Salzburger Festspiele

Im Schloss Leopoldskron wurden die Festspiele spürbar

Gleich mehrere Schauspieler des "Jedermann"-Ensembles feierten am Freitag im Schloss Leopoldskron ein Fest zum Start der Festspiele. Geehrt wurde der einstige Hausherr Max Reinhardt.

Bei strahlendem Sonnenschein stand Schauspieler Johannes Silberschneider Freitagmittag am Balkon des Marmorsaals im Schloss Leopoldskron. Lächelnd blickte er in den schönen Garten des Anwesens samt Weiher. Sich an diesem Ort aufzuhalten, wo Max Reinhardt, Mitbegründer der Salzburger Festspiele, einst lebte, habe eine spezielle Bedeutung. "Das Haus ist er. Es hat ganz viel mit seinem Seelenleben zu tun", sagte der Darsteller des Glaubens im "Jedermann" bei einem festlichen Lunch pünktlich zum Start der Salzburger Festspiele.

90 Gäste speisten Lachsforellenfilet aus dem Fuschlsee mit Couscous, dazu gab es ausgewählte Weine und Champagner von Kate & Kon. Gefeiert wurde der Kauf des Schlosses durch Reinhardt, der genau 100 Jahre her ist.

In einer launigen Festrede erinnerte auch Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler in Zitaten des einstigen Hausherrn daran, wie sehr dieser das Schloss geliebt habe. Mit dem Fest zur Festspieleröffnung, das nach dem Auftakt am Freitag auch heute, Samstag, den ganzen Tag über in der Stadt Salzburg gefeiert wird, startet die Festspielsaison.

Am Sonntagabend feiert der "Jedermann" auf dem Domplatz Premiere. Für die Darsteller in jedem Sommer eine Herausforderung. "Das Stück ist mir sehr wichtig. Es ist jedes Jahr wieder eine neue Aufgabe", sagte Silberschneider, der immer gern in die Mozartstadt zurückkehrt. Zum ersten Mal kam er vor 40 Jahren nach Salzburg - zum Bundesheer in die Schwarzenbergkaserne.

"Das Lampenfieber ist immer da, man muss erst einmal auf die Bühne gehen vor Tausenden Zuschauern. Aber es macht natürlich Spaß", sagte Peter Lohmeyer, der den Tod spielt. Lachend fügte er hinzu: "Das Lampenfieber ist aber auszuhalten. Ich werde ja auch dafür bezahlt."

Bei Schuldknecht Fritz Egger nimmt die Aufregung vor einem Auftritt mit dem Alter sogar zu. "Wir hatten aber eine ganz tolle Probenzeit, das Ensemble ist noch mehr zusammengewachsen. Ich denke, das macht sich auch auf der Bühne sehr bemerkbar."

Mit einem Lächeln erinnerte sich auch Brigitte Hobmeier, die für einen kurzen Besuch nach Salzburg gekommen war, an ihre drei Festspielsommer als Buhlschaft. "Diese Rolle spielen zu dürfen war für mich, als ob ich einen Preis gewonnen hätte."

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