Wirtschaft

Zwei Salzburger Start-ups fliegen in die USA

Salzburger Jungunternehmer probieren ihr Glück im Silicon Valley. In den USA wollen sie Kontakte knüpfen und Investoren finden.

Es war eine schwierige Aufgabe: In fünf Minuten sollten die Gründer die Aufmerksamkeit der Smart-up-Jury bekommen, ihr Konzept erklären und über das Budget sprechen. Die Fragen der Jury brachten 14 Unternehmer beim Event der SN und der Initiative Start-up-Salzburg ins Schwitzen. Die Experten wählten zwei Sieger aus.

Der Preis kann sich sehen lassen: Die Gründer fliegen mit den Investoren Pascal Levensohn und Andreas Spechtler ins Silicon Valley, einem der größten IT-Standorte der Welt. Apple, Facebook, Amazon und Tesla haben dort etwa ihren Sitz.

Gewinner Eberhard Gräther kennt das Valley schon. Er hat bei Google ein Praktikum absolviert - und die Idee für sein Unternehmen geboren. "Programmierer verbringen 70 Prozent ihrer Zeit damit, Codes zu lesen, statt selbst welche zu schreiben", sagt Gräther. Das sei frustrierend für die Mitarbeiter und teuer für die Unternehmen. Der 26-jährige Großarler hat deshalb Coati entwickelt, englisch für Nasenbär. Ein Nasenbär spüre durch seinen guten Geruchssinn Käfer auf, Coati hingegen Zusammenhänge in Codes. "Die Software hilft zu verstehen, was ein anderer Programmierer geschrieben hat", sagt Gräther. Zudem vereinfache sie die Navigation. "Während meines Praktikums sollte ich im Browser Chrome eine einfache Box einblenden. Ich brauchte ewig dafür - ich wusste nicht, wo in dem Code ich ansetzen musste."

Seit Frühjahr gibt es Lizenzen zu kaufen, die Software funktioniert für die gängigen Programmiersprachen C, C++ und Java. Das decke 40 Prozent der Codes ab, weitere Sprachen sollen folgen. Die Lizenzen sind derzeit noch um einmalig 90 Euro zu bekommen. Ein Großteil der Kunden komme bereits aus den USA. Durch die Reise soll das Salzburger Produkt noch bekannter werden. "Wir wollen den Markt durchdringen", sagt Gräther.

Einfache Bestellung für Ärzte

Ähnliche Ziele hat auch Thomas Gschwandtner. Vom Silicon Valley erhofft sich der Mondseer neue Kontakte und Feedback. "Wir wollen lernen. Und wenn sich jemand bei uns beteiligen will, würden wir uns freuen." Der 29-jährige Mondseer ist Geschäftsführer von MMI Medical Management International, einer unparteiischen Einkaufsgemeinschaft für niedergelassene Ärzte. Gschwandtner lagert etwa Spritzen, Kanülen, Verbandsmaterial in seinem Lager in der Vogelweiderstraße und verschickt sie an Arztpraxen, zu einem günstigen Preis. Hersteller würden die Produkte meist in großen Mengen versenden - bei kleineren Paketen verlangten sie Zuschläge.

MMI will die Bestellung vereinfachen: "Wir schicken einen Mitarbeiter, der den Bedarf der Ärzte erhebt." Die Produkte seien im Webshop aufgelistet, mit wenigen Klicks können sie bestellt werden. Wer bis 12 Uhr ordere, bekomme die Lieferung in 24 Stunden, wenn das Produkt lagernd sei. 15 Testkunden nutzen das System bisher, demnächst soll es für alle Ärzte offen sein.

Smart-up ist ein gemeinsamer Event der "Salzburger Nachrichten" und der Initiative Start-up-Salzburg. Mehr Informationen: salzburg.com/smartup

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