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Dem Tourismus gehen die Köche aus

Beim AK-Bezirkstag tauschte sich Präsident Pichler mit Touristikern aus und gab einen Überblick. sich Präsident Pichler mit Touristikern aus und gab einen Überblick.

Dem Tourismus gehen die Köche aus SN/perner
AK-Präsident Siegfried Pichler, Bezirksstellenleiter Bernhard Kendlbacher, Bezirksstellenkoordinator Reinhold Hinterleitner und Betriebsratsfonds-Revisor Markus Pichler.

Neben dem Fachkräftemangel im Handwerk ist nun der Köchemangel allgegenwärtig. Auch aus diesem Grund tourt AK-Präsident Siegfried Pichler durch die Regionen, um sich ein Bild vor Ort zu machen: "Vor zehn Jahren beendeten jährlich 200 Köche ihre Ausbildung. Heute sind es nur mehr 100. Wir wollen die Gründe kennen und sie beseitigen." Die Rede ist von katastrophalen Arbeitszeiten und schlechten Einstiegsgehältern. "Es ist ein ähnliches Problem wie vor 20 Jahren im Bausektor. Dort bekam man die Situation durch Adaptierungen in Griff." Gemeinsam mit der Wirtschaftskammer wolle man ein Paket schnüren, um das Image zu heben. "Mit dem Projekt ,Du kannst was' sollen Küchenhilfskräfte weiter qualifiziert werden."

Steigende Beschäftigung, rückgängige Arbeitslosigkeit und ein wachsendes Durchschnittseinkommen zeigen deutlich: Der Lungau befindet sich auf dem richtigen Weg. Noch keinen Grund zu feiern sieht Pichler: "Ein Dorn im Auge ist mir die hohe Arbeitslosenquote. Das trübt die ansonsten recht positive Entwicklung des Lungauer Arbeitsmarktes." Die Arbeitslosenquote liegt bei 6,2 Prozent. Kein anderer Bezirk in Salzburg hätte so viele Arbeitslose in Relation zur Bevölkerung. Aber: Gegenüber dem Vorjahr ist diese Zahl um 0,5 Prozentpunkte zurückgegangen. "Damit der Aufwärtstrend anhält, braucht es noch mehr Mut und Investitionsbereitschaft seitens Wirtschaft, Industrie und öffentlicher Hand. Auch die Politik muss dort, wo sie die Möglichkeit hat, Einfluss nehmen und weiterhin eine aktive Arbeitsmarktpolitik betreiben."

Im Vergleich zum Jänner 2015 verzeichnet der Lungau einen Arbeitsplatzzuwachs von 1,4 Prozent (100 Stellen). Die größten Zuwächse verzeichneten die Gemeinden Tamsweg, Mariapfarr, Tweng und Thomatal. Rückgänge gab es vor allem in St. Michael, Ramingstein und Mauterndorf. Ein ähnliches Bild zeigt sich in der Fünfjahresanalyse: Zwischen 2011 und 2016 sind im Lungau 357 neue Arbeitsplätze (plus 5,4 Prozent) entstanden. Nach wie vor sind die Stützen im Lungau die Bauwirtschaft, Industrie und Gewerbe sowie der Fremdenverkehr. Fast jeder fünfte Arbeitsplatz befindet sich in der Tourismusbranche (im Sommer allerdings nur jeder zehnte). Es gebe noch Luft nach oben: "Die Möglichkeiten im Bezirk sind noch nicht ausgeschöpft", betont Pichler. "Der Lungau könnte zweifellos noch einige Hotels im 4-Sterne-Bereich vertragen. Denn ein noch stärker wachsender Tourismus würde dem Bezirk und vor allem der hohen Arbeitslosigkeit guttun."

Der Lungau ist auch der einzige Bezirk, in dem der produzierende Sektor an Arbeitsplätzen zulegte. Seit 2011 wuchs dieser Bereich um 2,6 Prozent. Mit einem Bruttomedianeinkommen (2015) von 1935 Euro, 14 Mal im Jahr, liegt der Lungau landesweit auf dem vierten Platz und um 110 Euro unter dem Landesdurchschnitt von 2045 Euro. Insgesamt suchten knapp 3000 Lungauer in den ersten drei Quartalen 2016 Rat und Hilfe bei der AK-Bezirksstelle in Tamsweg. 49 Mal mussten die AK-Experten intervenieren, um den Menschen die ihnen zustehenden Ansprüche zu sichern. "Insgesamt haben wir dabei bis jetzt 111.100 Euro für die Menschen zurückgeholt - bereits jetzt schon mehr als im vergan genen Jahr", sagt AK-Bezirksstellenleiter Bernhard Kendlbacher. 29 Fälle mussten zur Klage zum Arbeits- und Sozialgericht weitergeleitet werden. Dabei konnten weitere 68.700 Euro erstritten werden.

Der Steuerlöscher von AK und ÖGB brachte bei 236 Beratungen in Summe 161.400 Euro. Zusammengerechnet hat die Bezirksstelle den Beschäftigten bis dato im heurigen Jahr 341.200 Euro gebracht.

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