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Die Berufserfahrung zählt

Wer als Akademiker in den Beruf einsteigt, sollte auf jeden Fall Praxiserfahrungen mitbringen. Für Personalverantwortliche ist dies nach wie vor wichtigstes Kriterium. Beim Gehalt ist viel Luft nach oben.

Fertige Akademiker punkten auf dem Arbeitsmarkt vor allem, wenn sie Berufserfahrung haben.  SN/momius - Fotolia
Fertige Akademiker punkten auf dem Arbeitsmarkt vor allem, wenn sie Berufserfahrung haben.

Wer derzeit in der Schlussphase seines Studiums steht, hat sich meist noch wenig mit dem bevorstehenden Berufseinstieg befasst. Tatsächlich ist es aber sehr sinnvoll, schon neben dem Studium die Arbeitswelt und ihre Möglichkeiten zu erkunden, damit nachher der Einstieg problemlos klappt. Viele fertige Akademiker stehen aber oft vor der Frage, wie es im Berufsleben nun weitergehen soll, und vor allem, wie die Bewerbung abläuft, welche Anforderungen gestellt werden und mit welchem Gehalt man rechnen kann. Die jährliche Umfrage des Career-Verlags unter österreichischen Personalverantwortlichen zeigt auf, welche Anforderungen die Unternehmen gegenwärtig an Einsteiger stellen. Die dabei erwarteten wichtigsten Fähigkeiten sind "unternehmerisches Denken" (79 Prozent), "Entscheidungsfähigkeit", "Lösungs-/Zielorientiertheit" mit jeweils 67 Prozent sowie "Kommunikationsfähigkeit" (56 Prozent). Auffällig ist, dass die persönlichen Kompetenzen "Empathie/Soziale Kompetenz" im Vergleich zum Vorjahr wieder unwichtiger scheinen (Rückgang von 68 Prozent auf 55 Prozent). Neu in der Wertung sind die Anforderungen "Führungsvermögen" (49 Prozent) und "Offenheit für Veränderung" (47 Prozent), die beide mit hohen Zustimmungswerten in das Ranking einsteigen. "Die Erhebung macht erneut deutlich, dass unternehmerische Fähigkeiten einen enorm hohen Stellenwert haben", betont Markus Gruber, Herausgeber des im Career-Verlag erscheinenden Akademiker-Guides.

Berufserfahrung bleibt essenziell
Doch auf welche Kriterien legen die Personalverantwortlichen das größte Augenmerk? Nach wie vor wird bei schriftlichen Bewerbungen vor allem auf einschlägige Berufserfahrung und Praktika Wert gelegt (76 Prozent). Darüber hinaus sind die Motivation für die Bewerbung (57 Prozent), die Häufigkeit des Arbeitgeberwechsels (53 Prozent), die korrekte und übersichtliche Gestaltung der Unterlagen (47 Prozent) und das Fachwissen (39 Prozent) von großer Bedeutung.

Beim persönlichen Vorstellungsgespräch sollten Bewerber unbedingt auf Pünktlichkeit (71 Prozent) und das äußere Erscheinungsbild (48 Prozent) achten. Interessant ist, dass die Gehaltsvorstellungen für die Personalisten beim Gespräch eine eher nebensächliche Rolle spielen (zwei Prozent). Dort, wo die Nachfrage am größten ist, ist naturgemäß jedenfalls auch beim Gehalt die meiste Luft nach oben. Bis zu 106.000 Euro Jahresbruttogehalt lassen sich daher Österreichs Toparbeitgeber 2017 neue, akademisch gebildete Fachkräfte kosten. Dabei unterscheiden immer weniger Unternehmen zwischen Universitäts- und Fachhochschulabsolventen.

Untersucht wurden auch die geplanten Aufnahmen 2017 in insgesamt 30 Jobkategorien, von Assistenz bis Wirtschaftsprüfung. Vielversprechende Jobchancen gibt es demnach bei den 200 Toparbeitgebern des Landes vorwiegend in den Technik- und IT-Bereichen. Aber auch im Engineering sowie in der Forschung und Entwicklung wird reichlich Personal gesucht.

(SN)

Aufgerufen am 19.06.2018 um 06:19 auf https://www.sn.at/schlagzeilen/die-berufserfahrung-zaehlt-109057

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