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Bei Schulungen an einem Strang ziehen

Die SBS-Mitgliedsbetriebe planen einen gemeinsamen Qualifizierungsverbund in Zusammenarbeit mit dem AMS Pongau. Davon sollen vor allem kleinere Unternehmen profitieren.

Bei Schulungen an einem Strang ziehen SN/brinek
Markus Rosskopf ist überzeugt:      Qualifizierte Mitarbeiter sind ein Gewinn für die einzelnen Betriebe.

Für kleinere Betriebe ist es oft finanziell und organisatorisch schwierig, ihren Mitarbeitern hochklassige externe Schulungsmaßnahmen zukommen zu lassen. Genau hier setzen die Impuls-Qualifizierungsverbünde (IQV) des Arbeitsmarktservice an: Durch einen Zusammenschluss von mindestens drei Unternehmen einer Region, einer Branche oder zu einem Thema haben die teilnehmenden Betriebe die Chance, gemeinsam maßgeschneiderte, unternehmensnahe und kostengünstige Weiterbildungsmaßnahmen für die Beschäftigten zu planen und durchzuführen.

Dies soll nun durch eine Zusammenarbeit des AMS Bischofshofen mit den SBS-Mitgliedsbetrieben geschehen. AMS-Leiter Thomas Burgstaller und SBS-Geschäftsführer Markus Rosskopf führten bereits einführende Gespräche, Mittwoch vergangener Woche gab es dazu eine Auftaktveranstaltung im AMS Bischofshofen. Die SBS-Plattform, 2001 hervorgegangen aus einem Zusammenschluss der Werbegemeinschaften in St. Johann (EZ St. Johann), Bischofshofen (Aktionsgemeinschaft Bischofshofen) und Schwarzach (Schwarzach aktiv), hat in ihrer Anfangszeit bereits gemeinsame Mitarbeiterschulungen für ihre Mitglieder organisiert. Damals erfolgte die Finanzierung über das EU-Projekt "Qualima". Dieses war zeitlich beschränkt. Nun sollen diese gemeinsamen Schulungen reaktiviert werden. "Wir wollen unseren Mitglieder einen Mehrwert bieten", so Rosskopf. Die Gelegenheit dazu ist günstig, immerhin beteiligt sich das AMS maßgeblich an den Kosten: Die Kosten für die Leistungen der P+K Unternehmensberatung, welche die IQV organisieren, werden zur Gänze vom AMS bezahlt, weiters 50 Prozent der Kurskosten für Schulungen ab 24 Stunden (hier können Schulungen auch zusammengefasst werden, beispielsweise "Kommunikation mit dem Kunden" und "Beschwerdemanagement").

Falls die Schulungen während der Arbeitszeit durchgeführt werden, übernimmt das AMS ab der 26. Kursstunde die Personalkosten ebenfalls zu 50 Prozent. Der förderbare Personenkreis umfasst alle Arbeitnehmer ab 45 Jahren (unabhängig vom Geschlecht). Bei unter 45-Jährigen können Männer gefördert werden, die höchstens einen Pflichtschulabschluss haben, bei den Frauen kommen auch noch jene mit einem Lehrabschluss oder absolvierter berufsbildender mittlerer Schule hinzu.

Warum hier differenziert wird, erklärt Claudia Sturm. Sie ist beim AMS Salzburg für Weiterbildungs- und Förderprogramme zuständig: "Das entspricht dem arbeitsmarktpolitischen Ziel der Qualifizierungsverbünde. So werden Frauen, beispielsweise Wiedereinsteigerinnen nach Karenz, besonders gefördert. Es geht auch darum, den Gender Pay Gap, das heißt die Lohndifferenz zwischen Männern und Frauen, zu schließen."

Sturm führte weiters das große Potenzial der IQV an: So können neben geläufigen Weiterbildungen wie etwa "Schaufensterdekoration" auch ganz spezielle, auf die Region oder Umstände hin maßgeschneiderte Kurse angeboten werden.

Auf diesen Vorteil weist auch Raimund Raggl, der Projektleiter bei der P+K Unternehmensberatung, hin und führt noch einen weiteren Umstand an: Arbeitnehmer werden ganz gezielt gefragt, welche Art von Kursen sie sich wünschen bzw. sie für sinnvoll halten. Damit soll auch die Motivation der Mitarbeiter, solche Kurse zu besuchen, erhöht werden.

Die anwesenden Unternehmer wie Rudolf Tautermann (Gärtnerei Tautermann Schwarzach) oder Franz Novak (Schuhe Novak), bekundeten großes Interesse am IQV.

Rosskopf kündigte an, den Qualifizierungsverbund bei den SBS-Mitgliedsbetrieben weiter zu promoten. Mit Anfang 2017 soll die Umsetzungsphase beginnen und eruiert werden, wie viele Betriebe tatsächlich teilnehmen wollen. Die bisherigen Erfahrungen mit Impuls-Qualifizierungsverbünden im Land Salzburg sind jedenfalls sehr positiv. So gibt es im Pongau bereits seit Jahren den IQV "Automotives Netzwerk Pongau". Mit dabei sind Firmen wie Alba, Amari, SAG usw.

Hier hat sich durch den Verbund auch die Zusammenarbeit der einzelnen Betriebe verstärkt. Genau das ist auch eines der maßgeblichen Ziele der Qualifizierungsverbünde.

Aufgerufen am 19.11.2018 um 01:24 auf https://www.sn.at/schlagzeilen/bei-schulungen-an-einem-strang-ziehen-937870

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