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Google ist gefragt

Die Suchmaschine wird von Absolventen als beliebtester Arbeitgeber ausgesucht. Vier österreichische Unternehmen spielen im Konzert der 100 interessantesten Arbeitgeber Europas mit. Frauen legen schon beim Berufseinstieg den Grundstein für ein geringeres Gehalt.

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Viele Absolventen haben Google als Arbeitgeber im Auge.

Der Suchmaschinenriese Google bleibt der beliebteste Arbeitgeber der europäischen Absolventen von Schulen und Hochschulen. Volkswagen hingegen büßt seinen zweiten Platz aus dem Vorjahr ein und muss Apple im Ranking der beliebtesten Arbeitgeber der Wirtschaftswissenschafter vorbeiziehen lassen. Bei den Ingenieuren und Informatikern konnte Microsoft vorbeiziehen. Das geht aus einer weltweiten Befragung des Beratungsunternehmens Trendence hervor.

IT-Unternehmen zählen demnach in diesem Jahr zu den Gewinnern unter den Wunscharbeitgebern der europäischen Absolventen, allen voran Microsoft. Der US-amerikanische Software- und Hardwarehersteller steigt in der Gunst der Techniker von Rang drei auf zwei und bei den Wirtschaftswissenschaftern vom zehnten auf den sechsten Platz. "Microsoft hat in den einzelnen europäischen Ländern nationale Strategien entwickelt. Das erlaubt es dem Unternehmen, flexibel auf die Bedürfnisse und Anforderungen der Absolventen in den Ländern einzugehen, statt starr zentralen Vorgaben zu folgen", erklärt Trendence-Experte Bernhard Vierhaus den Erfolg von Microsoft. Im Ranking der beliebtesten Arbeitgeber der Techniker befinden sich mit Google, Microsoft, Apple und IBM insgesamt vier IT-Unternehmen in den Top Ten.

Die Top 10 der beliebtesten Arbeitgeber der Wirtschaftswissenschafter werden weiterhin von den "Big Four" dominiert, allerdings entscheiden sich aktuell weniger Absolventen für einen Einstieg bei den Wirtschaftsprüfungsunternehmen als noch vergangenes Jahr. EY und KPMG verlieren jeweils mehr als zwölf Prozent ihrer potenziellen Bewerber. "Derzeit können wir einen spannenden Wettbewerb zwischen den vier großen Wirtschaftsprüfungsunternehmen beobachten", erklärt Vierhaus. PwC ist erstmals seit 2011 wieder beliebtester Arbeitgeber der Branche vor EY, Deloitte überholt KPMG. Die klassischen Wirtschaftsberatungen wie McKinsey und BCG steigen hingegen in der Gunst der Absolventen, und zwar nicht nur bei den Wirtschaftswissenschaftern, sondern auch Ingenieure und Informatiker sind zunehmend davon überzeugt, dass ihnen die Beratungen attraktive Einstiegsmöglichkeiten bieten.

Mit Red Bull, Erste Bank, der Raiffeisen Bank und der Strabag zählen vier österreichische Unternehmen zu den Wunscharbeitgebern der Europäer und belegen Plätze im Mittelfeld der Rankings. Besonders die Strabag und die Erste Bank steigen in der Gunst der Absolventen. Die Strabag ist vor allem bei vielen Osteuropäern populärer geworden, beispielsweise in Polen, Rumänien, der Slowakei und Tschechien. "Das liegt zum einen an der guten Geschäftsentwicklung der Strabag, die Absolventen mit sicheren Jobs und guten Perspektiven verbinden", erklärt Vierhaus: "Zum anderen investiert die Strabag auch intensiv in das Recruiting, um dem steigenden Wettbewerb um die besten Talente in der Baubranche entgegenzuwirken. Diese Investition zahlt sich jetzt aus." Die Erste Bank kompensiert ihre Verluste in Österreich mit Top-Positionen in Ländern wie Rumänien (Rang zwei) und Tschechien (Rang fünf).

Die europäischen Wirtschaftsstudentinnen verlangen im Schnitt ein Viertel weniger Gehalt als ihre männlichen Kommilitonen. Damit legen sie schon beim Jobeinstieg den Grundstein für den Gender Pay Gap. Am ausgeglichensten sind die Gehaltswünsche in Irland und Großbritannien. Die Türkei liegt auf Rang drei und damit deutlich vor den Ländern der DACH-Region. Österreich belegt den 18. von 24 Plätzen: Die Wirtschaftsstudentinnen verlangen hierzulande 19 Prozent weniger Gehalt als ihre Kommilitonen. Bei den Technikern sind die Gehaltswünsche zwischen Frauen und Männern etwas ausgeglichener: Die Technikerinnen in Europa geben sich mit 20,6 Prozent weniger Gehalt zufrieden als ihre männlichen Kollegen. Österreich liegt mit einer Differenz von 17,3 Prozent auf Rang 17.

Rund ein Viertel der europäischen Absolventen will nach dem Studium ein Start-up gründen und geht damit den Unternehmen als Mitarbeiter verloren. Die meisten Gründungswilligen kommen aus Osteuropa. Die österreichischen Wirtschaftswissenschafter hingegen gehören zu den Gründungsmuffeln Europas: Sie belegen Platz 20 im Ranking der gründungswilligsten Absolventen. Bei den Ingenieuren und Informatikern sieht es etwas besser aus. Hier landen die Österreicher auf Rang 13 von 24 Ländern.

Quelle: SN

Aufgerufen am 13.11.2018 um 09:18 auf https://www.sn.at/schlagzeilen/google-ist-gefragt-1188241

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