Salzburger Festspiele

Festspiele: Intendant Hinterhäuser träumt von einem "Konzert in Hellbrunn"

Markus Hinterhäuser ermuntert die Wiener Philharmoniker, weniger auf Kreuzfahrtschiffen zu spielen.

Von den vielen Themen, die von den künstlerischen Leitern der Salzburger Festspiele im SN-Saal erörtert worden sind, seien drei Beispiele zitiert.

Wiener Philharmoniker
Wie betrifft die Salzburger Festspiele, dass ihr wichtigstes Orchester, die Wiener Philharmoniker, mit Daniel Froschauer einen neuen Vorstand gewählt hat? "Daniel Froschauer ist uns allen herzlich lieb und gut bekannt", versichert Präsidentin Helga Rabl-Stadler. Allerdings sei das Direktorium mit jeder Orchesterleitung in gutem Gespräch - auch mit den beiden bis Herbst amtierenden Andreas Großbauer (Vorstand) und Harald Krumpöck (Geschäftsführer).

Welche Konsequenzen könnte haben, was Daniel Froschauer unlängst im "Kurier"-Interview erläutert hat: "Ich finde, dass man das Schiff in eine andere Richtung steuern sollte", "Ich glaube aber, dass wir uns ein bisschen rückbesinnen sollten, wer wir sind" und "Wir sollten uns wieder mehr auf künstlerische Auseinandersetzungen konzentrieren"?

"Es soll nichts Ärgeres passieren", erwidert Markus Hinterhäuser süffisant. Es wäre gut, wenn die Wiener Philharmoniker ihre Situation überdächten. Denn seit einigen Jahren würden die Einbußen im Schallplattengeschäft über "eine unglaubliche Menge an Auftritten kompensiert". Dass nun die Wiener Philharmoniker gleichsam "überall spielen", also auf Kreuzfahrtschiffen ebenso wie ein oder zwei Tage nach Salzburg in Grafenegg, tue den Salzburger Festspielen nicht gut. Wenn Daniel Froschauer ankündige, über Künstlerisches mehr reden zu wollen als über zusätzliche Auftritte, sei dies willkommen.

Konzert in Hellbrunn
"Ich träume davon, in Hellbrunn eine Art Glyndebourne zu machen - samt Picknick auf dieser herrlichen Wiese", gesteht Markus Hinterhäuser. Dieser Ort sei "von einer Schönheit, die ihresgleichen sucht". Er erinnerte an das einstige Fest von Hellbrunn: "Das war etwas sehr Kostbares." Freilich gebe es Probleme, wie das unbeständige Wetter sowie den auf der Hellbrunner Wiese hörbaren Verkehr der Alpenstraße. "Aber ich bleibe dabei, dass es mir sehr sympathisch wäre", auf der Wiese ein Konzert zu veranstalten. "Wenn die Wiener Philharmoniker sich auf ein künstlerisches Projekt rückbesinnen würden, dann könnte das etwas sein - wir bauen eine Bühne, das wäre sehr schön." So ein Hellbrunner Konzert der Salzburger Festspiele könnte ein, zwei Mal pro Sommer stattfinden. "Das sind Gedanken, die tragen wir schon mit uns."

25 Jahre Pernerinsel
Die Pernerinsel sei für die Salzburger Festspiele "unverzichtbar", versichert Markus Hinterhäuser. Dort könne "atmosphärisch etwas entstehen, was wir in der Hofstallgasse nicht herstellen können". Sie sei somit "ein existenzieller Spielort".

Für die einstige Sudhalle auf der Pernerinsel ist heuer das silberne Jubiläum zu feiern: Seit 25 Jahren finden dort Aufführungen der Salzburger Festspiele statt.

(SN)

Aufgerufen am 20.06.2018 um 03:26 auf https://www.sn.at/salzburger-festspiele/festspiele-intendant-hinterhaeuser-traeumt-von-einem-konzert-in-hellbrunn-14768815

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