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Die Zahl der arbeitslosen Lungauerinnen geht zurück

Im Bereich Kinderbetreuung und Flexibilität in Sachen Arbeitszeit herrscht ebenso Nachholbedarf wie bei der Bereitschaft, sich auf die besondere Arbeitsmarktsituation im Bezirk einzulassen

Die Zahl der arbeitslosen Lungauerinnen geht zurück SN/migu
Melitta Prodinger leitet „Frau und Arbeit“ im Lungau und kann Erfolge aufweisen.

Vorab das Positive: Die Zahl der arbeitslos gemeldeten Frauen im Lungau ist um stattliche 58 auf 209 zurückgegangen. Die Situation am Arbeitsmarkt ist gut - auch hinsichtlich der offenen Stellen. 42 Wiedereinsteigerinnen sind auf Arbeitssuche. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres waren es um ein Drittel mehr.

Gerade das ist auch ein Verdienst der gemeinnützigen Gesellschaft "Frau und Arbeit", die vom AMS und Land finanziert und im Lungau seit dem Februar des Vorjahres von Melitta Prodinger als "Ein-Frau-Team" erfolgreich geführt wird.

Wiedereinsteigerinnen sind eines ihrer Hauptbetätigungsfelder. Im "LN"-Gespräch meinte Prodinger unter anderem: "Die Frauen kommen zu uns. Im Lungau kennt jeder jeden. Wir haben ein sehr enges Netzwerk und dadurch gute Chancen, die Frauen zu vermitteln. Mobilität, Arbeitszeit und Kinderbetreuung werfen häufig Probleme auf. Gerade in Sachen Mobilität täuschen die kurzen Distanzen über den Mangel an öffentlichem Nahverkehr hinweg. Speziell für alleinerziehende Mütter sind selbst überschaubare Lebenshaltungskosten im Lungau zum Teil schwer finanzierbar - speziell wenn das familiäre Gefüge fehlt."

Gute Erfahrungen haben Lungauerinnen aller Altersgruppe mit dem Projekt Technik-Fit gemacht, das ihnen ehemalige "Männerberufe" in Handwerk und Technik näher bringt. Dabei geht es um Malerinnen, Speditionskauffrau, jüngst auch um eine mittlerweile begeisterte Büchsenmacherin.

Die Zahl der arbeitslosen Frauen geht im Wintertourismus nochmals etwas zurück.

Prodinger: "Ein Sockel an Arbeitslosen bleibt - wenn ich an Frauen mit gesundheitlichen Einschränkungen denke. Verhältnismäßig gering ist die Quote an Frauen mit deutlichem Migrationshintergrund. Das sind rund zehn Prozent."

Die Erfolge ihrer Arbeit begründet die Expertin auch mit der Budgetaufteilung des AMS im Lungau. Die Mittel fließen zu stattlichen 60 Prozent in Förderung für Frauen.

Die Zahl der Arbeitslosen unter 20 Lebensjahren ist im Bezirk verschwindend klein. Die "Problemzone" ist zwischen 25 und 49 Jahren. Oft kommen Frauen mit sehr guter Ausbildung wieder in den Lungau zurück und finden dann keine ihrer Qualifikation entsprechende Stelle. Die Beraterin: "Da bemerke ich aber immer mehr, dass die Frauen für die Lebensqualität im Lungau auch andere Konditionen am Arbeitsplatz in Kauf nehmen. Da hängt es schon auch an der Bereitschaft der Betroffenen, sich auf die Lungauer Arbeitsmarktsituation einzulassen."

Im Büro in Tamsweg ist die Lungauerin für Terminvereinbarungen zu erreichen (06474/ 27022). In Kenntnis des überschaubaren Arbeitsmarktes wird nach individuellen Lösungen gesucht.

Aufgerufen am 20.09.2018 um 01:14 auf https://www.sn.at/schlagzeilen/die-zahl-der-arbeitslosen-lungauerinnen-geht-zurueck-1168843

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