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Grossman vor Premiere bei Salzburger Festspielen

"Es ist etwas geworden, das gleichzeitig Brutalität und etwas Poetisches ausstrahlt." Daniel Grossman, dessen Roman "Kommt ein Pferd in die Bar" in einer Bühnenfassung am Mittwoch bei den Salzburger Festspielen Premiere hat, ist voller Vorfreude auf die Aufführung. Am Montag gaben der israelische Autor, Regisseur Dusan David Parizek und Hauptdarsteller Samuel Finzi vor Medien erste Einblicke. 

"Kommt ein Pferd in die Bar" hat am Mittwoch in Salzburg Premiere SN/APA/BARBARA GINDL
"Kommt ein Pferd in die Bar" hat am Mittwoch in Salzburg Premiere

Finzi spielt den Stand-up-Comedian Dov Grinstein, der mit tabulosem Humor sein Publikum mit den Grundfragen des Lebens konfrontiert. "Samuel leistet Unglaubliches", zollte Grossman, der bei einer Probe dabei war, dem Schauspieler Respekt. Auch über Parizek, der den 2014 erschienenen Roman dramatisiert hat und Regie führt, ist der Autor glücklich: "Danke dafür, wie du mich und mein Werk liest und interpretierst." 

Wie es ihm als Teamspieler gehe, in dem Stück weitgehend allein auf der Bühne zu sein, wollte Schauspielchefin Bettina Hering von Finzi wissen. Einzig Mavie Hörbiger in der Rolle der Pitz steht Finzi zu Seite. "Ich bin nicht allein. Es ist ein Gespräch mit dem Publikum", meinte der Schauspieler. Wie er das löse, wolle er aber noch bis zur Premiere für sich behalten.

Die Auseinandersetzung mit David Grossman sei wichtig, meinte der Regisseur: "Wir in Europa sind das erste Mal seit Jahrzehnten wieder mit Krise und Bedrohung konfrontiert." Grossmans Bücher seien "Erfahrungsberichte aus dem richtigen Leben". Das, was wir als Ausnahmezustand empfänden, sei dort Alltag. Deshalb wäre "Kommt ein Pferd in die Bar" ein wichtiger Beitrag für ein Festival wie die Salzburger Festspiele.

"Mein Israel ist ein Land, das in Frieden lebt", formulierte Grossman seinen Wunsch für seine Heimat. Seit drei oder vier Generationen im Krieg zu leben, habe einen hohen Preis. Die Menschen würden zu Kriegern, sie würden überall Gefahren sehen. Der Nahe Osten wäre ein Pulverfass. Aber eine starke Armee könne nicht die einzige Antwort darauf sein. Es brauche ein Konzept von einer friedlichen Zukunft. Angst verenge die Perspektive, meinte der Schriftsteller.

Humor könne in jeder Lebenslage helfen, ist Grossman überzeugt. Selbst in den Vernichtungslagern hätten sich Menschen mit Humor eine Art von Freiheit erhalten: "Wenn es vielleicht auch nur für zwei Sekunden war..."

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