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Immer mehr Manager auf Zeit

Fachpersonal mit "Ablaufdatum" wird immer öfter benötigt. Die Beschäftigung von Interim-Managern liegt im Trend, nicht nur in Österreich.

Immer mehr Manager auf Zeit SN/Brian Jackson - Fotolia

Dass es in den Vorstandsetagen von Unternehmen eigentlich nur mehr zeitlich befristete Verträge gibt, ist so weit bekannt. Weniger bekannt ist, dass auch immer mehr Interim-Manager eingesetzt werden. Das heißt, es gibt Führungskräfte, die nur für eine bestimmte Aufgabe und einen bestimmten Zeitraum in ein Unternehmen kommen. Michael Gareis, Managing Partner der WP Management Solutions GmbH, bietet solche Fachkräfte an und glaubt, dass die Funktion des Interim-Managers auch in Österreich immer mehr an Bedeutung gewinnt.

SN: Welcher Manager lässt sich auf das Experiment ein, nur ein paar Monate einen Job zu haben?
Gareis: Interim-Manager sind Selbstständige. Diese Tätigkeitsform kann freiwillig gewählt, aber auch einmal unfreiwillig zustande gekommen sein. Interim-Manager haben den Drang, unternehmerisch-kreativ zu sein, etwas zu (er)schaffen, vom Naturell her sind sie "Macher". Sie kommen, um Projekte und Aufgaben möglichst effizient und effektiv umzusetzen, und würden nach deren Beendigung nicht mehr die nötige berufliche Erfüllung im Unternehmen finden. Aus dieser Form der Zusammenarbeit ergeben sich verständlicherweise auch manchmal Möglichkeiten für die Interim-Manager, erneut ein Festanstellungsverhältnis mit einem Unternehmen einzugehen, aber die wenigsten geben ihre Selbstständigkeit wieder auf.

SN: Die Leute sind also nicht direkt bei Ihnen oder der jeweiligen Firma angestellt?
Nein, die Interim-Manager sind Ein-Personen-Unternehmen, also weder im Unternehmen noch bei der WP Management Solutions GmbH angestellt.

SN: Welche Qualifikationen müssen solche Manager mitbringen?
Die notwendigen Qualifikationen erge- ben sich aus der Aufgabe. Wenn es ein Projekt nach allen Regeln der Kunst umzusetzen gilt, muss der Interim-Manager über einen entsprechenden Track-Record im Projektmanagement verfügen. Darüber hinaus muss er ein fundiertes und tiefes Praxiswissen in der jeweiligen Branche aufweisen. Er muss ein ausgewiesener Experte auf dem Gebiet des Kunden sein.

SN: Ist es nicht ein Problem, dass ein Manager, sobald er sich in einem Betrieb eingearbeitet hat, schon wieder geht?
Nein, ein Interim-Manager hat die Fähigkeit, sein Know-how über den Rahmen seiner Tätigkeit hinaus in dem Unternehmen zu belassen. Das ist eines der wichtigsten Argumente für seinen Einsatz. Umgekehrt muss er die Fähigkeit haben, sich sehr schnell in ein Unternehmen einzuarbeiten. Das heißt, er muss wissen, welche Kennzahlen und welche Strukturen er sich im Unternehmen gleich zu Beginn genau ansehen muss und wie diese zu deuten sind. Soft Skills und Empathie sind darüber hinaus ebenfalls für die interne Akzeptanz und für einen schnellen Einstieg in den Unternehmensalltag notwendig.

SN: Woher kommen die Manager?
Für den österreichischen Markt aus dem deutschsprachigen Raum insbesondere aus Österreich und Deutschland, seltener aus der Schweiz, da es hier dennoch Sprachbarrieren geben kann. In Konzernen, die als Arbeitssprache Englisch pflegen, können auch Interim-Manager aus anderen Ländern eingesetzt werden. Dann sollte aber auch die Unternehmenskultur dem entsprechen und bereits eine Herkunftsvielfalt unter den Mitarbeitern grundsätzlich begünstigen.

SN: Welche Firmen setzen solche Interim-Manager überhaupt ein?
Interim-Manager kommen in der Regel in Unternehmen zum Einsatz, die jährlich mindestens 15 Millionen Euro Umsatz erwirtschaften. Das kann vom Handel über die Dienstleistung bis hin zur Produktion jeden Sektor umfassen. Insbesondere für KMU, also kleine und mittlere Unternehmen, die im Vergleich zu großen Unternehmen und Konzernen nicht auf so große Humanressourcen zurückgreifen können, ist Interim-Management eine Chance, Projekte auf oberster Ebene umzusetzen.

SN: Wenn ich es richtig verstanden habe: Sie vermitteln die Menschen, sind aber keine Berater?
Wir sind Vermittler, aber im Unterschied zum Headhunter begleiten wir den Kunden im Hintergrund, versorgen ihn, wenn nötig, mit einer Alternative oder weiteren Mitarbeitern und überwachen den Erfolg.

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Aufgerufen am 18.11.2018 um 09:29 auf https://www.sn.at/schlagzeilen/immer-mehr-manager-auf-zeit-3090436

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