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Arbeitslosigkeit sinkt, der Flachgau hinkt nach

Im Land Salzburg sind die Arbeitslosenzahlen 13 Monate in Folge zurück- gegangen. Nur die Landeshauptstadt und der Flachgau folgen diesem Trend nicht. Vor allem die Zahl der Langzeitarbeitslosen nimmt zu.

Die Baubranche hat nach dem kalten       Winter im Flachgau noch Potenzial nach oben.  SN/kabö
Die Baubranche hat nach dem kalten       Winter im Flachgau noch Potenzial nach oben.

Gute Nachrichten vom Arbeitsmarkt. Im Februar 2017 sank die Zahl der Arbeitslosen im Land Salzburg im Vergleich zum Februar des Vorjahres um 3,1 Prozent. Damit sinkt sie im Land seit 13 Monaten beständig. Die Arbeitslosenquote ist um 0,2 Prozentpunkte auf 5,9 Prozent zurückgegangen. Damit liegt Salzburg nach Vorarlberg und gleichauf mit Tirol in Österreich an zweiter Stelle (Österreich: 10,1 Prozent).

Während die Arbeitslosenzahlen im Land sinken, gehen die Zahlen im Flachgau und in der Stadt Salzburg weiter nach oben. Zum Teil zweistelligen Rückgängen in anderen Gauen (-12,2 Prozent im Lungau, -11,2 Prozent im Tennengau) stehen Arbeitslosenzuwächse in der Stadt Salzburg (+2,5 Prozent) und im Bezirk Salzburg-Umgebung (+1,2 Prozent) gegenüber. Im AMS sind 40 Personen mehr vorgemerkt als im Februar 2016, insgesamt waren mit Ende Februar 2017 3463 arbeitslos gemeldet.

Manuela Seidl, AMS-Geschäftsstellenleiterin für die Stadt Salzburg und den Flachgau, will die Situation aber nicht dramatisieren: "Wir haben Zuwächse bei den Langzeitarbeitslosen. Im Gastgewerbe haben wir mehr Arbeitslose, ebenso in der Baubranche. Da ist man noch nicht da, wo wir es gerne hätten. Der Februar war ja sehr kalt."

Auch in den Bereichen Gesundheit, Textil, allgemeine Hilfsarbeiten (Leiharbeiter) gibt es Zuwächse bei den Arbeitslosenzahlen. "Man muss die Kirche aber im Dorf lassen. Im Flachgau haben wir im Vergleich zum Februar des Vorjahres 40 Arbeitslose mehr. Zusammen mit der Stadt Salzburg sind es 190." Noch keine große Rolle spielen derzeit die anerkannten Flüchtlinge in den Arbeitsmarktdaten.

Sorgen bereiten Seidl die Langzeitarbeitslosen über 50. Viele von ihnen haben Migrationshintergrund, sind schlecht ausgebildet oder haben gesundheitliche Probleme. "Die Prognosen sagen, dass wir bis 2018 mit einer weiteren Zunahme von älteren Arbeitslosen rechnen müssen. Die Ballungszentren sind da mehr betroffen als der ländliche Raum", hält Manuela Seidl fest. Eine Rolle spiele auch der Verdrängungswettbewerb aus anderen EU-Ländern wie Tschechien, Ungarn oder Rumänien, von wo junge, günstige, flexible und oft gut ausgebildete Kräfte mit Deutschkenntnissen nach Österreich und Salzburg strömen.

Die Zahl der Stellen nimmt insgesamt stark zu, auch bei Facharbeitern. Positiv sei auch der Rückgang der Arbeitslosigkeit bei den Jugendlichen und jungen Erwachsenen bis 25 Jahre. Einiges erwartet sich Seidl von der Joboffensive der Bundesregierung, die ab Sommer greifen soll.

Jedenfalls werde das AMS die Anstrengungen für ältere Arbeitslose weiter mit Eingliederungsbeihilfe, Arbeitstrainings und ähnlichen Maßnahmen verstärken.

Einen Boom ortet Seidl bei den Unternehmensgründungen. "Es trauen sich wieder mehr Menschen in die Selbstständigkeit, das merkt man beim Unternehmensgründer-Programm", sagt Manuela Seidl. Im Flachgau sind das etwa 40 Personen.

Aufgerufen am 16.11.2018 um 01:51 auf https://www.sn.at/schlagzeilen/arbeitslosigkeit-sinkt-der-flachgau-hinkt-nach-410230

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