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FHs kämpfen weiter um das Doktorat

Universitäten, Privatuniversitäten, das Institute of Technology (IST) Austria und die Donau-Universität Krems - sie alle haben es, die Fachhochschulen wollen es seit einiger Zeit auch: das Doktoratsrecht. Die Politik will Kooperation, die Universitäten stehen auf der Bremse - sie wollen die Oberhand behalten.

FHs kämpfen weiter um das Doktorat SN/fotomek - Fotolia
Universitäten haben es, Fachhochschulen wollen es: Das Doktoratsrecht

Es ist eine der letzten Bastionen der Universitäten: das Recht, Doktoren wissenschaftlich auszubilden. Die Universitätenkonferenz (uniko) will auch, dass das so bleibt. Sie spricht sich in ihrem Positionspapier "entschieden gegen eine Aufhebung der Unterschiede innerhalb des Hochschulsektors aus". Das Promotionsrecht sei "das Proprium der Universitäten", diese seien "aufgrund ihrer Profilierung in der Forschung/Entwicklung und Erschließung der Künste und ihrer entsprechenden Infrastruktur in der Lage, international übliche Qualitätsstandards zu gewährleisten". Die Wahrnehmung des Promotionsrechts zähle "zu unseren Kernaufgaben und ist ein klares Alleinstellungsmerkmal der Universitäten", sagt uniko-Präsidentin Sonja Hammerschmid. Kooperationen mit anderen Einrichtungen beim Doktoratsstudium sollen zwar möglich sein - eine Verpflichtung dazu lehnt die uniko aber ab.

Diese Kooperationen werden seitens des Wissenschaftsministeriums empfohlen - wenngleich es auch politische Querschüsse zum Beispiel seitens der Grünen gibt. Wissenschaftssprecherin Sigrid Maurer: "Den Begehrlichkeiten der Fachhochschulen, selbst Doktoratsstudien anbieten zu dürfen, muss eine klare Absage erteilt werden. [...] Die Fachhochschulen können das für ein Doktoratsstudium nötige Forschungsumfeld nicht bieten."

Die Fachhochschulen sehen das naturgemäß anders. Die Österreichische Fachhochschul-Konferenz (FHK) verweist einmal mehr auf "die Notwendigkeit von extern akkreditierten Doktorats-programmen an Fachhochschulen, um es dem angewandt forschenden akademischen Sektor zu ermöglichen, auch sein Lehr- und Forschungspersonal qualifiziert weiterzubilden". Im Zuge dessen fordert sie die "Chancengleichheit für angewandte Forschung gegenüber klassischen Universitäten".

Konkret verurteilt die FHK auch das Positionspapier der uniko, insbesondre, "dass alleine die Universitäten entscheiden, ob und wie sie kooperieren". Diese Vorgangsweise entspreche zwar dem Selbstverständnis der klassischen Universitäten, schwäche aber gleichzeitig Innovation im Bereich der angewandten akademischen Forschung an den Fachhochschulen. "Durch die Stärke der universitären Autonomie haben die Fachhochschulen keine Möglichkeit, sich in ihren Forschungsfeldern weiter zu entwickeln", heißt es vonseiten der FHK. Damit diese Stärke nicht zur Schwäche der Fachhochschulen werde, müssten einheitliche Rahmenbedingungen geschaffen werden. Das Doktorat sei "als universitäres Privileg nicht mehr zeitgemäß", außerdem hätten Einrichtungen wie die nicht klassische Donau-Universität Krems, die Privat-Unis oder das IST Austria ebenfalls das Doktoratsrecht.

Die FHK will deshalb "zumindest die Chance" für die Fachhochschulen, "Doktoratsprogramme zur Akkreditierung einzureichen". So könne gewährleistet werden, dass "eine wertfreie Beurteilung durch neutrale Experten darüber erfolgt, ob Fachhochschulen in der Lage sind, entsprechend hochqualitative Doktoratsprogramme zu etablieren". Darüber hinaus gab die FHK auch einen Querschuss in Richtung Unis ab: Es stelle sich auch die Frage, ob "die Doktoratsstudien der Universitäten im Sinne der Qualitätssicherung nicht ebenso ein externes Verfahren obligatorisch durchlaufen müssen"

Aufgerufen am 22.09.2018 um 07:15 auf https://www.sn.at/schlagzeilen/fhs-kaempfen-weiter-um-das-doktorat-1108651

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