Wirtschaft

Wegweiser auf endlosen Pisten

Der Skicircus Saalbach. Die Schmitten in Zell. Das Kitzsteinhorn in Kaprun: Ein Ticket. Drei Regionen. Doch die drei "Großen" wollen mehr, als nur groß sein.

 SN/sw/heinz bayer

Wie es war, wird es scheint's langsam wieder. Nur in anders - und hoffentlich auch dauerhafter.

Rückblick: In den 1970er Jahren entstand die so genannte Europa Sportregion (ESR). Zell am See, Kaprun und Saalbach-Hinterglemm schlossen sich zu dieser damals völlig neuartigen touristischen Einheit zusammen.

Der SN-Journalist und Chronist Clemens M. Hutter prägte später den schönen Begriff, die ESR sei ein "touristischer Hagmoar" in den Alpen.

Dieses Gebilde über die Tälergrenzen hinweg wurde schon nach wenigen Jahren von den Glemmtalern "gesprengt." Saalbach und Hinterglemm gingen eigene Wege. Erst Jahre später, als in Zell am See der Golfplatz gebaut wurde, kam es langsam wieder zu einer Annäherung mit "den Glemmern."

Jetzt ist in allen drei Orten eine andere Generation an den Schalthebeln. Die besinnt sich auf eine alte Tugend: den Zusammenhalt.

Skilifte verbinden bald durchgängig Zell am See und den Skicircus Saalbach bis hinüber nach Leogang und Tirol. Der Ort Kaprun rückt dank einer neuen Bahn ganz eng an sein Gletscherskigebiet auf dem "Kitz" heran.

Die neue Ski Alpin Card wird im Vorfeld der Wintersaison 2019/20 von der Geschäftsführerin der Bergbahnen Saalbach, Isabella Dschulnigg-Geissler, deshalb als verbindender Schlüssel in "ein unendliches Wintervergnügen" gepriesen. Dieses Wintervergnügen umfasst 408 Kilometer Pisten, 121 Liftanlagen und 101 Skihütten. Wobei: Dem "Kitz" kommt die Rolle des hochalpinen Schneegaranten zu.

Nicht die schiere Größe der drei Regionen aber sei der Punkt, sondern "dass alle drei Regionen für sich Geschichten erzählen. Hier das Kitz mit Blick in den Nationalpark, dort die Grasberge im Glemmtal. Dazwischen die gegenseitige Anziehungskraft von Zell am See und dem nahen Kaprun", sagt Norbert Karlsböck von den Gletscherbahnen.

Die historische Anbindung von Zell am See an das Glemmtal - oder umgekehrt - ist aber nicht das Kissen, auf dem sich beide Seiten ausruhen. Vor allem an digitalen Lösungen wird gemeinsam gearbeitet. Weil in unendlichen Skigebieten kann sich der Gast auch unendlich schnell verirren. Zum einen soll das Mobiltelefon bald zur Liftkarte werden und Skifahrern per Bluetooth bequem Zutritt in die Skigebiete gewährt werden. "Wir sind da mit Volldruck dahinter", verrät Erich Egger, Vorstand der Schmittenhöhebahnen AG.

Das Zusammenwachsen der Skigebiete verlangt aber eben auch ein neues Denken in Hinblick auf die Orientierung. Der Gast wolle "den Flow." Allein der Skicircus Saalbach Hinterglemm Leogang Fieberbrunn erstrecke sich über eine Pistenfläche von mehr als 1000 ha. Deshalb werde ein neues Pistenleitsystems umgesetzt. Isabella Dschulnigg-Geissler: "Es entstehen zehn Zonen, ein durchgängiges System an Farben und bald die neue Orientierungs-APP namens ,Alpin Card Navigator.'"

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