit dem Pkw oder den öffentlichen Verkehrsmitteln nicht möglich ist."
Arbeitnehmer seien zudem verpflichtet, ihren Dienstgeber umgehend zu informieren, wenn sich Unpünktlichkeit oder Fernbleiben abzeichne. Es müsse jedoch kein Urlaubstag keiner genommen werden, sollte die Präsenz am Dienstort den Schneeverhältnissen zum Opfer fallen. Sollte ein Arbeitgeber dies dennoch als Anlass für eine Entlassung nehmen, sei die Entlassung unberechtigt.

Anspruch auf Entgelt bleibt bestehen

Der Entgeltanspruch ist für Angestellte und Arbeiter unterschiedlich geregelt: Für Angestellte ist im Angestelltengesetz zwingend geregelt, dass Anspruch auf Entgelt besteht, wenn alles Zumutbare unternommen wurde, um rechtzeitig in die Arbeit zu kommen. Arbeiter nur, wenn es im Kollektivvertrag keine expliziten Ausnahmen gibt. "Im umgekehrten Fall, wenn zum Beispiel Arbeitsplätze wetterbedingt nicht erreichbar sind und dort nicht gearbeitet werden kann, steht den Dienstnehmern im Normalfall Lohnfortzahlung zu", erklärt der Leiter der Rechtsabteilung der Arbeiterkammer Salzburg.

Quelle: SN

Aufgerufen am 19.09.2018 um 07:10 auf https://www.sn.at/salzburg/wirtschaft/wegen-schnee-zu-spaet-in-der-arbeit-drohen-konsequenzen-524443

Schlagzeilen