Ein Urteil, das nicht nur Eltern zurecht empört

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Standpunkt Andreas Widmayer

Ein Kindergartenpädagoge vergreift sich sexuell an acht Kindern. An zwei von ihnen nimmt er beischlafsähnliche Handlungen vor. Mehrere der großteils drei bis fünfjährigen Opfer sind seither ihren Eltern zufolge traumatisiert. Der Täter, der seine besondere Vertrauensstellung schamlos ausgenützte, erhält 18 Monate bedingte Haft und eine Geldstrafe. Das heißt: kein Tag Gefängnis - bei einem Strafrahmen von bis zu zehn Jahren. Auch wenn sich der Täter freiwillig stellte und das besonders strafmildernd ist: Opfer und Eltern müssen es als einen Schlag ins Gesicht empfinden, wenn sowohl Erst- als auch Berufungsgericht ein solches Urteil für angemessen befinden. "Es soll der Gesellschaft nichts Besseres passieren, als dass ein Täter selbst zur Polizei geht und sagt, ich war es", meinte der Vorsitzende des Berufungsgerichts. Falsch. Es soll der Gesellschaft sehr wohl Besseres passieren: Nämlich, dass Täter, die Verbrechen gegen die Schwächsten der Gesellschaft setzen, auch mit einer Sanktion bedacht werden, die sie tatsächlich empfindlich spüren. Weil sie schweres Unrecht mit noch gar nicht absehbaren Folgen für die Opfer begangen haben.

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