Schlagzeilen

Das Praktikum als Karrieresprungbrett

Während ihres Studiums sind viele Studenten verpflichtet, Praktika zu absolvieren. Oft ist jedoch der Wunsch, die benötigten ECTS-Punkte schnell zu erreichen, größer, als jener, ein interessantes Praktikum zu finden. Doch was genau ist der Schlüssel zu einem wirklich erfolgreichen Praktikum?

Das Praktikum als Karrieresprungbrett SN/bernhard schreglmann
Ein Praktikum soll auch dem Praktikant selbst nützen.

Miriam Paulitsch, 22 Jahre alt und KoWi-Studentin im vierten Semester, stand letztes Jahr vor eben dieser Entscheidung: Wo bewerbe ich mich für mein Pflichtpraktikum? Zahlreiche Bewerbungen hat sie damals an alle zu ihrem Studium passenden Sparten geschickt. Nach einigen positiven Rückmeldungen nahm sie schließlich das Angebot eines Praktikums von Antenne Salzburg an. Seit Januar arbeitet sie bei dem Radiosender, wo es ihr von Anfang an recht schnell möglich war, sich aktiv in den Redaktionsalltag einzubringen. Ihr Programmchef wurde schon nach kurzer Zeit auf sie aufmerksam. Als der damalige Chef vom Dienst den Sender im März verließ, kam eins zum anderen und plötzlich war Miriam die neue Chefin vom Dienst. Während diese schnelle Beförderung anderen Menschen schlaflose Nächte und ein Gefühl der Überforderung bereiten würde, sieht Miriam ihren neuen Job als große Chance und Herausforderung: "Als Praktikant hat man lange nicht so viel Verantwortung wie jetzt. Als Chef vom Dienst hat man seinen eigenen E-Mail-Account, sichtet die Mails, entscheidet in der Redaktionssitzung mit über die Themenauswahl und ist dafür verantwortlich, dass der tägliche Ablauf reibungslos verläuft".

Eine Win-Win-Situation?

Auch Helen Schuster, Leiterin der Abteilung Unternehmensentwicklung und Multiprojektmanagement der Gesundheitswelt Chiemgau AG, hat schon einige Erfahrungen mit Praktikanten gemacht. Sie steht grundsätzlich hinter dem Konzept der Praxiserfahrung. Für sie ist es eine klare Win-Win-Situation: Studenten lernen einerseits das Berufsleben kennen und können ihr erworbenes Wissen andererseits in der Praxis anwenden - und somit auch die universitären Inhalte besser verstehen. Parallel erhält das jeweilige Unternehmen neue, kreative Ideen der Praktikanten. Auch in ihrer Abteilung gibt es für einen Praktikanten jederzeit die Möglichkeit aufzusteigen, wenn jemand über einen längeren Zeitraum bemüht war: "Wir haben letztes Jahr ein großes Projekt gestartet und hierfür einen neuen Mitarbeiter gesucht. Meine damalige Praktikantin bewarb sich auf die Stelle. Dass sie bei uns zwei Jahre sehr gute Leistungen erbracht hat, war ausschlaggebend dafür, dass die Entscheidung auf sie fiel". Auch falls im direkten Anschluss an ein Praktikum keine offene Stelle im jeweiligen Unternehmen zu besetzen ist, ist sie sich sicher, dass ein guter Eindruck bleibt. Man weiß schließlich nie genau, was die Zukunft bringt.

Doch was scheinbar so einfach klingt, scheint vielen Studenten oft schwerzufallen: sich aktiv ein Praktikum zu suchen, welches die Studierenden persönlich weiterbringt und möglicherweise sogar berufliche Chancen für die Zukunft bieten könnte. Aber wie lässt sich dieser Umstand nachvollziehbar erklären? Als mögliche Grund komme vor allem die geringe Arbeitserfahrung vieler Studierenden in Frage, beschreibt Helen Schuster. Darüber hinaus ist auch die Expertin davon überzeugt, dass "zum Teil leider noch das Kaffeekochen und Kopieren in vielen Köpfen verankert ist, wenn an ein Praktikum gedacht wird." Um dies zu ändern, könnten verschiedene Wege gegangen werden. Eine stärkere Zusammenarbeit zwischen Unternehmen, welche Praktikumsplätze anbieten und den Universitäten, hält Schuster etwa für den wichtigsten Schritt.

Tipps für ein erfolgreiches Praktikum
  • Eigentlich selbstverständliche Dinge sind in jedem Unternehmen unerlässlich: Höflichkeit, Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit und Genauigkeit.
  • Ausreichend Zeit für die Suche eines passenden Praktikums ist wichtig: Der "perfekte" Job muss erst einmal gefunden werden.
  • Durch Leidenschaft und Begeisterung für etwas werden auch bessere Ergebnisse erzielt. Gute Arbeit wird gesehen und honoriert.
  • Nicht jeder Praktikumsplatz ist gleich und jeder Student hat seine eigenen Interessen und Fähigkeiten - Informationen über das Tätigkeitsfeld und die Entwicklungsmöglichkeiten sind schon im Vorhinein essenziell.
  • Ein Vorstellungsgespräch ist sehr wichtig, um den zukünftigen Chef kennenzulernen. Auch nach einem Probearbeitstag fällt die Entscheidung für oder gegen ein Unternehmen oft leichter.
  • Während der Praktikumszeit: Regelmäßige Gespräche mit dem Chef sind wichtig. Welche Inhalte interessieren einen persönlich? Wo möchte man noch mehr erfahren? Ist man bereit für mehr Verantwortung? Offene Kommunikation ist die Basis für ein erfolgreiches Praktikum.
  • Ein Praktikum kann und soll bestenfalls Impulse für das zukünftige Berufsleben geben. Daher ist es hilfreich, ein passendes Praktikum zu finden, welches einem die Entscheidung für oder gegen einen bestimmten Beruf erleichtert.

Dieser Beitrag wurde von Studenten der Universität Salzburg im Rahmen einer Lehrredaktion in Kooperation mit den "Salzburger Nachrichten" erstellt.

(SN)

Aufgerufen am 20.02.2018 um 12:57 auf https://www.sn.at/schlagzeilen/das-praktikum-als-karrieresprungbrett-1008838

Meistgelesen

    Video

    Abfahrts-Quali verpasst, für Veith ist Olympia zu Ende
    Play

    Abfahrts-Quali verpasst, für Veith ist Olympia zu Ende

    Kiska und Van der Bellen betonten bei Treffen in Wien Nähe
    Play

    Kiska und Van der Bellen betonten bei Treffen in Wien Nähe

    Schlagzeilen