Wirtschaft

Wie kommen mehr Leute zu Eigenheimen?

Eine Absicherung von Raumordnungsverträgen, Anpassung der Miethöhen ans Einkommen sowie ein liberaleres Mietrecht will die ARGE Eigenheim.

Der Wohnbau wird zunehmend zum Wahlkampfthema.  SN/robert ratzer
Der Wohnbau wird zunehmend zum Wahlkampfthema.

In Wien wohnen nur 19 Prozent der Bevölkerung in einer Eigentumswohnung oder dem eigenen Haus; im Burgenland sind es 76 Prozent. Der Österreich-Schnitt bei der sogenannten Eigentumsquote liegt bei 49 Prozent. Damit ist unser Land europaweit auf dem viertletzten Platz. Führend ist Spanien mit 85 Prozent, Italien und Portugal folgen mit 77 bzw. 76 Prozent. Die Schweiz ist mit 35 Prozent Schlusslicht.

Laut Ansicht der Arge Eigenheim, des Zusammenschlusses der rund 100 ÖVP-nahen Wohnbauträger in Österreich, soll die Politik möglichst vielen Menschen den Zugang zu Wohnungseigentum ermöglichen. Denn dieses sei insbesondere wichtig "für die Absicherung des Lebensstandards im Alter", erläutert Michael Pech, Aufsichtsrats-Chef des Verbandes gemeinnütziger Bauvereinigungen.

Rechtzeitig vor der Nationalratswahl am 15. Oktober präsentierten die Arge-Mitglieder am Donnerstag bei ihrer Jahrestagung ihre zehn Forderungen an die Politik: Bei Mietkaufwohnungen gibt es etwa den Wunsch, "den Vorsteuerabzug wieder auf die ersten zehn Jahre voll anzurechnen", betont Herwig Pernsteiner, Obmann der Arge Eigenheim OÖ. Das mache Mietkaufwohnungen billiger und führe zu einer höheren Kaufrate. Weitere Forderung der Experten ist eine Liberalisierung des Mietrechts: Dazu zählen sie die Abschaffung von "Mietprivilegien", die bei Altverträgen über Generationen weitergegeben würden. Eine Liberalisierung würde hingegen mehr Wohnungen auf den Markt bringen.

Ein Dorn im Auge sind den Experten die vielen technischen Vorschriften und Normen bei Neubauten, die den sozialen Wohnbau generell verteuern. Weiters kritisiert der Obmann der Arge Eigenheim, Christian Struber, im Brotberuf Chef der Salzburg Wohnbau, die durch die Decke gehenden Bodenpreise: "In Salzburg ist da eine Schallmauer durchbrochen worden: Kürzlich ist in Morzg ein 1000 Quadratmeter großes Grundstück um 2000 Euro netto pro Quadratmeter verkauft worden." Politisches Anliegen sei eine rechtliche Absicherung von Raumordnungsverträgen: Sie dienen im Vorfeld von Umwidmungen dazu, Eigentümer zum Verkauf eines Teils der Fläche zur Hälfte des marktüblichen Baulandpreises zu bringen, sagt Alfred Graf, Direktor der Gedsag (NÖ). Außerdem solle der Bund den Ländern explizit die Einhebung einer Infrastrukturabgabe erlauben, fordert Graf.

Zwei ihrer Wünsche haben die Arge-Mitglieder bereits im Wahlprogramm von ÖVP-Chef Sebastian Kurz gefunden: den Entfall der staatlichen Gebühren beim erstmaligen Kauf eines Eigenheims sowie die Anpassung der Miethöhe bei geförderten Wohnungen, falls der Mieter im Lauf des Lebens zu höherem Einkommen kommt. Struber: "Das ist sinnvoll, um mehr Gerechtigkeit ins System zu bringen."


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