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169 Arbeitsplätze für Saisonniers im Winter

Nach großer Aufregung im Sommer wurden für die kommende Wintersaison dem Pinzgau 169 Plätze für Saisonniers bewilligt, berichtet Margit Pfatschbacher, die Leiterin der AK-Bezirksstelle.

169 Arbeitsplätze für Saisonniers im Winter SN/erwin simonitsch
Margit Pfatschbacher, Leiterin der Bezirksstelle der Arbeiterkammer, ist tagtäglich mit arbeitsrechtlichen Problemen konfrontiert.

Im Sommer gingen die Wogen hoch in Salzburgs Hotellerie. Eine Neuregelung des Sozialministeriums schränkte die Beschäftigung von Saisonniers ein - eine Arbeitserlaubnis erhielt nur, wer in den letzten beiden Sommersaisonen im Lande tätig gewesen war. Auch langjährige, gut ausgebildete Mitarbeiter konnten nicht mehr eingestellt werden. "Für manche Hoteliers war das eine Katastrophe", sagt Walter Bacher, Abgeordneter zum Nationalrat (SPÖ). Der Uttendorfer sprach bei seinem Parteikollegen Bundesminister Alois Stöger vor: "Ihm war diese Situation nicht bekannt. Er hat das Problem erkannt und diesen Passus gestrichen, das hilft unseren Gastronomen extrem."

Für die kommende Wintersaison wurden dem Pinzgau 169 Plätze für Saisonniers bewilligt, berichtet Margit Pfatschbacher, die Leiterin der AK-Bezirksstelle. "Davon sind 157 schon positiv abgearbeitet." Nicht zufrieden ist sie mit der Entlohnung der Saisonniers: "115 erhalten nur den kollektivvertraglichen Mindestlohn, 41 sind darüber, 13 Angebote waren unter dem Mindestlohn. Ich denke, die Branche hat den Ernst der Lage noch nicht erkannt." In der Vorwoche habe es noch 1031 offene Stellen in Pinz gaus Gastronomie gegeben - bei nur 39 vorgemerkten Suchenden.

Pfatschbacher ist beinahe täglich mit unerfreulichen Fällen befasst. "Wir haben Arbeitnehmern heuer schon fast 5000 Mal mit Rat und Tat geholfen." Insgesamt 73.128 Euro seien dabei herausgeholt worden. Ein Erfolg sei auch die Aktion Steuerlöscher: "Wir holten 475.630 Euro an zu viel bezahlten Steuern zurück."

Heikel für Arbeitnehmer werde es, wenn Firmen zahlungsunfähig oder -unwillig würden. "Die Lebenshaltungskosten bleiben." Vier Baustahlverleger hätten seit Juli keinen Lohn erhalten. Im September habe sie der neue Betriebsinhaber fristwidrig gekündigt. Bis heute hätten sie keinen Lohn bekommen, weil der Firmeninhaber nicht auffindbar sei. "Jetzt geht's vor Gericht."

Eine Wiener Firma habe den Food-&-Beverage-Bereich in zwei Hotels übernommen. Seit August zahle die Firma allen neun Beschäftigten keine Löhne mehr. Mitte September sei ihnen mitgeteilt worden, dass sie nicht mehr zur Arbeit kommen brauchen. "Wir haben ihnen geraten, sich beim Hotelbetreiber arbeitsbereit zu erklären." Mittlerweile sei der Betrieb vom Masseverwalter geschlossen worden. Der Insolvenzentgeltfonds komme für die offenen Ansprüche auf.

Wenig Freude hat die AK mit einem Werkstättenbesitzer. Dieser habe einem Lehrling, der in den Pinzgau übersiedelt ist, schriftlich zugesagt, dass er das dritte Lehrjahr bei ihm machen könne. Als der junge Mann nach drei Monaten noch immer keinen Berufsschultermin bekomme habe, suchte er die AK auf. Diese stellte fest, dass bei der WKS kein Lehrvertrag kundgegeben wurde, der Dienstgeber auch nur die Lehrlingsentschädigung (670 Euro netto) bezahlt habe. Der Arbeitnehmer beendete das Dienstverhältnis. Die AK erreichte, dass rückwirkend der Hilfsarbeiterlohn bezahlt werden musste: 3160 Euro Nachzahlung.

Quelle: SN

Aufgerufen am 19.09.2018 um 11:07 auf https://www.sn.at/schlagzeilen/169-arbeitsplaetze-fuer-saisonniers-im-winter-861262

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