Wirtschaft

Wird die Glockner-Straße zum Weltkulturerbe?

In Paris wurde Mittwochabend das offizielle Bewerbungsdossier für die Anerkennung der Großglockner-Hochalpenstraße als UNESCO-Weltkulturerbe abgegeben.

Die Glockner-Straße ist der Anerkennung als UNESCO-Weltkulturerbe wieder einen Schritt näher. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats der Großglockner Hochalpenstraßen AG (Grohag) LH Wilfried Haslauer und der österreichische UNESCO-Botschafter Harald Stranzl überreichten Mittwochabend bei einem Festakt in der österreichischen Botschaft in Paris das offizielle Bewerbungsdossier an Mechtild Rössler, Direktorin des UNESCO-Welterbezen trums. In Paris befindet sich der Sitz der UNESCO. Der Aufnahmeprozess ist langwierig. Schon vor einem Jahr hatte das Bundeskanzleramt die Panoramastraße zur Aufnahme in die Vorschlagsliste für künftige Welterbestätten eingereicht. Schon zwei Wochen später folgte die Aufnahme durch die UNESCO. Dies wird ebenso als positives Zeichen gewertet wie die persönliche Übernahme der Bewerbung durch Frau Rössler. Das Dossier umfasst 600 Seiten und wurde in zehnfacher Ausfertigung übergeben.

20 Experten haben vier Jahre daran gearbeitet. Es enthält die Argumente für eine Aufnahme der Straße in das Welterbe.

Die UNESCO wird die Angaben im Dossier nun überprüfen. Dazu wird eine Kommission vermutlich im September nach Salzburg reisen und dann ein Gutachten verfassen. Frühestens bei der UNESCO-Weltkonferenz im Juli 2018 wird die Straße dann in das Welterbe aufgenommen. Voraussetzung für die Bewerbung als Weltkulturerbe war die nationale Unterschutzstellung der Straße im Jahr 2015. Die Glockner-Straße ist die erste Straße in Österreich, die unter Denkmalschutz gestellt wurde. Der Grund für den Schutz und die Bewerbung als Welterbe ist ihre herausragende geschichtliche, technische und kulturhistorische Bedeutung. Und sie sei für ganz Österreich identitätsstiftend, so das Bundesdenkmalamt. Der Erbauer Franz Wallack hat sie auf einzigartige Weise in die Landschaft eingefügt. Ihm ging es nicht um die kürzeste Verbindung, sondern um das Fahrerlebnis. In jeder Kurve bieten sich neue Ausblicke auf die Hochgebirgslandschaft.

In Österreich gibt es bisher neun Welterbestätten: die Altstädte von Salzburg, Wien und Graz, die Kulturlandschaften Neusiedler See, Wachau und Hallstadt-Dachstein, Schönbrunn, die Semmeringbahn und die Pfahlbauten um die Alpen.

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