Wirtschaft

Wirtschaftskammer protestiert gegen den Kultureuro

Als wenig durchdacht und unnötige zusätzliche Belastung für die Salzburger Tourismuswirtschaft bezeichnen die obersten Tourismusvertreter in der Wirtschaftskammer Salzburg die Idee von Kulturressortchef Bernhard Auinger, über die Ortstaxe einen "Kultureuro" zur Finanzierung der Kultur in der Stadt Salzburg einzuheben.

Georg Imlauer, Obmann der Hotellerie. SN/sn
Georg Imlauer, Obmann der Hotellerie.

"Damit würde man wieder einmal bei jenen abkassieren, die ohnedies die höchsten steuerlichen Abgaben leisten", sagen Georg Imlauer, Obmann der Hotellerie, und Ernst Pühringer, Obmann der Gastronomie. Gerade die dienstleistungsintensive Tourismuswirtschaft hätte etwa durch die Lohn- und Mehrwertsteuer überproportional hohe Steuerbelastungen zu tragen. Allein über die aktuelle Ortstaxe (pro Gast und Übernachtung zahlt der Hotelier 1,50 Euro an Abgaben) würden pro Jahr 4,5 bis 5 Millionen Euro an die Stadt abgeliefert. Zusätzlich finanziere die Branche über den Tourismusförderungsfonds die Oster- und Sommerfestspiele mit rund 3,5 Millionen Euro.

"Rechnet man das alles zusammen, kommen wir in der Stadt Salzburg bereits jetzt auf eine jährliche Zusatzbelastung von rund 8 Millionen Euro", sagt Imlauer. Viel klüger wäre es aus seiner Sicht, beim Tagestourismus anzusetzen. "Die Tagestouristen nützen ebenfalls die Infrastruktur der Stadt, müssen dafür allerdings keine Beiträge leisten." Darüber hinaus würde man mit dieser Erhöhung nur jene treffen, von deren Wertschöpfung die Region und andere Branchen massiv profitieren. "Die laufenden Investitionen in der Gastronomie und Hotellerie schaffen Arbeit in vielen anderen Bereichen - vom Handel bis hin zur Bauwirtschaft."

Wie bereits die wieder zurückgenommene Mehrwertsteuererhöhung gezeigt habe, würde eine neuerliche Abgabe zu Lasten der Betriebe gehen. "Auch damals hat sich gezeigt, dass wir eine Erhöhung nicht mit höheren Preisen am Markt durchsetzen können", sagt Pühringer. Und die seien auch beim Kultureuro nicht unerheblich. "Ein durchschnittliches Hotel mit 60 bis 70 Betten müsste damit pro Jahr rund 15.000 Euro an Mehrkosten schlucken. Das ist aus unserer Sicht völlig inakzeptabel. Denn der Kultureuro wird damit zu einem ,Teuro' für unsere Tourismuswirtschaft", sagen Imlauer und Pühringer.

WIRTSCHAFT-NEWSLETTER

Abonnieren Sie jetzt kostenlos den Wirtschaft-Newsletter der "Salzburger Nachrichten".

*) Eine Abbestellung ist jederzeit möglich, weitere Informationen dazu finden Sie hier.

Aufgerufen am 26.01.2022 um 01:11 auf https://www.sn.at/salzburg/wirtschaft/wirtschaftskammer-protestiert-gegen-den-kultureuro-78384796

Kommentare

Schlagzeilen