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"Englisch wird relevant bleiben"

Ohne Englischkenntnisse endet die Karriereleiter relativ bald. Zusätzliche interkulturelle Kompetenz sorgt dafür, im internationalen Geschäft bestehen zu können.Bernhard Schreglmann

"Englisch wird relevant bleiben" SN/sn / bec2
Larry Reid und Janet Sneddon sind Englischexperten.  bec2

Fremdsprachenkenntnisse sind das Um und Auf, will man international Karriere machen. Gefragt ist vor allem Englisch, zusätzlich werden interkulturelle Kompetenzen gebraucht. Larry Reid und Janet Sneddon laden im Herbst zum Intensivseminar nach Leogang und erklären, worauf es ankommt.

SN: Wie wichtig sind Englischkenntnisse?
Janet Sneddon: Ob man will oder nicht, Englisch ist zweifelsohne die gemeinsame Sprache in der heutigen Geschäftswelt. In vielen Firmen auf der ganzen Welt gilt Englisch als Unternehmenssprache. Generell ist Englisch die Sprache, die sich in der Menschheitsgeschichte am schnellsten verbreitet hat, und wird heute von 1,75 Milliarden Menschen weltweit gesprochen. Es gibt annähernd 385 Millionen Native Speakers, ungefähr eine Milliarde Menschen in ehemaligen Kolonien, die Englisch fließend sprechen, und Millionen von Menschen auf der ganzen Welt, die Englisch als zweite Sprache lernen. Im Internet verwenden schätzungsweise 565 Millionen Menschen die englische Sprache.
SN: Welche weiteren Sprachen sind hilfreich bzw. werden wichtiger?
Sneddon: Es hängt von verschiedenen Faktoren ab, welche anderen Sprachen außer Englisch von Menschen gelernt werden, so etwa von der Tatsache, wo jemand lebt, wo die Firma, in der man arbeitet, tätig ist bzw. in Zukunft expandieren will ect. Viele Eltern in Kalifornien schicken z. B. ihre Kinder in Kindergärten, in denen Mandarin gelehrt wird, da sie der Meinung sind, ihre Sprösslinge könnten aufgrund der immer wichtiger werdenden Wirtschaftsmacht China Kenntnisse in dieser Sprache benötigen. Von den meisten Menschen wird Englisch jedoch als Sprache gesehen, die (als Erwachsener) leichter zu erlernen ist als Mandarin und somit wird Englisch wahrscheinlich in absehbarer Zukunft die gängige Business-Sprache bleiben.

SN: Auf welchem Level sollte man im Geschäft englisch sprechen können?
Sneddon: Es gibt viele verschiedene Skalen, um die Kenntnisse und den Leistungsstand in der jeweiligen Sprache zu messen. Im Bereich Business English ist das Cambridge-Business-English-Zertifikat (Niveau Vantage) mit dem Niveau B2 gemäß europäischem Referenzrahmen für Sprachen (CEFR) gleichzusetzen. Und dies ist das Level, das für eine effektive Geschäftskommunikation sehr gut geeignet ist.

SN: Welche zusätzlichen Ausbildungen sollte man nach der Matura noch machen?
Sneddon: Es gibt verschiedene Arten von Maßnahmen und unterschiedliche Wege, um Zusatzzertifizierungen zu erreichen. In Österreich bereiten immer mehr Schulen und auch Institutionen in der Erwachsenenbildung Lernende darauf vor, Cambridge-Business-English-Zertifikate abzuschließen. In der österreichischen und deutschen Geschäftswelt vertraut man darauf, dass diese Zertifikate dementsprechende Englischkenntnisse garantieren.

SN: Sollte man eine Fremdsprache im Land lernen oder geht das mit Hilfe von Native Speakers auch woanders?
Larry Reid: Natürlich kann man Englisch auch direkt hier in Österreich lernen. Aber bei jeder Schulungsmaßnahme muss man sicherstellen, dass die Trainer zertifizierte und qualifizierte Englischlehrer sind. Viele Menschen vertrauen auf die Immersionsmethode. Wenn man sozusagen in eine Fremdsprache "eintaucht", sich für einige Wochen eine Sprachreise nach Großbritannien oder Nordamerika gönnt und im Ausland nur Englisch spricht, so ist dies natürlich die beste Art, die Fremdsprache zu lernen. Allerdings hat nicht jeder das nötige Geld, die nötige Zeit oder die innere Einstellung, dies zu tun. Wir von bec2, einem auf Business English spezialisierten Unternehmen, bieten mit unserem English Village eine absolut englischsprachige Umgebung hier in Österreich an. Unser English Village mit englischsprachigen Native Speakers aus der ganzen Welt bietet deutschsprachigen Führungskräften die Möglichkeit, mit den Anglos in einer strukturierten englischen Umgebung fast eine Woche zu interagieren.

SN: Verliert Englisch durch den Brexit an Bedeutung?
Sneddon: Großbritannien wird auch weiterhin Geschäftsbeziehungen mit europäischen Ländern und der übrigen Welt pflegen. Die Fähigkeit, gut auf Englisch zu kommunizieren, wird somit für EU-Länder nach wie vor relevant sein, da diese mit Briten weiterhin Geschäfte machen werden und umgekehrt müssen die Briten auch beweisen, dass man sich auf sie in der Arbeit mit EU-Handelspartnern verlassen kann. Ein starkes interkulturelles Verständnis unter allen Beteiligten wird ein wichtiger Schlüssel der Kommunikation sein.

SN: Neben Sprachkenntnissen kommt es also auch auf kulturelles Verständnis an. Wie kann man das lernen?
Reid: Wir sind Trainer für interkulturelle Kompetenz auf Englisch und bieten Seminare bzw. einen Semesterkurs zu diesem Thema an. Dabei geht es darum, die Lernenden in der Arbeit mit anderen Kulturen zu unterstützen und ihnen die Gepflogenheiten vor Ort näherzubringen, damit man interkulturelle Fauxpas vermeidet. Dieser Kurs kann auch mit einem Zertifikat abgeschlossen werden: I.C.E - dies steht für Intercultural Competence in English.

SN: Ist es denn notwendig, die Gepflogenheiten zu verstehen? Reicht es nicht, nur darüber Bescheid zu wissen?
Reid: Ein gewisses Verständnis für fremde Kulturen hilft dabei sicherlich, unverständlich erscheinende Verhaltensweisen zu erklären. Wenn man sich z. B. etwas mit dem Konfuzianismus auseinandersetzt, versteht man gewisse Verhaltensweisen von Asiaten besser. Es hilft dabei, organisatorische Strukturen und soziale Interaktionen zu erklären. Man muss kein Experte im Konfuzianismus sein, aber gewisse Basiskenntnisse sind aus meiner eigenen Erfahrung im Umgang mit asiatischen Völkern unglaublich hilfreich. Ich fand es persönlich auch sehr hilfreich, zu verstehen, was unter einem "Kulturschock" zu verstehen ist,

mit dem man fast sicher konfrontiert wird.

Quelle: SN

Aufgerufen am 18.09.2018 um 11:25 auf https://www.sn.at/schlagzeilen/englisch-wird-relevant-bleiben-1144228

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