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Die Zeit der Extreme ist vorbei

Der Salzburger Immobilienmarkt hat sich beruhigt. Günstigere Preise wird es nicht geben, doch der Anstieg ist hat sich verlangsamt.

Die Zeit der Extreme ist vorbei SN/bernhard schreglmann
Auf dem Land sind die Grundpreise meist noch erträglich.

Wer in den vergangenen Jahren die Entwicklung der Salzburger Immobilienpreise fassungslos verfolgt hat, kann jetzt wieder etwas beruhigt sein. Denn seit 2015 hat sich der Anstieg wieder auf ein "normalen" Niveau eingependelt. Das bedeutet nicht, dass es billige wird, aber immerhin ist offenbar die Zeit der großen Sprünge vorbei. Zahlreiche Analysen und Markterhebungen zeigen dies.

Der Preisanstieg ist einerseits damit zu begründen, dass aufgrund der niedrigen Zinsen viele Österreicher ihr Geld lieber in Immobilien investieren. Andererseits verlocken die niedrigen Kreditzinsen auch dazu, auf Pump zu kaufen.

Die niedrigen Zinsen nähren die Träume der Österreicher vom eigenen finanzierbaren Wohnraum. Laut Experten der Wirtschaftskammer Österreich (WKO) stehen heuer nur moderate Preissprünge ins Haus. Günstige Mietpreise hingegen sind in den beiden Städten Wien und Salzburg durch Zuwanderung und Angebotsverknappung dünn gesät.

Die Preise für Baugrundstücke, Mieten und Eigentumswohnungen sind demnach 2015 nur moderat gestiegen. Baugrundstücke verteuerten sich im Jahresvergleich um 3,4 Prozent und lagen 2015 bei durchschnittlich 260,10 Euro pro Quadratmeter. Im Vergleichszeitraum 2014 betrugen die Durchschnittspreise 251,20 Euro pro Quadratmeter. Das geht aus dem aktuellen WKO-Immobilienpreisspiegel hervor.

Einfamilienhäuser waren im Vorjahr in der Steiermark am günstigsten, die höchste Preissteigerung wiesen Eigenheime in Tirol mit 3,5 Prozent aus. Neue Eigentumswohnungen verteuerten sich im Durchschnitt um 1,9 Prozent, gebrauchte um 3,8 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum 2014.

Unterschiede zwischen Stadt und Land Salzburg
Aussagekräftig sind diese Mittelwerte jedoch nur bedingt. So zogen etwa die Preise für Baugründe im Bundesland Salzburg zwar kräftig an. Die Preise waren aber mit 414 Euro pro Quadratmeter im Vergleich zu den beiden Städten Salzburg (955,70 Euro pro Quadratmeter) und Wien (615,20 Euro pro Quadratmeter), wo das Angebot an Bauland mittlerweile mehr als dürftig ist, noch immer relativ günstig.

Ähnlich hohe regionale Schwankungen sind bei Einfamilienhäusern und Eigentumswohnungen zu finden.

In Wien wird am häufigsten gemietet
Die Bundeshauptstadt Wien, die eine jährliche Zuwanderungsrate von rund 80.000 Menschen aufweist, hat im bundesweiten Vergleich die meisten Mieterhaushalte. Zwei Drittel der Wiener zahlen einen Mietzins. Laut Michael Pisecky, Obmann des Wiener Fachverbands der Immobilien und Vermögenstreuhänder, stiegen die Durchschnittsmieten 2015 im Jahresvergleich auf 9,40 Euro pro Quadratmeter. Ein Jahr zuvor waren noch 9,20 Euro netto für jeden Quadratmeter am privaten Wohnungsmarkt zu berappen. Die Preisveränderung auf dem heimischen Immobiliensektor sei "als Marktberuhigung zu sehen".

Österreichweit betrugen die durchschnittlichen Quadratmeterpreise für Mietwohnungen im Jahr 2015 7,2 Euro (im Vergleich zu 7,1 Euro im Jahr 2014). Nicht die Nettomieten, sondern Betriebskosten und öffentliche Abgaben seien derzeit die Preistreiber beim Wohnen, unterstrich der WKO-Funktionär.

Aufgerufen am 17.11.2018 um 10:37 auf https://www.sn.at/schlagzeilen/die-zeit-der-extreme-ist-vorbei-1096096

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