Salzburger Festspiele

Salzburger Festspiele: Weniger Blitzlichtgewitter und Prominenz erwartet

Kein offizieller Festakt, keine Premierenfeiern. Die Salzburger Festspiele werden coronabedingt heuer leiser als sonst. Prominenz könnte ausbleiben.

Heuer wird der Fanrummel rund um die Hofstallgasse zu den Salzburger Festspielen hoffentlich nicht so gedrängt. Im Bild zu sehen Bundespräsident Alexander Van der Bellen. SN/APA/FRANZ NEUMAYR
Heuer wird der Fanrummel rund um die Hofstallgasse zu den Salzburger Festspielen hoffentlich nicht so gedrängt. Im Bild zu sehen Bundespräsident Alexander Van der Bellen.

Keine Partys - heuer ist alles anders bei den Salzburger Festspielen

Partytiger werden im heurigen 100-Jahr-Jubiläum der Salzburger Festspiele coronabedingt weniger auf ihre Rechnung kommen als bisher. Doch einige Promis werden da sein. Der offizielle Festakt und das Fest zur Festspieleröffnung entfallen zwar. Bundespräsident Alexander Van der Bellen wird zu Beginn des Festivals aber drei Tage in Salzburg sein. Erwartet werden auch offizielle Gäste aus dem Ausland.

Die Zeichen stehen auf Optimismus und Hoffnung. An der Staatsbrücke im Zentrum der Stadt Salzburg wehen schon die Fahnen der Festspiele, die von 1. bis 30 August und damit in verkürzter Form über die Bühne gehen. Die Mozartstadt hat sich herausgeputzt. Es tummeln sich mehr Menschen in den Gassen und auf den Plätzen als noch zwei Wochen zuvor.

"Heuer ist alles anders", spielt ein Festspielinsider auf das umfassende Coronapräventionskonzept des Festivals im APA-Gespräch an. Wer sich die angekündigten Termine rund um die Festspiele genauer vor Augen führt, wird merken: So ganz anders ist es auch wieder nicht. Dass nach dem Coronalockdown das Festival überhaupt stattfinden kann, sehen Kulturbegeisterte als das wahre Fest, das es zu feiern gilt.

Galadinner fallen aus - Prominenz könnte wegbleiben

Abstriche müssen dabei in Kauf genommen werden. Die offiziellen und privaten Tischgesellschaften, die nicht gestrichen wurden, treffen sich in kleinerem Kreis. Einige Termine mit Promicharakter sind gecancelt, wie etwa das Galadinner der Festspiele in der Salzburger Residenz oder die Gala der "Internationalen Salzburg Association" (ISA) in Schloss Leopoldskron - ein beliebtes Stelldichein aus Künstlern, der Wirtschafts- und Politprominenz sowie Adabeis. Vorsorglich gibt es nach den Aufführungen auch keine offiziellen Premierenfeiern der Schauspieler. Damit fällt heuer auch der beliebte Bieranstich nach der "Jedermann"-Premiere dem Virus zum Opfer.

Das Promischaulaufen in der Hofstallgasse vor den Festspielhäusern wird für die Paparazzi zwar weniger Ausbeute bringen, aber der eine oder andere VIP wird sicherlich von den Fotografen entdeckt werden. Ob sich königliche Hochheiten oder hochrangige Politiker ins Publikum mischen, wird sich noch weisen.

Die Begrüßung des Bundespräsidenten, ansonsten mit militärischen Ehren auf dem Residenzplatz empfangen, wird sich am 1. August auf etwa 15 Minuten verkürzen. Geplant ist, dass ihm Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler und Festspielintendant Markus Hinterhäuser kurz vor der Premiere der Oper "Elektra" ihre Aufwartung machen. Die Premiere beginnt um 17 Uhr in der Felsenreitschule. Auch Staatssekretärin Andrea Mayer (Grüne) hat ihr Kommen angesagt.

Van der Bellen: Zwei Premieren und eine Preisverleihung

Der Aufenthalt des Bundespräsidenten von 1. bis 3. August in Salzburg wird als Signal gesehen, dass die Republik zu Salzburg und den Festspielen auch in schwierigen Zeiten steht. Am 2. August ist zu Mittag ein Hintergrundgespräch mit Van der Bellen, der Staatssekretärin und Vertretern des Festivals geplant. Am Nachmittag besucht Mayer das Museum der Moderne, wo sie mit Direktor Thorsten Sadowsky zu einem Gespräch zusammentreffen wird, bevor sie sich am Abend zur Uraufführung von Peter Handkes "Zdenek Adamec" im Landestheater einfindet.

Trotz Corona wird es auch Preisverleihungen geben. So werden Van der Bellen und Mayer am 3. August den Österreichischen Staatspreis für Europäische Literatur an Drago Jancar im Solitär der Universität Mozarteum überreichen. Auch Startenor Placido Domingo (79) wird geehrt. Er bekommt im Rahmen des Österreichischen Musiktheaterpreises 2020 den Sonderpreis für sein Lebenswerk. Die Verleihung findet am 6. August am Salzburger Flughafen statt, 45 Jahre nach seinem Debüt in Salzburg.

Quelle: SN/Apa

Aufgerufen am 27.09.2020 um 06:25 auf https://www.sn.at/salzburger-festspiele/salzburger-festspiele-weniger-blitzlichtgewitter-und-prominenz-erwartet-90764704

Kommentare

Schlagzeilen