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Drei Fragen an: Daniela Malata, W&H Dentalwerk

Wie ist die Lage am Arbeitsmarkt aus Sicht von W&H? Was sind die wichtigsten HR-Aufgaben des Unternehmens? Was werden künftig die größten Herausforderungen sein? Mag. Daniela Malata, Mitglied der Geschäftsleitung und Leiterin des Personalwesens bei W&H Dentalwerk, im Interview.

Drei Fragen an: Daniela Malata, W&H Dentalwerk SN/w&h dentalwerk
Daniela Malata, W&H Dentalwerk
SN: SN: Wie beurteilen Sie den Arbeitsmarkt in Österreich aus Sicht Ihres Unternehmens?

Daniela Malata: "Wir sprechen nicht gerne von einem Fachkräftemangel. Das ist sehr negativ besetzt und spiegelt unserer Meinung nach die Situation nicht exakt wider. Wir gehen seit jeher den Weg, bewusst in die Aus- und Weiterbildung der eigenen Mitarbeiter zu investieren und sehen dies als einen wichtigen Schwerpunkt. Einerseits, weil wir das als Wertschätzung unseren Mitarbeitern gegenüber betrachten, und andererseits, um einem Fachkräftemangel vorausschauend entgegenzuwirken. Das bedeutet, dass wir von der eigenen Lehrwerkstätte bis hin zur Unterstützung von Managementlehrgängen die berufliche Entwicklung unserer Mitarbeiter aktiv begleiten. Das sichert eine durchgehende Wissenserweiterung sowie die kontinuierliche generationenübergreifende Weitergabe von Erfahrung und Know-how. Darüber hinaus wird dadurch die Weitergabe von Unternehmenswerten sichergestellt, was in einem Familienunternehmen, das sich sowohl der Tradition als auch der Innovation verpflichtet fühlt, besonders wichtig ist. Aus unserer Sicht hat sich unsere Einstellung - ,Wer ernten will, muss auch säen' - durchaus bewährt und wir sind stolz darauf, den fachlichen Nachwuchs zu einem Großteil aus den eigenen Reihen rekrutieren zu können."

SN: Was sind in Ihrem Bereich die drei wichtigsten HR-Aufgaben, in Bedeutung und Umfang?

Malata: "Erstens, Flexibilität: Die Anforderungen an die Arbeitswelt werden immer vielfältiger und erfordern immer mehr Flexibilität von den Unternehmen. Wir können nur dann Flexibilität von den Mitarbeitern fordern, wenn wir die entsprechenden Rahmenbedingungen schaffen, damit sie diese Flexibilität eingehen können. Wir setzen hier auf Selbstbestimmung im Team, moderne Arbeitsplätze sowie die Förderung von Kinderbetreuungseinrichtungen in der Region. Flexibles, schnelles Reagieren auf weltweite Kundenwünsche sowie die konsequente Entwicklung neuer Technologien sind für unser Unternehmen selbstverständlich. Das erfordert von unseren Mitarbeitern, flexibel zu sein und sich neuen Anforderungen und Aufgaben rasch zu stellen. Als Unternehmen ist man gefordert, die notwendigen Rahmenbedingungen zu schaffen, die diese Flexibilität ermöglichen.

Zweitens, längeres Arbeiten: Das Pensionsantrittsalter erhöht sich stetig. Damit ergibt sich einerseits die Chance, langjährige Erfahrung, fachliches Know-how und Wissen im Unternehmen zu bündeln sowie die Unternehmenswerte von Generation zu Generation weiterzuvermitteln. Andererseits steht man damit vor der Herausforderung, einen guten Weg zu finden, den Erfahrungsschatz der älteren Generation mit dem Enthusiasmus und Wissen um neue Technologien der jüngeren Generationen auf einen gemeinsamen Weg zu bringen. Bei der Zusammenstellung unserer Teams setzen wir auf einen bewussten Mix aus verschiedenen Altersklassen. Damit wollen wir das wechselseitige Lernen aktiv fördern und somit ein hohes Maß an Kontinuität im Unternehmen sicherstellen.

Drittens, die digitale Welt: Moderne Kommunikationstechnologien wie iPhones, Tablet PCs, u.v.m. verleiten dazu, kurz und schnell zu agieren oder zu reagieren. Dies birgt die Gefahr, dass die aktive soziale Kommunikation, der persönliche Gedankenaustausch und die gemeinsame Gedanken- und Ideenfindung verloren gehen. Wir sind überzeugt, dass ,weniger oft mehr ist" und gemäß unserem Slogan ,People have Priority" regen wir unsere Mitarbeiter immer wieder dazu an, nicht nur SMS oder Emails zu verfassen, sondern öfter zum Telefon zu greifen oder das direkte, persönliche Gespräch mit den Kollegen zu suchen. Ziel ist es, das gelebte Miteinander zu fördern und ,gemeinsam an einem Strang zu ziehen"."

SN: Welche Herausforderungen sehen Sie auf den Bereich HR in Ihrem Unternehmen zukommen?

Malata: "Angesichts einer steigenden Internationalisierung und eines stetigen Unternehmenswachstums besteht die Herausforderung darin, in einer schnelllebigen Welt den Fokus auf kurze Informationswege zu legen. Wichtig ist es, rasch auf veränderte Rahmenbedingungen reagieren zu können, aber dabei zugleich alle Voraussetzungen für ein wertschätzendes Miteinander sowie die direkte Face-to-Face-Kommunikation zu schaffen. Schließlich dürfen auch der Spaß und Humor am Arbeitsplatz nicht zu kurz kommen."

Quelle: SN

Aufgerufen am 19.11.2018 um 02:20 auf https://www.sn.at/schlagzeilen/drei-fragen-an-daniela-malata-wh-dentalwerk-3081874

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