Wirtschaft

Wohnungen oder Reha: Was kommt ins UKH?

Mit der Übersiedlung des Unfallkrankenhauses auf das Gelände der Landeskliniken wird 2025 am Rehrlplatz ein Grundstück in bester Stadtlage frei.

Die neue Nutzung für das UKH am Salzburger Rehrlplatz ist noch völlig offen. SN/robert ratzer
Die neue Nutzung für das UKH am Salzburger Rehrlplatz ist noch völlig offen.

Die am Montag von Gesundheitsministerin Beate Hartinger-Klein (FPÖ) und AUVA-Vorstandsvorsitzendem Anton Ofner präsentierten Reformpläne für die AUVA ändern nichts an der geplanten Übersiedlung des Salzburger Unfallkrankenhauses auf das Gelände der Salzburger Landeskliniken. "Diese Kooperation, die auch von der Gesundheitsministerin als vorbildliches Projekt gesehen wird, ist vor allem aus medizinischen Gründen notwendig und sichert die Gesundheitsversorgung in der Orthopädie und Traumatologie in Salzburg für die Zukunft sehr gut ab", sagt dazu der Salzburger Gesundheitsreferent, Landeshauptmann-Stellvertreter Christian Stöckl (ÖVP).

Einer im Juni von Ofner und SALK-Geschäftsführer Paul Sungler unterzeichneten Absichtserklärung nach soll der Umzug bis 2025 erfolgen, das UKH wird in der Chirurgie West untergebracht. Solange die AUVA und damit die Wirtschaft auf diese Weise sich nicht schleichend von ihrem Krankenhaus verabschiede, sei dagegen nichts einzuwenden, sagt AUVA-Betriebsrat Hans-Peter Grandenti. Nach den am Montag der Öffentlichkeit vorgestellten Plänen sollen bei der AUVA österreichweit 430 Millionen Euro eingespart werden. In welchem Ausmaß Salzburg davon betroffen sein wird, konnte man bei der AUVA am Montag nicht beantworten.

Offen bleibt zudem die Frage, was am UKH-Standort am Rehrlplatz passieren soll. Das mehrere Tausend Quadratmeter große Grundstück in bester Lage dürfte aber jede Menge Begehrlichkeiten wecken. Bauträger Planquadrat, der das umstrittene frühere "Citylife"-Projekt in unmittelbarer Nachbarschaft vom ehemaligen Projektbetreiber Cassco übernommen hat, zeigt jedenfalls Interesse. "Das ist ein schönes, großes Grundstück mitten in der Stadt, natürlich würde uns das interessieren. Das ergibt sich schon aus der Nachbarschaft", sagt Planquadrat-Geschäftsführer Thomas Hofer. Er fügt hinzu, dass man sich erst anschauen müsse, welche Art von Projekt dort aus städtebaulicher Sicht das richtige Projekt wäre.

Am Standort besteht eine Sonderwidmung für eine Krankenhaus-Nutzung. Eine Umwidmung dürfte kein Problem sein. "Der Standort muss kein Krankenhaus-Standort bleiben", sagt Bürgerlisten-Stadtrat Johann Padutsch. Ihm wäre eine gemischte Nutzung aus Wohnen und Arbeiten am liebsten. Er glaubt, dass ein Käufer - insbesondere nach den Schwierigkeiten am Nachbargrundstück - gut daran täte, das noch gut erhaltene Gebäude auf neue Art und Weise zu nutzen, statt es abzureißen und etwas Neues zu bauen. Eine Widmung im Kerngebiet der Stadt lasse abgesehen von offensichtlich ungeeigneten Kategorien wie Schwerindustrie "fast jede Form der Nutzung" zu, so der für Stadtplanung zuständige Politiker.

Kein Interesse hat die Privatklinik Wehrle-Diakonissen. Das Unternehmen will bis 2022 einen neuen Klinikstandort im Andräviertel errichten. "Dort sehen wir unsere Zukunft", sagt Verwaltungsdirektorin Ines Weiher.

Ob die AUVA - sie ist alleinige Besitzerin sowohl des Gebäudes als auch des Grundstücks - den Standort überhaupt verkaufen will, ist ungewiss. Denn es gibt auch Pläne, wonach die AUVA beides behalten und am Rehrlplatz ein Rehabilitationszentrum oder eine geriatrische Einrichtung führen könnte. Zeit ist noch genug: Bis 2024/25 bleibt das UKH an seinem bestehenden Standort in Betrieb.

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