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Der Arbeitsmarkt zeigte sich in guter Form

2016 stieg im Pinzgau die Beschäftigtenanzahl, die Arbeitslosigkeit ist gesunken.

Karin Eiwan und Hermann Unterberger freuen sich über gute Daten für den Arbeitsmarkt Pinzgau.  SN/erwin simonitsch
Karin Eiwan und Hermann Unterberger freuen sich über gute Daten für den Arbeitsmarkt Pinzgau.

Die Zahl der unselbstständig Beschäftigten stieg auf 37.710. Der Zuwachs (666 Personen) lag vor allem an steigender Ausländerbeschäftigung. "Hier verzeichneten wir eine Steigerung um 427 Dienstverhältnissen auf 6792", berichtet Karin Eiwan, die Leiterin des Arbeitsmarktservice (AMS) Zell am See.

Der Durchschnittsbestand an sofort verfügbaren Stellen ist auf 688 (+190) geklettert. Insgesamt wurden 8115 offene Stellen gemeldet. Starke Zuwächse gab es am Bau, in der Holzbranche, im Handel, im Verkehr und in der Reinigungsbranche. 7361 Stellen konnten unter Mitwirkung des AMS Zell am See besetzt werden.

Rückläufig ist die Arbeitslosigkeit. Die Quote betrug 6,2 Prozent. Der Durchschnittsbestand an Arbeitslosen betrug 2513 (minus 6,6%). 1154 Frauen und 1359 Männer waren betroffen. Bei bis zu 24-Jährigen war die Arbeitslosigkeit rückläufig auf 367 (-9,5%). Die Anzahl der vorgemerkten Arbeitslosen ab 50 Jahren blieb mit 671 konstant. Die Zahl der arbeitslosen Ausländer ist auf 705 gesunken. Die durchschnittliche Verweildauer wurde um einen Tag auf 63 Tage reduziert. Vergleichswerte: Land Salzburg: 85 Tage; Österreich: 126 Tage. Die Anzahl der Personen in Schulung ist mit 268 leicht gesunken.

Die Anzahl an Lehrstellensuchenden ist mit 322 leicht gesunken. Der Bestand an offenen Lehrstellen ist gestiegen: bei sofort verfügbaren auf 262, bei nicht sofort verfügbaren auf 105. Dem Fremdenverkehr waren davon 227 zuzuordnen.

Offene Lehrstellen wurden 594 gemeldet (+22,7%). "Die Schere ist weiter aufgegangen", so Eiwan. Viele Betriebe suchen Lehrlinge. Das liege neben dem Run auf höhere Schulen auch an geburtenschwachen Jahrgängen. "Es gibt ein breites Angebot an Berufen im Pinzgau, aber relativ wenige Bewerbungen", sagt Hermann Unterberger, der stellvertretende AMS-Leiter Zell am See.

Im Spätherbst gab es Klagen über fehlende Köche im Bezirk. Wie stellte sich die Situation für das AMS dar? "Am 5. Dezember hatten wir 246 offene Stellen für Köche vorgemerkt", schildert Unterberger. Die Betriebe hätten das Problem über Personalrekrutierung aus ganz Europa gelöst. Darunter leide jedoch mitunter die Qualität, meinte Unterberger.

Oft werde zwar viel in den Betrieb, aber nur wenig ins Personal investiert. Deshalb sei es schwierig, Einheimische zu finden. "Es geht nicht nur ums Geld, sondern um Planbarkeit und Ganzjahresbeschäftigung. So sollten Dienstpläne früh bekannt sein. Und es bräuchte einige Zuckerl, man müsste die Mitarbeiter mehr mitreden lassen. Es gibt Betriebe, die das machen, diese haben keine Personalsorgen."

Andererseits gebe es Überqualifizierte, sagte Eiwan. "Etwa junge Mütter, die Köchin oder Kellnerin gelernt haben und dann in den Handel gehen oder Putzen. Das ist schade, diese Leute wären qualifiziert für andere Tätigkeiten. Da müssten Betriebe spezielle Modelle entwickeln."

Im Berufsinformationszentrum (BIZ) des AMS wurden rund 2500 Kunden beraten. Ein Hit bei den Schülern war das "Speeddating", das auch heuer geplant ist.

Eiwan führt das AMS Zell am See seit Juli des Vorjahrs. Nach dem Ausscheiden des früheren Geschäftsführers bewarb sie sich, stellte sich einem Hearing und wurde an erster Stelle gereiht. Die Viehhofenerin ist seit 29 Jahren beim AMS und Spezialistin in Sachen Kundenberatung. Sie hat eine vierjährige Tochter und führt ihre Funktion zu 80 Prozent aus. "Beim AMS bedeutet ein Kind nicht das Karriereende."

Ihr Stellvertreter ist Hermann Unterberger. Der 52-jährige Leoganger ist seit 32 Jahren beim AMS, seine Schwerpunkte sind Wirtschaft und Unternehmen. "Wir ergänzen uns sehr gut", ist sich das Führungsduo einig. Insgesamt beschäftigt das AMS Zell am See rund 50 Personen (38,4 Planstellen).

Aufgerufen am 20.11.2018 um 11:17 auf https://www.sn.at/schlagzeilen/der-arbeitsmarkt-zeigte-sich-in-guter-form-451933

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