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Es bleibt mehr im Börserl

Die Gehälter steigen wieder stärker. Laut einer aktuellen Prognose werden im nächsten Jahr in Österreich die Gehaltszuwächse bei plus 2,8 Prozent liegen.

 SN/hutterstcok - hanohiki

Die Gehälter in Westeuropa werden sich 2017 im Ländervergleich unterschiedlich entwickeln: Während die Unternehmen in Österreich mit Steigerungsraten von 2,8 Prozent rechnen, sind die prognostizierten Gehaltszuwächse in Griechenland mit 1,3 Prozent nur weniger als halb so hoch, hat die Personal- und Managementberatung Kienbaum in der aktuellen Gehaltsentwicklungsprognose 2017, an der sich 1400 Teilnehmer aus 32 Ländern beteiligt haben, herausgefunden.

Im Durchschnitt erwarten die Berater von Kienbaum für die betrachteten Länder in Westeuropa Gehaltssteigerungen von 2,5 Prozent für 2017. Unter Berücksichtigung der erwarteten Inflationsrate, die 2017 landesbezogen zwischen 0,8 und 2,2 Prozent pendeln dürfte, ist daher in Westeuropa von realen Einkommenssteigerungen aus zugehen.

Gehälter von Vorständen und Geschäftsführern steigen am stärksten
Vergleicht man die Gehaltsentwicklung auf den unterschiedlichen Hierarchieebenen in den westeuropäischen Unternehmen, lassen sich einige Unterschiede festhalten: So wird etwa prognostiziert, dass die Gehälter von Vorständen und Geschäftsführern mit 2,7 Prozent im Durchschnitt am stärksten steigen. In Deutschland und Österreich liegt dieser Wert mit 3,5 Prozent sogar deutlich über dem Durchschnitt.

Ausgehend von den Vorständen und Geschäftsführern über das mittlere Management bis hin zu den Spezialisten und Fachkräften werden im hierarchiebezogenen Vergleich leicht abnehmende Gehaltssteigerungsraten erwartet. Regionale Unter- schiede dieses Gehaltstrends können in den skandinavischen Ländern festgehalten werden: Dort steigen die Gehälter mit abnehmender Hierarchiestufe. Das heißt, in Norwegen, Schweden oder Finnland steigen die Gehälter bei Spezialisten und Fachkräften stärker als auf Vorstandsebene.

Unternehmensperformance beeinflusst Gehaltsentwicklung
Die Unternehmensperformance bleibt in Westeuropa der wichtigste Einflussfaktor auf die Gehaltsentwicklung. Regionale Ausnahmen bilden auch hier die skandinavischen Länder: In Dänemark und Norwegen wird etwa die Leistung der Mitarbeiter höher bewertet. Einen gleichgewichtigen Einfluss von Unternehmens- und Mitarbeiterperformance zeigt sich in den Niederlanden und Belgien. In Zentraleuropa, insbesondere in Deutschland, Frankreich und Österreich, haben überdies Tarifverträge mit bis zu 50 Prozent einen recht starken Einfluss auf die Gehaltsentwicklung. Branchenentwicklungen und Inflationsausgleich wirken sich hingegen in Westeuropa eher weniger auf die Gehaltsentwicklung für das kommende Jahr aus, lauten die Ergebnisse der Kienbaum-Studie.

In allen osteuropäischen Ländern steigen die Gehälter im kommenden Jahr: Für Rumänien, die Slowakei, Tschechien und Ungarn prognostizieren die Studienteilnehmer nominale Gehaltssteigerungsraten von bis zu vier Prozent. In Kroatien und Slowenien hingegen sind die prognostizierten Gehaltszuwächse mit deutlich weniger als zwei Prozent nur halb so hoch. Am stärksten dürften Spezialisten und Fachkräfte profitieren: Hier werden insbesondere für den osteuropäischen EU-Raum Gehaltssteigerungen von bis zu fünf Prozent prognostiziert.

Die erwartete Inflationsrate im Ost-EU-Raum beträgt zwischen 0,7 und 2,0 Prozent und ist damit mit den Werten in Westeuropa vergleichbar. In der Türkei und der Ukraine steigen die Löhne mit bis zu neun Prozent zwar nominal am stärksten, jedoch führt die hohe Inflationsrate in beiden Ländern dazu, dass die realen Einkommen sinken, in der Ukraine sogar um 2,6 Prozent.

Gehaltsentwicklung in Asien, den USA und Russland ist positiv
Im Vergleich der Regionen Asien, USA und Russland erwarten die Kienbaum-Berater für Russland die höchsten Gehaltssteigerungen: Um 5,7 Prozent werden die Saläre dort 2017 voraussichtlich nominal steigen. Trotz einer relativ hohen Inflation von mehr als fünf Prozent gehen die Studienteilnehmer für Russland von einem leichten realen Einkommenszuwachs aus. In Japan hingegen führt die prognostizierte Inflationsrate von 2,1 Prozent zu einem Rückgang der Realeinkommen um bis zu 0,7 Prozent. In Singapur und Thailand ist hingegen unterm Strich ein reales Einkommenswachstum von bis zu 3,1 Prozent zu erwarten.

In China stehen die Zeichen für 2017 auf Grün: Hier wird ein deutliches Gehaltsplus von nominal knapp fünf Prozent erwartet, was sich abzüglich der prognostizierten Teuerungsrate von drei Prozent auch in Einkommenssteigerungen niederschlägt. In den USA bleibt den Angestellten aufgrund steigender Verbraucherpreise ein reales Einkommensplus von durchschnittlich 0,4 Prozent in der Tasche.

(SN)

Aufgerufen am 11.12.2017 um 06:21 auf https://www.sn.at/schlagzeilen/es-bleibt-mehr-im-boerserl-570490

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