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Aufbruch in die neuen Zeiten

Auch Traditionsbetriebe müssen sich laufend neu erfinden. Die Salzburger Stieglbrauerei setzt im Personalwesen auf moderne Wege und Methoden.

Aufbruch in die neuen Zeiten SN/bernhard schreglmann
Stiegl-Personalchefin Andrea Auer im neu geschaffenen „Treff 1492“.

Was für ein Glück für die Salzburger Brauerei Stiegl, dass Kolumbus ausgerechnet 1492 Amerika entdeckte. Hätte er ein bisschen länger über den Atlantik gebraucht, könnte das Salzburger Unternehmen mit seinem Gründungsdatum 1492 nicht so gut Marketing betreiben. Bis heute ist das Unternehmen im Familienbesitz und kann auf entsprechende Traditionen verweisen. Doch das Führen eines Betriebs erfordert heutzutage modernes Personalmanagement, einen anderen Umgang mit den Mitarbeitern und völlig neue Wege der Personalakquise.

Das sieht man bei Stiegl nicht nur in den funkelnagelneuen Räumlichkeiten für die Personalabteilung, das zeigt sich auch in anderen Belangen. "Es war mir persönlich wichtig, dass wir als Unternehmen eine qualitativ hochwertige Lehrlingsausbildung anbieten", sagt Personalchefin Andrea Auer. Gerade erst wurde Stiegl als Lehrbetrieb staatlich ausgezeichnet. "Bei uns gibt es ein Generationendenken, da gehören die Jungen ganz wesentlich dazu", betont Auer. Derzeit gibt es 17 Lehrlinge in sieben verschiedenen Lehrberufen im Betrieb. "Wir hören oft: Ah, ihr seid die Brauer. Das stimmt aber nur zum Teil." Inzwischen werden Köche ebenso ausgebildet wie Restaurantfachleute, Betriebslogistiker, IT-Technologen oder Bürokaufleute.

Auer steht bei der Suche nach qualifiziertem Personal vor den gleichen Problemen wie andere Betriebe auch. Um als attraktiver Arbeitgeber wahrgenommen zu werden, muss man sich entsprechend anstrengen. "Man muss sich als Unternehmen gut präsentieren und überzeugend sein", sagt Auer. Gesucht wird über Fachmessen wie die BIM ebenso wie über die Lehrer an den Berufsschulen oder polytechnischen Schulen. Dabei spielen gerade bei der Suche nach Nachwuchskräften die Eltern eine wichtige Rolle. So lernen diese vor Antritt der Lehre der Sprösslinge auch die Ausbildungsleiter kennen, um zu wissen, dass ihre Kinder gut aufgehoben sind.

Wer sich etwa zum Betriebslogistiker ausbilden lässt, kann über Stiegl auch den C95-Lkw-Führerschein machen. Gemeinsame Ausflüge, etwa zu einem Ländermatch, sollen die Lehrlinge der verschiedenen Abteilungen zueinander führen. "Wir sind ein Familienunternehmen, deshalb spielen auch die Wertschätzung und die persönliche Begleitung eine große Rolle", unterstreicht die Personalchefin, "und es soll für die Zeit nach der Lehre eine Perspektive im Unternehmen geben. Wir wollen auf jeden Fall vermeiden, dass es heißt: Einmal Lehrling, immer Lehrling."

Doch es sind nicht nur die Nachwuchskräfte, auf die der Fokus gelegt wird. Längst sind auch bei Stiegl Themen wie Gesundheit aktuell. Jetzt gerade wird ein Bewegungsraum eingerichtet, wo man Kurse wie Rückenfit oder Yoga und Entspannung besuchen kann. "Da gibt es eine große Nachfrage", bestätigt Auer. Im neuen "Treff 1492" für die Mitarbeiter kann man nicht nur Pause machen und Kaffee trinken, sondern auch eine Runde Billard spielen oder den Wuzeltisch benutzen. Für das leibliche Wohl sorgt die Betriebskantine "Schalander", wo viel Wert auf gesunde Küche, Regionalität und frische Zubereitung gelegt wird. Und auch der direkte Austausch mit den Mitarbeitern ist Auer wichtig. "Führungskräfte müssen bei uns nicht nur Werte vorgeben, sondern auch vorleben. Dazu gehört auch das Mitarbeiterforum, wo wichtige Themen direkt mit den Chefs angesprochen werden können."

Aufgerufen am 18.11.2018 um 11:47 auf https://www.sn.at/schlagzeilen/aufbruch-in-die-neuen-zeiten-875470

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