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Ein Tag im Büro

Die Österreicher gehen grundsätzlich gern zur Arbeit. Doch die Anwesenheit im Büro umfasst nicht die gesamte Arbeitszeit.

 SN/shutterstock - artisticco

Wie läuft der Alltag in heimischen Büros ab? Wie arbeiten die Menschen hierzulande? Antworten auf diese Fragen gibt der "Office Report 2017" von Market agent.com. Dafür wurden Büroangestellte begleitet und Faktoren wie Arbeitszeiten, Stress, Pausenkultur & Co. durchleuchtet.

In den Arbeitstag gestartet wird demnach im Durchschnitt um 7.40 Uhr, wobei rund ein Drittel der Beschäftigten bereits vor dem Eintreffen im Büro E-Mails bearbeitet oder telefoniert. Und das zum Teil auch gern. Denn für mehr als drei von zehn gilt auch für den bevorstehenden Arbeitstag: "Vorfreude ist die schönste Freude." Vor allem Teilzeitbeschäftigte begrüßen etwas Abwechslung und blicken dem Tag im Büro mit Vorfreude entgegen (42,1 Prozent). Dort angekommen, werden als Erstes der PC hochgefahren (69,6 Prozent) und E-Mails gelesen und beantwortet (58,7 Prozent), ehe für ein Drittel kein Weg am obligatorischen Morgenkaffee oder -tee und einem ersten Plausch mit den Kollegen vorbeiführt.

Gute Tagesauslastung

Doch die morgendliche Ruhe währt nicht lang, denn danach geht es den ganzen Tag rund: Es werden durchschnittlich 13 berufliche Telefonate geführt, 18 E-Mails erhalten und 13 versendet, dazu kommt im Mittel ein Meeting sowie zahlreiche persönliche Kontakte mit Kunden, Auftragnehmern, Vorgesetzten und Kollegen. Bei so vielen Berührungspunkten kann es natürlich vorkommen, dass nicht immer alles rundläuft. So haben sich sechs von zehn im Laufe ihres Arbeitstags zumindest ein wenig geärgert. Hauptgrund für den Unmut ist aber nicht vordergründig der Vorgesetzte. Es sind die lieben Kollegen, über deren Faulheit und Unfreundlichkeit sich die meisten ärgern (32,3 Prozent). Alles in allem empfindet dennoch mehr als die Hälfte ihre beruflichen Kontakte als erfreulich und auch die Atmosphäre im Büro wird mehrheitlich positiv eingeschätzt (71,8 Prozent). Festzustellen ist auch, dass die Stimmungskurve an Freitagen in den Büros nach oben geht und den Ärger auf die Plätze verweist.

Social Media sind allgegenwärtig

Ein Blick auf die private Kommunikation und Mediennutzung während der Arbeitszeit zeigt, dass Social Media & Co. aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken sind. Das gilt auch in der Arbeitswelt. Hier hilft auch kein Sperren der diversen Kanäle auf dem Arbeits-PC, denn im Durchschnitt verbringen die heimischen Angestellten während eines Arbeitstags zehn Minuten auf Social-Media-Plattformen, 13 Minuten mit dem Lesen bzw. Schreiben von SMS und greifen rund sechs Minuten für private Gespräche zum Hörer.

Vor allem die jüngeren Beschäftigten nutzen zwischendurch Facebook, WhatsApp und dergleichen, die Generation 50 plus hingegen greift lieber auf das Telefon zurück.

Was jedoch für alle Altersstufen gleichermaßen gilt: Je niedriger die Arbeitsauslastung, desto höher ist die Versuchung, sich eine andere Beschäftigung zu suchen.

Apropos Produktivität und Auslastung: Sechs von zehn Befragten sind während ihres Arbeitstags stark ausgelastet, rund die Hälfte davon leidet unter Stress, der vorwiegend durch Zeitdruck (14,2 Prozent), unfreundliche Kunden (7,2 Prozent) und viele Telefonate (6,9 Prozent) ausgelöst wird. Dennoch erledigen die Mitarbeiter im Durchschnitt täglich 83 Prozent jener Aufgaben, die sie sich vorgenommen haben, und beweisen damit ein gutes Zeitmanagement.

Ein Blick auf die Leistungskurve zeigt, dass am Vormittag nicht nur am konzen triertesten, sondern auch am produktivsten und kreativsten gearbeitet wird. 56,0 Prozent dürfen sich im Laufe ihres Arbeitstags zumindest über ein Erfolgserlebnis freuen.

Negativ hingegen fällt auf: 17,4 Prozent sind im Laufe ihres Arbeitstags in Bezug auf berufliche Angelegenheiten verzweifelt. Auf die Frage nach dem gestrigen Arbeitstag kommt bei 11,6 Prozent sogar der Gedanke an eine Kündigung auf. Als wenig förderlich erweist sich hier vor allem die Kombination aus einem hohen Stresslevel, einer negativen Work-Life-Balance sowie einer kurzen Betriebszugehörigkeit.

Im Durchschnitt gehen um 16.29 Uhr in Österreichs Büros schön langsam die Lichter aus, wobei das für ein Viertel der Beschäftigten noch nicht das Ende des Arbeitstags bedeutet. Vor allem E-Mails sind für so manch einen heutzutage auch nach Büroschluss ständige Begleiter, insbesondere für Führungskräfte. Dauerhafter Gefährte ist unter der Woche auch die Müdigkeit. Lediglich freitags werden die Menschen plötzlich fröhlich und glücklich und vergessen die eigene Müdigkeit.

Quelle: SN

Aufgerufen am 19.11.2018 um 10:21 auf https://www.sn.at/schlagzeilen/ein-tag-im-buero-16958089

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